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2003-01-19 18:12:41 - ks
RAID: Schulz: „Unser Mitsubishi war perfekt“

(c) Ralliart
Schulz gewann die Dakar zum zweiten Mal nach 2001
19 entbehrliche Tage war der Mitsubishi Pajero Evolution mit der Startnummer 200 bei der Dakar-Rallye das Zuhause von Hiroshi Masuoka und Andreas Schulz. Nach 8.602 Kilometern, davon alleine 5.257 im Wettbewerbstempo, feierte der in Dubai lebende Deutsche an der Seite seines japanischen Piloten seinen zweiten Sieg bei einem der größten Abenteuer der Neuzeit.

Glückwunsch zum Sieg bei der Dakar 2003. Wie fühlt man sich, wenn man die härteste Rallye der Welt als Beifahrer gewinnt?
„2001 habe ich mit Jutta Kleinschmidt gewonnen, im Vorjahr waren wir Zweite, jetzt an der Seite von Hiroshi Masuoka mein zweiter Sieg in kurzer Folge – es ist einfach unglaublich. Nach über 8.600 Kilometern im engen Cockpit brauche ich aber etwas Zeit, um den großen Erfolg zu verarbeiten.“

Ihre beiden Siege waren mit einer gewissen Dramatik verbunden, erst kurz vor dem Ziel haben Sie sich jeweils an die Spitze gesetzt. Spannender geht es kaum...
„Mir wäre ein Start-Ziel-Sieg auch lieber gewesen. Aber grundsätzlich gilt: Bei der Dakar kann immer alles passieren. Das macht den Reiz des Marathon-Sports aus. Rückschläge gehören dazu, auch wir wurden nicht verschont. 2003 haben wir auf mehreren Etappen durch Reifenschäden viel Zeit verloren. Alleine fünf Plattfüße hatten wir auf der neunten Prüfung. Unseren Teamkollegen Stéphane Peterhansel, mit dem wir uns lange an der Spitze duelliert hatten, erwischte das Pech erst sehr spät – die Folgen waren entsprechend dramatisch. Unterm Strich gewinnt aber am Ende das Team, das über die Gesamtdistanz am schnellsten ist und das zuverlässigste Auto hat. Und das waren dieses Jahr wir.

Apropos zuverlässig. Der Pajero Evolution siegte bei seinem Debüt in Dubai und fuhr jetzt erst seinen zweiten Wettbewerb. Wie hat er sich geschlagen?
„Dass der Evo schnell ist, hat er bei Testfahrten und mit dem Sieg in Dubai bewiesen. Jetzt wissen wir auch, dass er auf Anhieb sehr zuverlässig ist. Wir hatten nicht ein technisches Problem. Unser Mitsubishi war perfekt. Das ist einfach unglaublich bei so einer harten Rallye.“

Wo lagen die Schwierigkeiten der Dakar 2003?
„Anders als in den Vorjahren gab es diesmal keine Prüfungen in der Steppe. Dafür mussten wir uns durch unendlich viel Sand wühlen. Aber das war nicht das einzige Problem: Weite Streckenabschnitte führten über sehr steinige Passagen. Für das Material ist das eine Tortur. Besonders weil wir oft Vollgas gefahren sind. Mit einem Schnitt von über 100 km/h war die Dakar sehr schnell.

Lange schnelle Geradeaus-Passagen – das hört sich nach einem ruhigen Job für den Beifahrer an.
„Das stimmt – aber nur teilweise. Es gab Streckenabschnitte da musste ich minutenlang nichts ansagen. Trotzdem ist man voll konzentriert. Gerade bei so hohem Tempo verpasst man schnell einen Abzweig, dann sieht man als für die Navigation verantwortlicher Beifahrer schlecht aus. Insgesamt ist die Dakar aber immer anstrengend für den Co-Piloten. Ich kümmere mich nicht nur um viele organisatorische Dinge und die Navigation, sondern bin auch als Mechaniker gefordert. Glücklicherweise lief unser Pajero wie ein Uhrwerk. Dennoch würde ich sagen, dass gerade bei der Dakar der Beifahrer ebenso wichtig ist wie der Fahrer. Einen weiteren großen Anteil hat natürlich unsere Service-Mannschaft, die oft die ganze Nacht durch geschraubt hat.“


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