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2003-03-05 21:04:35 - ks
F1: Ecclestone hat an der Formel 1 "keinen Spaß mehr"

Eccelstone:
Die Kontroversen mit den Rennställen und den Autoherstellern um die Zukunft der Formel 1 frustrieren Bernie Ecclestone offenbar. "So habe ich keinen Spaß mehr", sagte der Formel 1-Boss in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe erscheint. Sollten die Hersteller nach 2007 ihre eigene Serie gründen, würden sie es "schwer haben". "Wir haben langfristige Verträge mit den Rennstreckenbetreibern und den TV-Anstalten." Die Hersteller seien in die Formel 1 gekommen, um ihre Produkte vorzuführen. "Und jetzt zerbrechen sie das Porzellan, und keiner kann die Show mehr sehen? Das ist doch Unsinn", sagte Ecclestone.

Für den Unmut der Teams darüber, dass der Automobilweltverband FIA erst kurz vor dem Saisonstart neue Regeln aufstellte, hat Ecclestone nur "teilweise" Verständnis. "Man hätte solche Einschnitte früher ankündigen sollen. Aber, so Ecclestone, "wir mussten diese Geldvernichtung stoppen. Die Teams waren dumm genug, sich nicht auf die nötigen Änderungen zu einigen. Zu egoistisch". "Hätten Williams, McLaren oder Renault letztes Jahr ihren Job gemacht, brauchten wir diese Panikbeschlüsse jetzt nicht", sagte der Formel-1-Boss weiter. Die FIA sei gezwungen gewesen, etwas zu unternehmen. Ferrari gebe allein in diesem Jahr 600 Millionen Dollar aus und habe - "das weiß ich sicher" - 600 Mitarbeiter. Bei McLaren sollen es angeblich 1000 sein. "Wie sollen da kleinere Teams mithalten? Das macht die Lücke nur noch größer", sagte Ecclestone. "Mir schwebt eine Fernsehsteuer vor. Die Teams müssten für die Minuten zahlen, die sie im TV zu sehen sind, sodass auch die Schwächeren profitieren." Dies sei noch nicht bis ins letzte Detail durchgesprochen. "Es könnte ungefähr so laufen, dass alle in einen Topf zahlen, und das Geld wird hinterher zugunsten der Kleinen verteilt", sagte Ecclestone.

Um die sportliche Entscheidung wieder spannender zu machen, sei das Verbot der elektronischen Fahrhilfen richtig gewesen. Durch deren Einsatz sei die Formel 1 zum "Kampf der Ingenieure und nicht mehr ein Kampf der Fahrer" geworden. Für Michael Schumacher sei die Formel 1 zuletzt nur "ein Witz" gewesen. "Der stieg nach dem Rennen so entspannt aus dem Auto, als käme er gerade vom Supermarkt." Ohne die Elektronik werde Schumacher "ein bisschen mehr arbeiten müssen hinterm Lenkrad. Der soll schwitzen für sein Geld."


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