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Track Test: Subaru Impreza WRX STi

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Jörg Ufer testete den Subaru Impreza WRX STi auf dem GP-Kurs des Nürburgrings |
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| Unser Mitarbeiter Jörg Ufer hat den Subaru Impreza WRX STi einem ausgiebigen Test unterzogen. Aber nicht im herkömmlichen Sinne, sondern im harten Einsatz als „Medical-Car“ auf dem Nürburgring. Lesen Sie nachstehend nicht nur seine Eindrücke vom Fahrzeug, sondern auch seine Erlebnisse als Fahrer des leitenden Rennarztes.
Die Verantwortung war natürlich groß: Als Fahrer des Rennarztes kommt es auf Sekunden an. Der Spaß war aber mindestens genauso groß. Denn wann darf man ca. 100 Runden über den Nürburgring gratis fahren? Und dann auch noch in einem Subaru Impreza WRX STi? Für den einen wäre es ein Alptraum, für den anderen mehr ein Traum. Ich persönlich empfand es eher als normale Aufgabe, die einem kaum Zeit lässt, an die Verantwortung zu denken.
Mehrfach hatte ich schon in der Vergangenheit beim Motorradrennen des Motorsportclub (MSC) Radevormwald den Rennarzt durch die Gegend chauffiert. Als Clubmitglied hilft man gerne zwei Wochenenden im Jahr mit, und wenn man dann auch noch einen solchen Job bekommt, umso besser. Als Pressewart des Vereins war mir das sogar ganz recht, denn um Rennverlauf und Ausfälle sowie Stürze zu verfolgen, kann einem fast nichts Besseres passieren.
Hatte ich in der Vergangenheit einen alten Mercedes-Benz 190E oder den Subaru Impreza WRX meiner Frau benutzt, so fand der MSC zu Beginn des Jahres 2002 einen Partner für die offiziellen Fahrzeuge am Nürburgring. „Bei einem solchen Job kommt es auf Sekunden an, und da ist der Subaru Impreza WRX STi genau das richtige Auto“, begründete Günther Schminke, Geschäftsführer von ASS Automobile in Wermelskirchen, das Engagement. „Nur in diesen Extremsituationen trennt sich die Spreu vom Weizen.“
Nach der Übergabe des Fahrzeuges bei Subaru-ASS in Wermelskirchen konnte ich mich während der 120 Kilometer Anreise mit dem STi vertraut machen. Hauptunterschiede zum WRX meiner Frau: 65 PS mehr, Sechsgang-Getriebe, Differentialsperre auch vorne, etwas härter in der Abstimmung. Aber gemütlich. Ob bei 100 km/h auf dem Kölner Autobahnring oder bei 230 km/h Richtung Bonn. Der STi blieb jederzeit kontrollierbar. Leider regelte die Elektronik bei 265 km/h (laut Tacho) ab. 20 bis 25 km/h wären noch locker möglich gewesen, denn bis zur Abriegelung war der Schub recht durchgängig.
Der einzige Unterschied zum serienmäßigen STi war ein geänderter Auspuffkrümmer, denn gerade in unteren Drehzahlen ist der Zweiliter-Turbomotor nicht gerade spritzig. Neben wesentlich mehr Drehmoment konnte somit vor allem auch der Spritverbrauch gesenkt werden! Dennoch: Nach der Ankunft am Nürburging führte der erste Weg zur Tankstelle, denn so um 22 Liter schluckt der 280 PS-starke Motor. Womit wir beim Hauptunterschied zur 218 PS-Version wären: Hier kommt man mit 9 bis 13 Litern bestens aus.
Die Einsätze am nächsten Tag ließen dann auch nicht lange auf sich warten, denn die neu asphaltierten Auslaufzonen des Eifelkurses sind Gift für Motorradfahrer. Während der Aufprall eines stürzenden Motorradfahrers von Gras oder Kies leicht abgefedert wird, folgt der Landung auf Asphalt fast immer ein Knochenbruch. Abgesehen davon, daß die Schutzkombis der Piloten vielmehr durchgeschliffen werden.
Allgemeiner Tenor bei Fahrern wie Veranstalter: Nur weil einmal die Jahr die Formel1 mit 20 Autos gastiert, müssen hunderte von Motorradfahrern das ganze Jahr über leiden. Sicherlich wollte ich möglichst viele Runde mit dem STi drehen, weil es einfach Spaß macht, damit zu fahren. Aber so viele verletzte Piloten wollte ich nun wirklich nicht.
In den jeweiligen Startrunden konnte ich endlich mal das Limit des STi ertasten. Null auf hundert in fünf Sekunden ist nicht schlecht. Aber die großen Mopeds (500er oder Superbikes) schaffen es in der gleichen Zeit auf annähernd 200 km/h. Deshalb habe ich grundsätzlich einen „Frühstart“ hingelegt und bin schon bei rot losgefahren... Das kurz abgestufte Sechs-Gang-Getriebe macht Spaß, ist allerdings nichts für Schaltmuffel. Im Haug-Haken und in der Arena-Ausfahrt macht sich vor allem die Sperre in der Vorderachse bemerkbar.
Schön ist das akustische und optische Signal, welches mir den Schaltvorgang empfiehlt. Gerade unter Hektik sehr angenehm, wenn ich auf Vordermann und Hintermann achten muß und auch noch gleichzeitig selber ans Limit gehe. Wenn ich dann auch noch via Funk einen Auftrag erhalte, um so besser. Allerdings im normalen Straßenverkehr nicht nötig, da reicht der Blick auf den Drehzahlmesser. Auch wenn ich zumeist bei 6300 Umdrehungen geschaltet habe (7.200 wären möglich), war der Kraftstoffdurst nicht „schlecht“: 29 Liter auf 100 Kilometern. Dagegen waren die 22 von der Anreise noch richtig harmlos ...
Fazit: Subaru hat mit dem STi eine hervorragende Limousine gebaut, in der vier Erwachsene Menschen richtig Platz haben. Oder zwei Erwachsene und eine halbe Arztpraxis. Oder wie auch immer. 280 PS, Sechsgang, Allrad, Spoiler usw. machen richtig Spaß und verleiten einen dazu, die chronischen Linksfahrer mit ihren TDI´s, Sharans etc. von der Bahn zu blinken. Selbst vor den meisten Porsche muß man sich nicht fürchten.
Für einen Preis von ca. 36.000 Euro bekomme ich ein alltagstaugliches Ganzjahresauto mit Sportwagen-Genen. Aber jetzt kommt der Haken: für 4.000 Euro und durchschnittlich neun Liter/100 Kilometern weniger bekomme ich mit dem WRX ein Fahrzeug mit fast den gleichen Eckdaten wie den STi. Nur viel sparsamer. Wenn ich will, überholt mich auch damit keiner auf der Autobahn, denn wer fährt schon 240 km/h?
Wenn es wirklich auf Sekunden ankommt, ist der STi natürlich das Non-Plus-Ultra. Ein perfektes Auto, für den Spaß und für den Einsatz im Motorsport. Ich würde mich freuen, wenn ASS unserem MSC auch in 2003 wieder ein oder zwei Fahrzeuge zu Verfügung stellen könnte. Denn wie sagte Günther Schminke doch bei der Übergabe: „Bei einem solchen Job kommt es auf Sekunden an, und da ist der Subaru Impreza WRX STi genau das richtige Auto.“ Dem ist nichts hinzuzufügen! |  |