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2003-02-06 00:08:06 - ks
WRC: Hyundai will auch beim Schneefestival punkten

Schwarz: "Den Speed, der in Schweden gefahren wird, kann man sich gar nicht vorstellen"
Die Vorzeichen stehen gut für den Schneewalzer in den nordischen Wäldern: Für die Rallye Schweden, zweiter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2003, haben die Meteorologen starke Schneefälle angekündigt. Damit präsentiert sich der Winterklassiker nicht nur in seiner typischsten und schönsten Form – die Bedingungen kommen auch dem Hyundai World Rally Team entgegen. Wie schon bei der „Monte“ – wo Hyundai und Armin Schwarz erste WM-Zähler einfuhren – wünschen sich die Werkspiloten viel Schnee, um ihre fahrerischen Qualitäten ausspielen zu können. Obwohl Armin Schwarz, Freddy Loix und der finnische Newcomer Jussi Välimäki im Vorfeld der Rallye Schweden keine Testfahrten unternahmen, lautet das Ziel der Hyundai-Truppe, erneut mindestens ein Auto in die Punkteränge zu bringen.

Schweden hat seine ganz eigenen Gesetze. Eines davon besagt offenbar, dass es nur Skandinaviern vergönnt ist, diese klassische Rallye zu gewinnen. Bis heute schafften es nur Nordmänner – ein einzigartiger Heimvorteil in der modernen Rallye-Szene. „Den Speed, der hier gefahren wird, kannst du dir als Nicht-Skandinavier gar nicht vorstellen“, weiß der deutsche Hyundai-Pilot Armin Schwarz. Entsprechend setzt auch das britisch-koreanische Werksteam auf die Wikinger-Karte: Nachdem im Vorjahr der vierfache Weltmeister Juha Kankkunen seinen Accent WRC auf den achten Rang steuerte, holte sich Teamchef David Whitehead als Verstärkung den finnische Nachwuchsmann Jussi Välimäki ins Team. Der 29-Jährige – der auch für die Markenwertung nominiert ist – verfügt über reichlich Schnee-Erfahrung: Während seine Teamkollegen bei der „Monte“ aufgeigten, erkundete Jussi bei der Arctic-Rallye die Schneeverhältnisse im hohen Norden. Bis zur zehnten Wertungsprüfung befand er sich mit seinem Accent WRC3 klar auf Podiumskurs, rutschte dann aber von der Strecke. „Der Accent fühlt sich sehr gut an“, resümierte der Finne seinen Einsatz. „Von allen Autos, die ich kenne, ist er am einfachsten zu fahren.“

Eine weitere Einmaligkeit in Schweden stellen die hohen Schneewände am Fahrbahnrand dar. „An die können wir uns bei Bedarf anlehnen“, beschreibt Armin Schwarz eine Fahrweise, die seinen skandinavischen Berufskollegen über Jahrzehnte perfektionierten. „Trotzdem ist Schweden immer schwierig. Bei viel Schnee auf der Strecke können die Nägel der Spike-.Reifen nicht richtig ans Eis, wir haben wenig Grip. Gibt es blankes Eis, haben wir mit den Spikes wunderbaren Grip, dafür fehlen bei extremer Kälte und Trockenheit die hohen Schneewände. Und wenn wir als sechstes, siebtes Auto kommen, haben die Vorausfahrenden tiefe Spuren – fast schon Gleise – in das Eis gestanzt. In den Spuren arbeiten die Spikes nicht richtig, neben der Spur stimmt die Linie nicht zu hundert Prozent.“

Interessanterweise zählt Schweden trotz des glatten Untergrundes zu den schnellsten Events des Jahres. „Wir setzen bei der Abstimmung der Autos grundsätzlich auf die Schotter-Konfiguration“, erklärt Teamchef David Whitehead. „Dabei stellen wir sie aber auf relativ wenig Bodenfreiheit ein, denn wegen der hohen Geschwindigkeiten ist Stabilität im Auto besonders wichtig.“

Eine besondere Herausforderung besteht in der klirrenden Kälte, die das Thermometer während der Rallye oftmals auf unter 20 Grad minus fallen lässt. Der Veranstalter reagiert darauf, indem er den Parc Fermé zum „Parc Chauffé“ macht: Die World Rally Cars stehen über Nacht in einem beheizten Parkhaus.

Ordentlich heizen möchten auch die drei Hyundai-Cracks: Välimäki brennt darauf, den etablierten Werksfahrern seine Klasse zu demonstrieren, Schwarz und Loix haben WM-Punkte für Hyundai im Visier. Beide freuen sich über den angekündigten Schnee, da dort der fahrerische Einsatz mehr ins Gewicht fällt.

„Vergangenes Jahr waren wir bis zur dritten Etappe dabei“, erinnert sich Armin Schwarz. „Unser Aufschrieb dürfte also diesmal recht gut sein. Schade, dass wir hier zuvor nicht testen konnten, denn das Auto hat viel Potenzial.“ Der Oberreichenbacher zählt Schweden nach Monte Carlo zu seinen absoluten Lieblingsrallies. Gute Voraussetzungen also, seinen Husarenritt von der „Monte“ im hohen Norden zu wiederholen.


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