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2003-01-13 20:50:12 - ks
24h: Langstrecken-Test mit dem DTM-Astra in Jerez

Zwei mal zwölf Stunden testete Opel in Spanien
Das Opel Astra V8 Coupé hat einen Langstrecken-Test im spanischen Jerez de la Frontera erfolgreich absolviert. Nahezu ohne Probleme fuhren die Opel-Werksfahrer Manuel Reuter und Timo Scheider sowie Opel-Sportchef Volker Strycek zwei Mal zwölf Stunden mit dem vom Opel Team Phoenix vorbereiteten Tourenwagen aus der DTM auf dem ehemaligen Grand-Prix-Kurs im Süden Spaniens. „Mechanisch ist der Astra tadellos gelaufen“, war Volker Strycek zufrieden. „Ein gerissener Keilriemen zum Antrieb der Lichtmaschine bereits in der Anfangsphase des Dauertests war der einzige gravierende Defekt, den wir aber schnell beheben konnten.“

Der Langstrecken-Test war ein weiterer Schritt zur Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen am 1./2. Juni auf dem Nürburgring. Opel plant den Einsatz von zwei Astra V8 Coupé, eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme ist aber noch nicht gefallen. Zuvor hatte Opel bereits Testfahrten sowie ein Vier-Stunden-Rennen auf der anspruchsvollen Nordschleife bestritten.

„Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass vor allem Getriebe und Antriebsstrang die Tortur auf der Strecke von Jerez, wo Antrieb und Bremsen besonders stark belastet werden, ohne jedes äußere Anzeichen von Verschleiß oder Materialermüdung überstanden haben. Schließlich sind diese Fahrzeuge für die 100-Kilometer-Sprintrennen der DTM entwickelt worden und nicht für Langstrecken-Rennen. Aber das Auto lief bis zur letzten Minute einwandfrei“, so Timo Scheider, der seinen Opel-Vertrag kurz vor Weihnachten verlängerte und somit neben Manuel Reuter und Alain Menu als Opel-Pilot für die DTM 2003 feststeht.

Zu schaffen machten Reuter, Scheider und Strycek allerdings die Sitzposition und während der Dunkelheit am Morgen und am Abend das noch nicht optimierte Licht am V8-Coupé. „Die DTM-Autos verfügen nicht, wie allgemein üblich, über verstellbare Rennsitze, sondern über in der Position nicht veränderbare und individuell angepasste Sitzschalen. Der aktuelle Kompromiss bei der Sitzposition war nicht gut, alle drei Fahrer klagten über Rückenschmerzen“, so Manuel Reuter. Zur Hilfe kam den drei Piloten die medizinische und physiotherapeutische Abteilung des Deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund, der im angrenzenden Hotel sein Trainingsquartier bezogen hatte. „Ein großes Dankeschön speziell an BVB-Physiotherapeut Ralph Frank, der uns drei Fahrern sehr geholfen hat.“ Etliche BVB-ler, darunter die Nationalspieler Kehl, Ricken und Metzelder, ließen sich die Chance nicht entgehen und nutzten eine Trainingspause zur Stippvisite in die Opel-Box.

Opel setzte bei diesem Dauer-Test in Jerez – nach Ende der Formel-1-Testfahrten erfolgte am Freitag ein kurzes Roll-out, am Samstag und Sonntag wurde jeweils von 8.00 bis 20.00 Uhr gefahren - das letztjährige DTM-Einsatzauto von Joachim Winkelhock ein, mit dem Mitte November auch der letzte Test auf der Nordschleife gefahren worden war. „Das Fahrzeug war weitgehend im 24-Stunden-Trimm, also mit dem Mindestgewicht von 1.250 Kilogramm“, so Phoenix-Ingenieur Jürgen Jungklaus. „Wir sind allerdings noch den Standard-Tank aus der DTM gefahren, weshalb wir etwa alle 45 Minuten tanken mussten und dabei einen Fahrerwechsel vorgenommen haben, da die Piloten auf dieser anspruchsvollen Strecke enorm belastet wurden. Für das 24-Stunden-Rennen wird dem Reglement entsprechend ein 120-Liter-Tank installiert.“

Das Fazit von Phoenix-Teamchef Ernst Moser: „Auch wenn der Test weitgehend gut verlaufen ist, so haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns, um optimal für diesen Langstrecken-Klassiker vorbereitet zu sein. Schließlich sind es bei einem 24-Stunden-Rennen oftmals die kleinen Dinge und die sogenannten Pfennigartikel, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.“


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