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2002-12-03 21:55:18 - ks
F1: Nico Rosberg - der Jüngste im Formel-1-Rennwagen

Der Tag wurde für den 17 Jahre alten Nachwuchsfahrer Nico Rosberg zum unvergesslichen Erlebnis: Der Finne bestritt am Dienstagnachmittag bei idealen Bedingungen auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona seinen ersten Formel-1-Test. Nico Rosberg, geboren am 27. Juni 1985 in Wiesbaden, ist der Jüngste, der je an Formel-1-Testfahrten teilgenommen hat. 38 Runden à 4,73 Kilometer legte der Sohn des Ex-Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg im FW24 des BMW WilliamsF1 Teams zurück. Seine persönliche Bestzeit erzielte er in seiner 29. Runde mit 1.21,070 Minuten.

Nico Rosberg, der im Team einen sehr guten Eindruck hinterließ, sprudelte vor Begeisterung: "Es war sensationell, jetzt will ich nichts anderes mehr fahren. Ich möchte mich herzlich bei BMW und WilliamsF1 bedanken. Die ersten Runden waren wie ein Spiel auf der Playstation - alles ging so schnell, wirkte so unrealistisch. Mein Vater hatte mir geraten, mir nicht zu viel vorzunehmen und die Sache zu genießen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen." Keke Rosberg beobachtete das F1-Debüt seines Juniors mit Freunden vom Streckenrand aus.

Zur physischen Beanspruchung sagte der blonde Sunnyboy, der vor seiner Ausfahrt im FW24 mit dem fast 900 PS starken BMW Motor gerade einmal eine Saison im 140 PS starken Formel BMW auf dem Tacho hat: "Man kann jedes Nackentraining vergessen, die Kräfte, die in einem F1 wirken, sind zu enorm. Auch die Arme werden extrem belastet."

Rosberg hatte den Test zur Belohnung für seine Leistungen als Gewinner der Formel BMW ADAC Meisterschaft 2002 bekommen. Er hatte sich in 20 Läufen mit neun Siegen in einem Feld von 28 Fahrern aus neun Nationen durchgesetzt.

In Dirk Müller (DEU) hatte am Vormittag noch ein BMW Pilot getestet. Der routinierte Tourenwagen-Werksfahrer erhielt den Test als Anerkennung für seine Verdienste in der European Touring Car Championship (ETCC). Er drehte 45 Runden, die schnellste davon in 1.21,605 Minuten, und war ebenfalls euphorisch.

"Für mich ist ein riesengroßer Traum in Erfüllung gegangen", sagte der 27-Jährige dankbar. "Ich bin zutiefst beeindruckt von der unglaublichen Power des BMW Motors, diese Zugkraft ist absolut gigantisch. Das Potenzial der Formel-1-Bremsen habe ich bei weitem nicht ausgeschöpft, dadurch habe ich viel Zeit verloren. Und auch die Querbeschleunigung ist noch beeindruckender als ich erwartet hatte. Mein Nacken hat trotz zwei Wochen intensiven Trainings viel zu früh geschmerzt. Dennoch: Das war ein Sahnehäubchen auf meine Rennerfolge."


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