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2003-01-19 18:10:04 - ks
RAID: Masuoka/Schulz Dakar-Sieger 2003

(c) Ralliart
Masuoka/Schulz führten den Mitsubishi Vierfachsieg an
Mitsubishi feierte bei der Dakar 2003 seinen achten Sieg bei der härtesten Wüsten-Rallye der Welt. Angeführt von Hiroshi Masuoka und seinem deutschen Beifahrer Andreas Schulz im neuen Pajero Evolution triumphierte ein Mitsubishi-Quartett im Zielort Sharm El Sheikh. Jean-Pierre Fontenay und sein Beifahrer Gilles Picard bewiesen mit Platz zwei die Leistungsfähigkeit des bewährten Pajero T2. Das lange Zeit in Führung liegende Pajero Evolution-Team Stéphane Peterhansel und Jean-Paul Cottret eroberte den dritten Podiumsplatz. Platz vier erkämpften sich Carlos Sousa und sein Beifahrer Henri Magne im werksunterstützten L200 Pick-up. Damit hat sich Mitsubishi mit drei verschiedenen Fahrzeug-Konzepten an die Spitze gesetzt – ein eindrucksvoller Beweis für die Allrad-Kompetenz des Unternehmens, das nach Siegen 2001 und 2002 nun den Hattrick schaffte.

„Der Dakar-Sieg ist das größte Ziel, das man im Marathon-Sport erreichen kann. Ich bin überglücklich. Ein großes Lob gebührt natürlich auch unser Service-Crew. Marathon ist ein Mannschaftssport. Und wir hatten ein super Team“, jubelte Andreas Schulz. Nach seinem Erfolg 2001 mit Jutta Kleinschmidt feierte der gelernte Kfz-Meister an der Seite des Japaners Hiroshi Masuoka bereits seinen zweiten Triumph bei dem legendären Wüsten-Klassiker. Damit ist der mittlerweile in Dubai lebende Bayer der erfolgreichste deutsche Dakar-Teilnehmer.

Auf vier der 17. Prüfungen fuhren Masuoka/Schulz Bestzeit und lieferten sich über die Gesamtdistanz von 8602 Kilometer ein spannendes Duell um die Führung mit dem zweiten Pajero Evolution von Peterhansel/Cottret. Mit Ausnahme des nicht zur Gesamtwertung zählenden Prologs führte immer einer der beiden Pajero Evolution das Starterfeld an. Die Entscheidung der mit einem Temposchnitt von 107 km/h sehr schnellen Dakar kam erst auf der vorletzten Prüfung. Spitzenreiter Peterhansel, der mit Kühlerproblemen kämpfte, traf bei seiner Aufholjagd in der Staubwolke eines Konkurrenten einen großen Stein und beschädigte das linke Vorderrad und die Aufhängung so stark, dass er auf den Service-Lkw warten musste. Mit knapp drei Stunden Rückstand erreichte er schließlich das Ziel. In der Gesamtwertung fiel er auf den dritten Platz zurück. „Motorsport kann grausam sein. Es hat sich wieder gezeigt, dass das Rennen erst auf der Ziellinie zu Ende ist“, so Peterhansel, der mit sechs Etappensiegen mehr als ein Drittel aller Prüfungen für sich entschied. Weitere fünf Mal beendete er den Tag als Zweiter. Eine beeindruckende Bilanz des 37 Jahre alten Franzosen, der die Dakar zuvor sechs Mal mit dem Motorrad gewann und somit der erfolgreichste Teilnehmer aller Zeiten ist.

„Ich weiß genau, was in Stéphane vorgeht. 2001 habe ich die Rallye unter ähnlichen Umständen verloren“, berichtete Masouka. Der 42 Jahre alte Japaner feierte nach 5257 Wertungskilometern seinen zweiten Dakar-Sieg in Folge. „Auch wenn ich lieber unter anderen Umständen gewonnen hätte, ist es natürlich ein großer Erfolg für uns.“

Sieben Mal fuhr Jean-Pierre Fontenay seinen bewährten Pajero T2 unter die besten Fünf der Tageswertung. Nur einen Ausrutscher erlaubte sich der Dakar-Sieger von 1998: Auf der sechsten Prüfung verlor er knapp eine Stunde, als er mit seinem Auto im Sand stecken blieb. Ansonsten brillierte der Franzose bei der Tempo-Jagd durch fünf Länder mit konstant schnellen Zeiten und eroberte so am Ende Platz zwei.

Massimo Biasion, der bei seiner ersten Dakar im Auto zusammen mit Tiziano Siviero den zweiten Pajero T2 steuerte, lag lange Zeit im Windschatten von Fontenay. Auf der sehr schweren vorletzten Prüfung fuhr der ehemalige Rallye-Weltmeister sogar Bestzeit und verbesserte sich auf den dritten Gesamtrang. Auf der Zielrampe streikte jedoch sein Auto. Erst mit fremden Hilfe ging es weiter. Da die Zielrampe zum Parc Fermé-Bereich zählt, in dem jeglicher Service verboten ist, wurde Biasion eine zehnstündige Zeitstrafe auferlegt, die ihn auf den 15. Gesamtplatz zurückwarf.

Die deutsche Mitsubishi-Pilotin Andrea Mayer beendete die Rallye als zweitbeste Frau hinter Jutta Kleinschmidt als 21. „Wir haben das Ziel in Sharm El Sheikh erreicht. Das ist das Wichtigste überhaupt bei meiner ersten Dakar im Auto“, erklärte Mayer, die nach sechs Dakar-Starts mit dem Motorrad in einen Mitsubishi Pajero DI-D umstieg.
„Aber auch unsere Platzierung ist beachtlich, wenn man bedenkt, mit wie vielen Problemen wir gekämpft haben und wie stark das Starterfeld in diesem Jahr besetzt war.“

Alleine in der Klasse T2.2 der Diesel-Prototypen mit Allradantrieb traf Mayer auf 56 Konkurrenten. Nur 25 der in Marseille gestarteten T2.2-Piloten sahen das Ziel im ägyptischen Sharm El Sheikh. Hinter Luc Alphand (BMW) und ihren beiden Mitsubishi-Markenkollegen Jose Luis Monterde und Klever Kolberg erkämpfte sich die schnelle Allgäuerin mit ihrem neuen Beifahrers François Borsotto einen hervorragenden vierten Platz. „Ich habe François einen Tag vor dem Start zum ersten Mal getroffen. Es ist erstaunlich, wie gut wir uns auf Anhieb verstanden haben. Er hat einen großen Anteil an unserem Erfolg“, lobte Mayer. „Aber auch unsere Service-Mannschaft von Ralliart hat einen super Job gemacht. Ohne ihren unendlichen Einsatz wären wir sicher nicht dort, wo wir jetzt sind.“


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