Skoda entscheidet sich frühzeitig für ein Engagement auch 2003
2002 war eine Saison der Neuerungen in der DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft): Die drei engagierten Automobilhersteller Citroën, Opel und Skoda und eine Vielzahl professionell arbeitender Privatiers sorgten nicht nur sportlich für eine tolle Saison. Auch die neben der Fahrermeisterschaft neu eingeführten Titel des Markenmeisters, des Junior-DM-Champions und des besten Privatiers gaben der höchsten deutschen Rallye-Liga viel neuen Schwung. Große Begeisterung und einen deutlichen Schub für die nationale Rallye-Szene erzeugte aber ebenso das neue Aushängeschild im deutschen Rallyesport: Bei der ADAC Rallye Deutschland konnten sich im August viele DRM-Teams auf der prestigeträchtigen Bühne eines Laufs zur Rallye-Weltmeisterschaft präsentieren.
Im Fight um den Titel des Deutschen Rallye-Meisters dominierte in diesem Jahr einmal mehr Matthias Kahle. Der Görlitzer ging mit seinem neuen Co-Piloten Peter Göbel für Skoda Deutschland an den Start. Im Octavia WRC waren sie bei fünf der sieben DRM-Läufe erfolgreich, zweimal begnügten sie sich mit dem zweiten Platz. “Auf dem Papier hatten wir natürlich gute Chancen,” so Nikolaus Reichert, Sportchef von Skoda Deutschland, “aber in diesem Sport weiß man ja nie. Hätten wir nur ein paar mal Probleme gehabt, wäre schnell ein anderer Meister geworden.” Doch Kahle fuhr souverän zu seinem vierten Titel und ist damit der erfolgreichste Fahrer der DRM. Mit dem dritten Titel in Folge gelang ihm zudem ein lupenreiner Hattrick.
Skoda entscheidet sich frühzeitig für ein Engagement auch 2003
Unmittelbar nach dem Titelgewinn bei der ADAC 3-Städte-Rallye im Oktober verkündete Skoda, dass man im kommenden Jahr zur Verteidigung desselben antreten werde. “Ich bin froh, dass die Entscheidung so früh gefallen ist und damit auch für andere Werke ein Zeichen gesetzt wurde”, freute sich Kahle über den Beschluss. “Das gibt Planungssicherheit, und zudem fühle mich in diesem Team rundum wohl.” Bei dieser positiven Stimmung war es denn auch kein Wunder, dass das Werksteam nicht nur für den Fahrertitel die meisten Punkte sammelte. Die Erfolge von Kahle / Göbel bildeten auch die Basis, um in der Endabrechnung die Markenwertung vor Citroën und Opel zu gewinnen.
Citroën und Opel sorgen für tolles Debüt-Jahr der Super-1600-Klasse
Was nicht heißen soll, dass nicht auch bei Citroën und Opel hochmotivierte Teams an den Start gingen. Beide Werksmannschaften traten im Kampf um den Titel in der Deutschen Junior-Rallye-Meisterschaft an, mit der im abgelaufenen Jahr erstmals die aus der Weltmeisterschaft bekannten Super-1600-Fahrzeuge auch auf nationaler Ebene zu sehen waren. Der erste Junior-Titel ging an Sven Haaf und Co Michael Kölbach im Citroën Saxo Super 1600. Sie dominierten das Teilnehmerfeld und konnten sich die Meisterschaft sogar schon vorzeitig sichern. “Es war eine tolle Saison, gekrönt mit dem Titel in der Junior-DM,” zeigte sich Haaf begeistert. “Dabei war die Konkurrenz mit Opel und VW ausgesprochen stark. Der dritte Rang in der Meisterschaft ist zudem mein bisher bestes DRM-Gesamtresultat.” Und auch auf die kommende Saison freut sich der Kfz-Meister bereits: “So wie es derzeit aussieht, scheint die Konkurrenz ja eher noch stärker zu werden.”
Opel: Kontinuierliche Weiterentwicklung
Die Junior-Vizemeisterschaft ging an Christoph Schleimer und Michael Wenzel im Opel Corsa Super 1600. Schleimer war erstmals in einem Werksteam unterwegs, und zog ein rundum positives Fazit: “Das war eine ganz neue Erfahrung und ein tolles Erlebnis, Teil eines so professionellen Teams zu sein.” Vor allem die Zusammenarbeit mit erfahrenen Spezialisten, egal ob auf der technischen Seite, aus Marketing oder Pressearbeit begeisterte den 29-Jährigen. “Wir haben viel getestet und dabei den Corsa weiterentwickelt. Für mich als Technikfreak war es faszinierend festzustellen, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten von Einstellungen so ein Gruppe-A-Fahrzeug bietet.”
Gassner schreibt in Gruppe N DRM-Geschichte
Der DRM-Vizetitel ging auch 2002 an einen Gruppe-N-Piloten. Die bayerischen Urgesteine Hermann Gaßner und Co-Pilot Siggi Schrankl holten nicht nur über gute Platzierungen im Gesamtklassement die notwendigen Punkte, sondern sammelten auch trotz eines Ausfalls beim Auftakt im Oberland durch die Siege in ihrer Division kräftig Zähler. Entsprechend hoch lag die Messlatte, die das süddeutsche Gespann im seriennahen Gruppe-N-Mitsubishi Lancer legte. Gassner schrieb mittlerweile sein eigenes Kapitel in der DRM-Geschichte: seit neun Jahren ist der Bayer nun jeweils unter den Top-Drei der DRM-Wertung. Die Entscheidung um den Vizetitel fiel dabei erst im finalen Schlagabtausch beim letzten Lauf der Saison. Im international besetzten Starterfeld und unter widrigsten Witterungsbedingungen platzierten sich Gassner / Schrankl als Fünfte und holten damit die entscheidenden Zähler, um die ausgefallenenen Citroën-Youngster Haaf / Kölbach auf den dritten Platz zu verdrängen.
Privatiers provitieren von eigenem Championat
In der erstmals ausgeschriebenen Privatfahrerwertung der DRM waren Peter Corazza mit Lebensgefährtin und Co-Pilotin Mandy Querengässer die erfolgreichste Paarung. “Wir waren begeistert, dass dieser Titel überhaupt ausgeschrieben wurde, das ist eine tolle Bühne, um als Privatier Leistungen zu zeigen”, strahlte der sächsische Fahrsicherheitsinstruktor über den Titel. Im Honda Civic Typ R, vorbereitet nach dem Reglement der seriennahen Gruppe N, fuhren sie sogar auf den fünften Gesamtrang der Meisterschaft. “Unser ganzes Team ist stolz auf diesen Titel, wir haben schließlich hart darum gekämpft”, so Corazza, “und bei den Sponsorverhandlungen für das kommende Jahr deutet sich schon an, dass uns der Sieg in der Privatfahrer-Wertung einige Türen leichter öffnet.”