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RAID: Endspurt im Mitsubishi-Duell um den Sieg

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Spannendes Finale: Beide Pajeros haben freie Fahrt |
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| „Ich habe viel geschlafen, entspannt, einfach einen lockeren Tag verbracht“, berichtete Mitsubishi-Pilot Stéphane Peterhansel, der Führende der Dakar-Rallye. In der ägyptischen Oase Siwa rastete die Fahrzeug-Karawane für einen Tag. Die erste Pause nach acht harten Tagen in der Wüste. Ganz aus den Köpfen können die Fahrer den Rallye-Marathon freilich nicht verdrängen. „Natürlich denke ich an so einem Tag auch über meine Strategie für die letzte Woche nach“, so Peterhansel. „Ich weiß, dass mein Vorsprung von 16 Minuten auf Hiroshi noch nicht den Sieg bedeuten. Er wird alles geben, um selbst an die Spitze zu kommen. Da werde ich gegenhalten.“
Hiroshi Masuoka, der im zweiten Pajero Evolution mit seinem deutschen Beifahrer Andreas Schulz den zweiten Platz belegt, bestätigte die Vermutung seines Teamkollegen. „16 Minuten sind viel, aber kein wirkliches Problem. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Und wie man gesehen hat, kann viel passieren. Bis zum Ziel ist nichts entschieden. Wir überlegen uns jetzt, wie wir noch gewinnen können“, erklärte der Vorjahressieger. Co-Pilot Andreas Schulz ergänzte: „Wir werden alles geben. Das wird noch sehr spannend, weil beide Autos freie Fahrt haben.“
Auch Jean-Pierre Fontenay im Pajero T2 blickte äußerst zuversichtlich auf die verbleibenden sechs Prüfungen über 2060 Wertungskilometer bis ins Ziel in Sharm El Sheikh. „Ein Podiumsplatz ist in greifbarer Nähe“, erklärte der Dakar-Sieger 1998, der Vierter der Gesamtwertung ist. „Bisher war die Rallye sehr schnell. Wir sind auf der sechsten Prüfung stecken geblieben und haben viel Zeit verloren. Aber jetzt haben wir einen sehr guten Rhythmus gefunden.“
Ex-Rallye-Weltmeister Massimo Biasion zeigte sich ebenfalls beeindruckt vom Tempo der diesjährigen Dakar, der ersten, bei der er in der Automobil-Wertung startet. „Ich hatte eigentlich gedacht, dass hier langsamer gefahren wird als in der Rallye-Weltmeisterschaft, aber das stimmt absolut nicht. Man ist hier die ganze Zeit am Limit und muss immer voll konzentriert sein, sonst unterlaufen einem unweigerlich Fehler“, beschrieb der Gesamtfünfte.
Mit einem Lachen im Gesicht zeigte sich Andrea Mayer in Siwa. „Bei meiner ersten Dakar im Auto soweit gekommen zu sein, das ist schon gar nicht schlecht“, nennt die deutsche Mitsubishi-Pilotin den Grund für ihre gute Laune. Acht Stunden hatte sie in einem einfachen Hotel außerhalb von Siwa geschlafen – trotz widriger Bedingungen. „Wir haben das „Desert Rose“ erst nach langem Suchen gefunden. Es gab keinen Strom und es war bitter kalt. Außer Overalls hatten wir nichts anzuziehen, da unsere Taschen im Service-LKW waren. Und der hing nach dem Zwischenfall mit der Mine an der Grenze fest. Heute werde ich mein Zelt im Biwak aufschlagen. Der Weg zum Hotel ist einfach zu weit “
Die zeitweiligen technischen Probleme, die die ehemalige Motorrad-Pilotin bis auf den 53. Platz zurückgeworfen hatten, gehören der Vergangenheit an. „Wir haben die betroffenen Teile ausgetauscht“, so Mayer, die mittlerweile wieder 26. ist. „An dieser Stelle möchte ich die Leistungen meiner Service-Crew hervorheben, ohne deren unermüdlichen Einsatz ich nicht so weit gekommen wäre.“ Die 35-Jährige bereitete sich am Ruhetag mit ihrem französischem Beifahrer François Borsotto auf die kommenden Aufgaben vor. „Wir haben zusammen das Roadbook für die nächste Prüfung durchgearbeitet, eine Schleife rund um Siwa. Außerdem haben wir noch ein wenig an unserer Kommunikation gefeilt, die aber bis auf Details hervorragend klappt. François leistet wirklich gute Arbeit“, lobte Mayer.
Die Vorgaben für die letzte Dakar-Woche hat Mayer bereits abgesteckt: „Nachdem wir in Siwa angekommen sind, ist unser neues Ziel klar: Wir wollen es bis nach Sharm El Sheikh schaffen.“ Keine leichte Aufgabe bei der anspruchvollsten Rallye der Welt, das weiß auch die schnelle Allgäuerin. Ihre Taktik: „Wir werden kein unnötiges Risiko eingehen. Mit schnellem Fahren alleine können wir uns nicht viel verbessern, dafür sind die Zeitabstände schon zu groß. Wir wollen mit unserem Diesel-Pajero ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie an den letzten beiden Tagen, als wir die Plätze 17 und 19 belegten. Dann werden wir sehen, wo wir am Ende stehen.“
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