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2003-02-14 19:40:20 - ks
Hist. Rallye: Skoda und die Monte - unendliche Geschichte

(c) ks design
Kahle/Göbel im Skoda Octavia TS
Für eine Zeitreise ganz besonderer Art setzen sich die amtierenden deutschen Rallyemeister Matthias Kahle und Peter Göbel hinters Steuer eines Skoda Octavia TS aus dem Jahr 1961, mit dem sie anlässlich der 11. AvD Histo Monte vom 13. bis 19. Februar 2003 die über 2.800 Kilometer lange, anspruchsvolle Strecke nach Monaco bewältigen wollen. Ein spezieller Zylinderkopf und weiteres klassisches Tuning entlocken dem von zwei Vergasern befeuerten 1.2 Liter Motor immerhin 60 Pferdestärken.

Seit 1911 ist die Rallye Monte-Carlo sportlicher Prüfstein für Mannschaften und Material. Der „Königin der Rallyes“ stellten sich schon viele Skoda Teams in den unterschiedlichsten Fahrzeugen. Mit dem in seiner Zeit hochmodernen Kleinwagen des Typs Popular Sport brachte man bereits 1936 Lorbeeren vom Mittelmeer ins böhmische Mladá Boleslav. Den gerade erst neu vorgestellten Skoda 440 trieben seine Piloten dann im Januar 1956 über die berüchtigten Pässe der französischen Seealpen zum Ziel. Dies zu erreichen war für viele Rallyeteilnehmer schon unmöglich - der neu konstruierte tschechische Wagen belegte auf Anhieb Platz Fünf in seiner Klasse.

Der aus dem 440 weiterentwickelte Skoda Octavia begnügte sich 1960 noch mit Platz Zwei und Drei in seiner Kategorie, doch ab 1961 war er nicht mehr zu schlagen. In drei aufeinander folgenden Jahren konnte ihm hier kein anderer Wagen das Wasser reichen. Gleich 1961 belegte der Octavia TS auch den sechsten Rang unter allen gestarteten Fahrzeugen. Nur 155 der 301 Teilnehmer kamen in diesem Jahr durch Eis und Schnee überhaupt ans Ziel.

1962 führte erneut ein Octavia TS die Klasse bis 1300 ccm an, gefolgt von drei Alfa Romeos und weiteren 12 Skoda Tourenwagen - ein Zeichen für hervorragende Straßenlage und Zuverlässigkeit. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 bis 59 km/h fuhr man über die französischen Bergstraßen, was selbst für hubraumstarke GT Fahrzeuge kein leichtes Unterfangen war, und absolvierte zusätzlich neben fünf Bergprüfungen Schlussrennen auf dem noch heute aktuellen Grand-Prix Kurs in Monaco.

Der letzte Klassensieg mit einem Octavia wurde 1963 eingefahren. Danach dauerte es 14 Jahre, bis ein heckangetriebener Skoda 130 RS Klassensieger wurde. 1987 konnte die 130L Limousine diesen Erfolg wiederholen. Der Ende der 80er Jahre vorgestellte Skoda Favorit „fuhr“ unverzüglich in die Fußstapfen seiner Vorgänger. Klassensiege gab es viermal in Serie von 1991 bis 1994.

Bei der aktuellen AvD-Histo-Monte tritt nun der Skoda Octavia TS in der ältesten Kategorie der Baujahre bis 1961 an. Die Konkurrenz ist komplett aus dem GT Lager und stark in PS und Hubraum. Neben einem Porsche 356 fährt zum Beispiel ein Dreiliter-Austin Healey und ein über 200 PS starker Jaguar XK mit. Gut zu wissen, dass Kahle/Göbel auf einen bewährten Renn-Octavia zurückgreifen können, der den beiden erfahrenen Rallye-Piloten von einem Mitglied der Skoda IG Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.


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