Mitsubishi feierte auf der achten Etappe der Rallye Dakar einen Dreifachsieg. Vorjahressieger Hiroshi Masuoka und sein deutscher Co-Pilot Andreas Schulz im Mitsubishi Pajero Evolution waren in der libyschen Wüste das Maß der Dinge: Die japanisch-deutsche Kombination absolvierte die 497 Wertungskilometer in 3:57.42 Stunden. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der Gesamtführende Stéphane Peterhansel (+ 5.42 Min.) im zweiten Pajero Evolution sowie Pajero T2-Pilot Jean-Pierre Fontenay (+15.27 Min.).
Der zweite Teil der gestern begonnenen zweitägigen Marathon-Etappe ohne vollen Service im Zwischenziel Ghat war eine der schönsten, aber auch schwierigsten Prüfungen in der 25-jährigen Geschichte der Dakar. Beeindruckende Landschaften, abwechslungsreiches Gelände und kurz vor dem Ziel die scheinbar unüberwindlichen Sandwellen des Erg Murzuk standen auf dem Programm.
Masuoka kam mit allen Bedingungen bestens zurecht: Schon vor dem ersten Kontrollpunkt setzte sich der spätere Etappensieger vom Verfolgerfeld ab und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel kontinuierlich aus. Masuokas 270 PS starker Pajero Evolution erreichte einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 125 km/h und machte die Fahrt durch die libysche Wüste erneut zu einer atemberaubenden Tempojagd mit hohem Vollgas-Anteil. „Nachdem wir uns gestern einmal verfahren hatten, erlebten wir heute einen perfekten Tag“, erklärte Masuoka. „Wir müssen uns bei dem Veranstalter für diese wirklich tolle Prüfung bedanken. Allerdings musste man in den steilen Dünen aufpassen, sich nicht zu überschlagen.“ Mit seinem dritten Etappensieg hat der 42 Jahre alte Japaner den Rückstand auf Spitzenreiter Peterhansel auf 6.39 Minuten halbiert.
Peterhansel berichtete: „Das war eine sehr schnelle Prüfung. Hiroshi und ich fuhren lange in Sichtweite, teilweise sogar Seite an Seite. 15 Kilometer vor dem Ziel bekamen wir dann einen Plattfuß. Der Reifenwechsel hat uns vier Minuten gekostet.“ Morgen will der Franzose zurückschlagen: „Wir starten zwei Minuten hinter Hiroshi und werden versuchen, ihn zu überholen.“ Masuoka will dagegenhalten: „Morgen wird es erneut sehr schnell werden. Ich werde noch einmal richtig Gas geben, ohne aber übermütig zu werden.“ Fest steht: Das Duell der beiden Pajero Evolution wird immer spannender.
Andrea Mayer beeindruckte auf dieser schwierigen Prüfung ebenfalls mit einer Top-Zeit: Die schnelle Allgäuerin brachte ihren Pajero DI-D auf dem 18. Platz ins Ziel und verbesserte sich in der Gesamtwertung von der 47. auf die 39. Position.
Überschattet wurde der Tag von einem schweren Unfall Kenjiro Shinozukas (Nissan). Der 54 Jahre alte ehemalige Mitsubishi-Pilot zog sich schwere Schädelverletzungen zu, sein Beifahrer Thierry Delli Zotti musste am Rücken behandelt werden.
Die morgige neunte Etappe führt über 567 gewertete Kilometer von Sabha zur Stadt Zilla, die im Vulkanmassiv Al Haruj liegt.