Nach zwei zweiten Plätzen von Jean-Pierre Fontenay auf den Dakar-Etappen neun und 14 stellte nun auch Massimo Biasion unter Beweis, dass das Vorjahressieger-Auto Mitsubishi Pajero T2 nach wie vor eines der schnellsten Fahrzeuge im Marathon-Sport ist: Der ehemalige Rallye-Weltmeister fuhr auf der 15. Prüfung von Luxor nach Abu Rish in Ägypten hinter Ari Vatanen (Nissan) die zweitschnellste Zeit. Seine beste Tagesplatzierung ist ein schöner Erfolg für Biasion, der nach Einsätzen im Lkw seine erste Dakar im Auto bestreitet.
Dass die Prüfung ohne GPS-Navigation bewältigt werden musste, stellte kaum ein Team vor eine unlösbare Aufgabe. Die Streckenführung war trotz starker Staubentwicklung zu deutlich. Für größere Probleme sorgte der Untergrund: Teilweise sehr steinige Passagen der 477 Wertungskilometer verursachten einmal mehr zahlreiche Reifenschäden. Davon war auch Fontenay betroffen, der bis zum ersten Kontrollpunkt auf Platz zwei lag, nach 200 Kilometern aber zum Reifenwechseln stoppen musste. Am Ende reichte es dennoch für den vierten Platz der Tageswertung.
Das Duell der beiden in der Gesamtwertung souverän führenden Pajero Evolution entschieden heute Hiroshi Masuoka und sein deutscher Copilot Andreas Schulz als Fünfte für sich. Spitzenreiter Stéphane Peterhansel, der in Hinblick auf seine deutliche Führung erneut kein unnötiges Risiko einging, belegte Platz sechs. Sein Vorsprung auf Verfolger Masuoka verkürzte sich auf 25:50 Minuten.
Die deutsche Mitsubishi-Pilotin Andrea Mayer verteidigte bei ihrer ersten Dakar im Auto als 31. der Tageswertung ihren 22. Gesamtplatz. „Wir haben das Problem mit dem Allradantrieb scheinbar doch noch nicht gelöst. Glücklicherweise war das Gelände heute nicht so schwierig. Aber wir nähern uns dem Ziel und sind guter Dinge. Wir haben fast eine Stunde Rückstand zum Vordermann und ein beruhigendes Polster von zwei Stunden zu unserem direkten Verfolger. Unser Ziel ist es, Platz 22 zu halten. Allerdings wissen wir, dass die Rallye erst nach dem letzten Kilometer zu Ende ist.“
Die 16. und damit vorletzte Etappe der Dakar 2003 am morgigen Samstag kann dann noch einmal Bewegung in das Klassement bringen. Die Prüfung von Abu Rish nach Sharm El Sheikh ist mit 828 Gesamtkilometern die längste der Dakar 2003. Die 365 Wertungskilometer führen durch den bergigen Sinai. Die Fahrzeug-Karawane muss dabei enge und felsige Pässe bezwingen. Andrea Mayers Beifahrer François Borsotto erwartet außerdem „eine knifflige Navigation.“ Da müssen die Teams voll konzentriert sein. Und das trotz Schlafmangels, denn die ersten Autos müssen bereits um zwei Uhr nachts zur Verbindungsetappe aufbrechen.