Im Paarflug durch die Wüste: Peterhansel und Masuoka
Die neunte von 17 Etappen der Dakar-Rallye ist beendet – Halbzeit des Wüstenklassikers. Mitsubishi kann mit der Zwischenbilanz mehr als zufrieden sein: Fünf Autos sind in den Top 10.
Stéphane Peterhansel und Hiroshi Masuoka auf den Plätzen eins und zwei beweisen die Leistungsfähigkeit des neuen Pajero Evolution eindrucksvoll. Seit dem zweiten Tag liegt einer der beiden Evo-Piloten an der Spitze des Starterfeldes. Jean-Pierre Fontenay und Massimo Biasion haben sich nach 3907 Gesamtkilometern ebenfalls unter den besten Zehn etabliert. Fontenay, der sich auf der neunten Prüfung nur um sieben Sekunden dem Etappensieger Ari Vatanen (Nissan) geschlagen geben musste, ist Sechster, Biasion Siebter. Carlos Sousa im werksunterstützten L200 Pick-up liegt als Fünfter noch vor den beiden Pajero T2-Piloten.
Die erste Hälfte der 567 Kilometer langen neunten Wertungsprüfung war erneut eine Tempo-Hatz: Peterhansel fuhr auf diesem Teilstück einen Schnitt von 145 km/h. Nach knapp 300 Kilometern begann der steinige Anstieg ins Vulkanmassiv Al Haruj. Fahrkönnen, Navigation sowie die Nehmerqualitäten des Materials waren hier gefordert.
Besonders die Reifen wurden auf dem scharfkantigen Untergrund malträtiert. Viele Teams mussten zur Reparatur anhalten. So auch Masuoka: Der Vorjahressieger hatte mehr Reifenschäden als Ersatzräder und war auf die Hilfe seines Teamkollegen Fontenay angewiesen. Der Franzose hielt zweimal an, half mit Pneus aus und opferte so seinen ersten Etappensieg. „Jean-Pierre gab uns einen Reifen, dann überholten wir ihn. Wenig später mussten wir mit dem nächsten Plattfuß anhalten, und er half uns erneut“, berichtete Masuoka, der das Ziel schließlich als Neunter sah. Fontenay war heute trotz seiner Hilfestellung als Zweischnellster bester Mitsubishi-Pilot. „Was wir gemacht haben, war doch selbstverständlich, schließlich gehören wir zu einem Team“, erklärte der selbstlose Helfer.
Spitzenreiter Peterhansel hielt sich in Anbetracht der schwierigen Bedingungen zurück. „Das war ein harter Tag. Auf knapp 300 Kilometern fuhren wir über spitze Steine“, so Peterhansel. „Unter solchen Bedingungen hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt Vollgas oder lässt es ruhiger angehen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Und tatsächlich hatten wir keinen Reifenschaden.“ Der sechsfache Dakar-Sieger mit dem Motorrad wurde Dritter und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung vor Masuoka auf 16.52 Minuten aus.
Einmal mehr beeindruckte die deutsche Mitsubishi-Pilotin Andrea Mayer: Die Allgäuerin im Pajero DI-D beendete die neunte Prüfung als 24. und wird im Gesamtklassement bereits wieder auf dem 31. Platz geführt, nachdem sie wegen technischer Probleme auf der sechsten Etappe bis auf den 53. Platz zurückgefallen war.
Auf den 521 Kilometern der morgigen zehnten Etappe von Zilla nach Sarir müssen die Teams erstmals auf die GPS Satelliten-Navigation verzichten. Hier ist der Beifahrer als Wegweiser gefordert.