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2002-11-13 10:11:29 - ju
Rallye WM: Sechs Piloten können den Vize-Titel holen

Colin McRae kann bei seinem letzten Ford-Einsatz noch Vizemeister werden
Mit dem qualitativ bestbesetzten Starterfeld der Saison wirft die Network Q-Rallye of Great Britain ihre Schatten voraus. Alleine 37 (!) World Rally Cars haben genannt. Die Gebrauchtwagenabteilung der Vauxhall-Händler feiert ein kleines Jubiläum, ist sie doch im zehnten Jahr Partner und Namensgeber des Royal Automobil Clubs. In den walisischen Wäldern rund um Cardiff stehen insgesamt 17 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 391,89 Kilometern auf dem Programm.

Der als neuer Weltmeister feststehende Marcus Grönholm hatte bereits vor der Australien-Rallye angekündigt, dass er nicht in Formel 1-Manier seinen Teamkollegen kampflos gewinnen lassen will. „Gerade bei seinem Heimspiel wird Richard mächtig motiviert sein. Aber mein Ziel ist auch ein Sieg“, sagte der Finne. Richard Burns (Sieger der letzten drei Jahre) und auch Harri Rovanperä in den beiden weiteren Werks-Peugeot 206 WRC möchten das Jahr gerne mit dem ersten Saisonsieg abschließen. Größte Chancen, das Tempo der Löwen-Dompteure mitzugehen, werden Subaru und Ford eingeräumt. „Das Jahr begann mit einem Sieg, warum dann nicht auch mit einem Sieg enden“, fragte Subaru-Pilot Tommi Mäkinen. Doch nach seinem Monte Carlo-Sieg kam nicht mehr viel, sogar Teamkollege Petter Solberg war zumeist schneller. Und bei der RAC-Rallye hat der vierfache Ex-Weltmeister nur selten Fortuna auf seiner Seite gehabt. Abgesehen davon, kann Mäkinen nicht mehr Vize-Weltmeister werden. Dafür aber Burns, Colin McRae, Sainz, Panizzi, Rovanperä und Solberg!

Colin McRae und Carlos Sainz, die Ford-Speerspitzen, gehören ebenfalls zu den Mitfavoriten. Der in Großbritannien sehr beliebte McRae, immerhin dreifacher Gewinner der RAC, beendete in den vergangenen Jahren das Heimspiel jedoch zumeist mit einem Totalschaden. Bruder Alister muss weiter pausieren, da die Leberverletzung nach seinem Mountainbike-Unfall noch nicht vollständig verheilt ist. Der Schotte wird im Mitsubishi-Team durch Justin Dale, dem amtierenden britischen Super 1600-Meister, ersetzt. Mit einem Ersatz-Beifahrer wird Francois Delecour an den Start gehen, nachdem sich Daniel Grataloup in Australien einige Knochenbrüche zugezogen hatte. Dominique Savignoni war in der Vergangenheit zum Beispiel mit Patrick Bernadini unterwegs. Jani Paasonen komplettiert das rot-weiße-Trio. Mitsubishi reist wie auch Skoda (Eriksson, Gardemeister & Kresta) und Hyundai (Kankkunen, Loix & Schwarz) mit neun WM-Punkten auf dem Konto nach Wales. Ein spannender Kampf um Platz vier der Hersteller-Wertung ist somit vorprogrammiert.

Die RAC-Rallye ist auch der letzte Wertungslauf für die Piloten der Super 1600-Rallye WM. Hier kämpfen Andrea Dallavilla aus Italien und der Spanier Daniel Sola (beide Citroen Saxo) um den Titel. Während Niki Schelle mit seinem Suzuki Ignis zum wiederholten Mal in die Punkteränge fahren möchte, hofft Opel-Pilot Sven Haaf auf seine erste Zielankunft. Weitere Deutsche Fahrer, allerdings ohne Chancen auf vordere Platzierungen, sind Anthony Warmbold (Toyota Corolla), Armin Kremer (Ford Focus) und Andreas Feldmann (Mitsubishi Lancer).

Einige Prominente werden ebenfalls über die Startrampe in Cardiff rollen: Motorrrad-Weltmeister Valentino Rossi geht mit einem Peugeot 206 WRC an den Start. Ex-F1- und Champcar-Ass Mark Blundell und auch Fernsehjournalist Tony Jardine pilotieren jeweils einen MG ZR S1600. Zu den favorisierten Teams in der Gruppe N zählen Jeremy Easson, Gavin Cox, Stig Blomqvist und Oscar Svedlund (alle Mitsubishi Lancer).

Stand in der Weltmeisterschaft (Fahrer):
1. Grönholm 77 Punkte; 2. Burns 34 3. C.McRae 33; 4. Sainz 32; 5. Panizzi 31; 6. Rovanperä 30; 7. Solberg 27; 8. Mäkinen 19; 9. Loeb 18; 10. Märtin 14; 11. Bugalski 7; 12. Radström 4; 13. Gardemeister 3; 14. A.McRae, Thiry und Kankkunen je 2; 17. Eriksson, Puras und Loix je 1.

Stand in der Weltmeisterschaft (Marken):
1. Peugeot 163 Punkte; 2. Ford 94; 3. Subaru 54; 4. Mitsubishi, Hyundai und Skoda je 9


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