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2002-12-20 00:31:11 - ks
RAID: Mitsubishi greift erneut nach der Krone

Masouka, Schulz, Peterhansel und Cottret treten mit zwei neuen Pajero an
Am Neujahrstag 2003 startet in der französischen Hafenstadt Marseille eines der größten Abenteuer der Neuzeit: die 25. Auflage der berühmten Rallye Dakar. Keine andere Marke hat den Wüsten-Klassiker im vergangenen Vierteljahrhundert so geprägt wie Mitsubishi. Bereits siebenmal siegten Pajero-Piloten. 2002 schrieb Mitsubishi bei der Zieleinkunft am Strand von Dakar erneut Geschichte: Die Plätze eins bis acht gingen allesamt an die Marke mit den drei Diamanten. Ein Rekord-Ergebnis. Jetzt greift Mitsubishi erneut nach der Krone bei der Königin der Marathon-Rallyes. Die Dakar 2003 führt über 8.602 Kilometer von der französischen Mittelmeerküste bis zum ägyptischen Badeort Sharm El Sheikh.

Insgesamt warten 17 Prüfungen auf die über 300 Starter in den Kategorien PKW, Motorrad und LKW. Mitsubishi trifft in der PKW-Kategorie auf die stärkste Konkurrenz seit Jahren. Neben Nissan mischt mit VW ein weiteres Werksteam mit. Auch das von Ford unterstützte Schlesser-Team gehört zur Elite in diesem faszinierenden Sport. Eine schwere Aufgabe wartet also auf die Mitsubishi-Crew – aber die Werksmannschaft ist gut gerüstet: Team-Neuzugang Massimo Biasion und Beifahrer Tiziano Siviero sowie Jean-Pierre Fontenay mit Co-Pilot Gilles Picard besetzen je einen bewährten Pajero T2. Vorjahressieger Hiroshi Masouka und sein Deutscher Navigator Andreas Schulz gehen dagegen ebenso wie Stéphane Peterhansel und Jean-Paul Cottret mit zwei neuen Pajero Evolution an den Start. Der Portugiese Carlos Sousa wird an der Seite von Henri Magne einen werksunterstützten L200 Pick up steuern.

Teamchef Dominique Serieys setzt bei der Jubiläums-Ausgabe der Dakar auf eine zweigleisige Strategie: „Die beiden neuen Mitsubishi Pajero Evolution, die schnellsten Autos, die wir je hatten, sollen vom Start weg auf Sieg fahren. Wenn wir auf unerwartete Probleme stoßen sollten, schlägt die Stunde der beiden bewährten Mitsubishi Pajero. Mit diesem Auto haben wir die beiden zurück liegenden Ausgaben der Dakar gewonnen. Ich bin mir sicher, dass dieses Auto noch immer siegfähig ist.“

Auch die ehemalige Motorrad-Pilotin Andrea Mayer vertraut bei ihrer ersten Dakar im Auto auf Mitsubishi. Ihr etwa 200 PS starker Pajero DI-D, der in der Diesel-Wertung antritt, wird vom Ralliart-Team eingesetzt. Mayer will bei ihrer Premiere im Auto vor allem eines: „Ich will ins Ziel kommen. Daher werde ich nicht von Beginn an volles Risiko fahren. Gerade bei der Dakar gilt: Weniger ist manchmal mehr. Bei der starken Konkurrenz wäre ein Platz unter den ersten Zehn der Dieselwertung schon eine tolle Leistung.“ Die 34-Jährige weiß, wovon sie spricht: Die Allgäuerin kann bei sechs Dakar-Einsätzen auf vier Siege in der Damenwertung der Zweirad-Kategorie verweisen.

Bei ihrem Debüt im Pajero wird die Mitsubishi-Pilotin erstmals von François Borsotto unterstützt. Der 38 Jahre alte Franzose ist seit Jahren erfolgreich im Marathon-Sport aktiv. Mayer weiß, was sie an ihrem neuen Beifahrer hat: „François ist ein hervorragender Navigator und Mechaniker. Er ist ein echter Glücksgriff.“ Und das nicht nur aus sportlicher Sicht. „Er ist ein ruhiger, ausgeglichener und umgänglicher Typ.“ Die Routenführung der Dakar 2003 kommt dem neu zusammengesetzten deutsch-französischem Team entgegen. „Zu Beginn haben wir genug Zeit, unserer Zusammenarbeit den nötigen Feinschliff zu verpassen. Besonders Tunesien ist durch meine vielen Reisen dorthin zu meinem zweiten Wohnzimmer geworden. Hier werden wir uns drei Tage lang ohne Schwierigkeiten aufeinander einspielen. Spätestens ab Libyen geht es dann richtig los“, so Mayer.

Je kniffliger das Gelände, desto wohler fühlen sich die allradangetriebenen Mitsubishi Pajero. Das gilt natürlich auch für den neuen Evolution. „Vor allem in schwierigen Streckenabschnitten können wir mit dem Evo nochmals deutlich schneller fahren“, berichtet Stéphane Peterhansel, der gleich beim Debüt des Autos die UAE Desert Challenge gewann. Andrea Mayer baut auf die bulligen 540 Nm Drehmoment des Mitsubishi-Dieselmotors: “Seine extrem kraftvolle und dennoch harmonische Leistungsentfaltung macht sich besonders beim Fahren im Sand angenehm bemerkbar. Außerdem müssen wir durch den geringeren Verbrauch weniger Treibstoff und damit Gewicht mit uns herumschleppen.“ Spätestens im Ziel in Sharm El Sheikh wird sich zeigen, welches der drei verschiedenen Pajero-Konzepte bei der Dakar 2003 am erfolgreichsten ist.


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