F1: Christiano da Matta: Spätberufener Titelsammler
Da Matta startet 2003 für Toyota in der F1
Fast wäre der Rennsportwelt ein Ausnahmetalent verwehrt geblieben: Volle 17 Jahre wartete Christiano da Matta, bevor er erstmals in ein Kart stieg und begann, seinem Vater – dem 14-fachen brasilianischen Tourenwagen-Champion Toninho – nachzueifern. Dann aber holte der Mann aus Belo Horizonte die Karriereschritte im Rekordtempo nach: Nach vier Kart-Titeln innerhalb von zwei Jahren gewann er 1993 und 1994 die brasilianische Formel Ford- und Formel 3-Meisterschaft jeweils im ersten Anlauf.
Wie viele seiner rennfahrenden Landsleute wagte da Matta dann den Schritt nach Europa. In der britischen Formel 3 sowie einer Formel 3000-Saison demonstrierte er zwar sein Talent – da ein Titel aber ausblieb, entschloss sich Christiano zum erneuten Sprung über den Atlantik. Mit Erfolg: Als Rookie siegte der Mann mit den charismatischen grünen Augen bei drei Läufen zur US-amerikanischen Indy Lights-Serie, die er im Jahr darauf überlegen gewann. Der Weg in die CART-Meisterschaft geebnet. Als Zweitem der Rookie-Wertung 1999 – nur geschlagen von einem Neuling namens Juan Pablo Montoya – gelang dem Brasilianer dort ein Jahr später sein Debütsieg, dem er 2001 drei weitere folgen ließ. Mit jeweils sieben Pole Positions und Laufsiegen dominierte er die Serie 2002: Bereits drei Rennen vor Saisonende stand da Matta als „da Meister“ fest.
Mit diesem Erfolg im Rücken nahm Christiano da Matta ein Angebot seines langjährigen Partners Toyota an: 2003 für das japanische Michelin-Team in der Formel 1. Dort ersetzt der 29-Jährige seinen Vorgänger Mika Salo nicht nur im Cockpit, sondern auch als Gitarrist der Fahrerlager-Band: Wie die Ex-Champions Damon Hill und Jacques Villeneuve spielt da Matta mit Vorliebe alte Blues- und Rock`n´Roll-Nummern.