RAID: Masuoka führt Mitsubishi-Quartett zum Vierfachsieg
Peterhansel führt die Dakar mit über 14 Minuten Vorsprung an
Nach dem Dreifachsieg auf der achten Etappe steigerte Mitsubishi diese eindrucksvolle Leistung auf der zehnten Prüfung nochmals: Die vier Werksautos belegten auf dem 521 Kilometer langen gewerteten Teilstück von Zilla nach Sarir die Plätze eins bis vier. Bestes Mitsubishi-Team waren Hiroshi Masuoka und sein Beifahrer Andreas Schulz.
Nach den gestrigen fünf Reifenschäden als Achte gestartet, preschte die japanisch-deutsche Paarung im Pajero Evolution heute auf und davon und markierte bei jedem der drei Kontrollpunkte die Bestzeit. Am Ende erreichten Masuoka/Schulz nach einer Fahrzeit von 3:46.36 als Erste das Ziel. Mit ihrem vierten Tagessieg verkürzten sie den Rückstand auf den Gesamtführenden Stéphane Peterhansel, der heute Zweiter wurde, um 2.46 Minuten auf 14.06 Minuten.
Jean-Pierre Fontenay und Massimo Biasion verbesserten sich durch ihre Etappenplätze drei und vier um je eine Position: Fontenay ist nun bereits Fünfter, Biasion bei seiner ersten Dakar Sechster. Direkt dahinter liegt Carlos Sousa im werksunterstützten L200 Pick-up auf Rang sieben.
Die zehnte Prüfung war als schnelle Transitetappe – Masuoka erreichte einen Schnitt von 138 km/h – auf dem Weg nach Ägypten ausgelegt. Eine willkommene Abwechslung nach den Anstrengungen der letzten drei Tage. Für einen erhöhten Schwierigkeitsgrad sorgte ein Sandsturm zu Beginn des Tages sowie das Verbot der GPS-Satellitennavigation. Beides meisterten die Mitsubishi-Teams ohne große Probleme. Andreas Schulz berichtete: „Ich hätte gedacht, dass ich heute ohne GPS als Wegweiser mehr zu tun bekäme. Aber die meiste Zeit ging es einfach geradeaus. Da war das Navigieren nicht besonders schwer.“ Sein Fahrer Masuoka ergänzte: „Es gab wirklich nur zwei Punkte in den Dünen, die knifflig waren.“ Auch Fontenay hatte keinen Grund zum Klagen: „Durch den Sandsturm war die Sicht auf den ersten Kilometern schlecht. Das war aber heute unser einziges Problem.“
Einen guten Tag erlebte auch Andrea Mayer. Die Mitsubishi-Pilotin war auf der zehnten Etappe als 19. drittschnellste Diesel-Allrad-Pilotin und verbesserte sich mit ihrem zweitbesten Tagesergebnis vom 31. auf den 29. Gesamtrang.
Bevor am 13. Januar in der ägyptischen Oase Siwa ein verdienter Ruhetag auf die Teilnehmer wartet, steht morgen noch einmal eine schwere Prüfung auf dem Programm: Die 438 Wertungskilometer von Sarir in Richtung ägyptischer Grenze führen mitten durch die Libysche Wüste und müssen ausschließlich abseits aller Pisten absolviert werden. Es gilt, den richtigen Weg zwischen den bis zu 100 Meter hohen Dünen zu finden. Keine leichte Aufgabe.