Zumtobel verteidigte mit zwei Klassensiegen seinen Titel
In einem packenden Finale auf dem Kleinen Kurs des Hockenheimrings verteidigte Dr. Armin Zumtobel (A / Mayrhofen) seinen Meistertitel in der GTM. Mit zwei souveränen Klassensiegen machte der 54jährige mit seinem Porsche 911 in der Meisterschaft für historische GT-Fahrzeuge bis Baujahr 1965 alles klar. In der 13jährigen GTM-Geschichte ist der Porsche-Fahrer der erste Meister, der seinen Titel verteidigen kann.
Schon im ersten Rennen büßten Marc und Heinz Koblitschek (Frechen / Bell) alle Chancen auf den GTM-Titel ein. Nach der Einführungsrunde des 20-Minuten-Rennen steuerte Marc Koblitschek (Frechen) in seinem Lotus Elan die Box an. „Während der Einführungsrunde bemerkte ich ein Problem an der Vorderachse“, schilderte der Junior das Malheur. Das Komotec-Team konnte den Schaden zwar beheben. Doch nahm Marc Koblitschek das Rennen erst mit Rundenrückstand wieder auf. Auch Favorit Ralf Oehme (Düsseldorf) erlebte im Porsche 911 mit dem Ausfall im zweiten Rennen das schlechteste GTM-Wochenende der Saison.
Schneller als Walter Röhrl im Regen
Schon im Training hatte der alte und neue Meister gut lachen. Denn im strömenden Regen starteten die Fahrer in ihren historischen GT-Fahrzeuge bis Baujahr 1965 zum Qualifying. Armin Zumtobel kam wie schon so oft in diesem Jahr mit der nassen Strecke am besten zurecht und distanzierte den Zweitschnellsten Claus Damgaard (DK / Tranbjerg) im Lotus Elan um 1,3 Sekunden. Zumtobel hatte in beiden Rennläufen bei abtrockender Strecke mit dem schwereren 911 keine Chance gegen den leichten Lotus Elan mit Kunststoffkarosserie.
Die Vorliebe des Dr. Armin Zumtobel für rutschige Streckenverhältnisse stammen aus seinen Anfangsjahren. Da bestritt der Tiroler Eisrennen in einem Steyr-Puch. „Danach habe ich über viele Jahre keine Rennen mehr bestritten“, erzählt der Arzt aus Mayrhofen am Hintertuxer Gletscher. 1998 kehrte er ins Cockpit zurück. Im letzten Jahr gewann er in seinem Porsche 911 die GTM. Sein ganz persönliches Erfolgserlebnis verbuchte Zumtobel vor wenigen Wochen auf der Nordschleife. „Da war ich mit dem 911 im Regen schneller als Walter Röhrl im Porsche 904 GTS“, erwähnt der bescheidene Österreicher mit zurückhaltendem Stolz. Seine Vorliebe ist keine Überraschung: „Ich mag Autos, die quergehen“. Doch die Drifts des Docs sind nicht nur spektakulär. Er ist damit auch schnell.
Danish Dynamite
Mann des GTM-Finales war aber Claus Damgaard. Der Däne erzielte im verregneten Training die zweitschnellste Zeit und liess in beiden Rennläufen nichts anbrennen. Im 40-Minuten-Rennen jagte er sogar einsam vor dem Feld her. „Nach dem Dreher von Heiner Schulte im TVR Griffith entstand eine Lücke zwischen mir und dem Rest des Feldes“, so der erfolgreiche Lotus Elan-Fahrer.
Zudem profitierte Damgaard vom heftigen Fight um den zweiten Platz zwischen Hans-Jürgen Malsbenden (Kaltenengers) im Chevrolet Corvette Roadster (1963) sowie den Elan-Piloten Veit Avemarg (Krefeld) und Jürg Schwendimann (CH / Herrliberg).
An das Trio fand auch noch Hendrik Lindberg (DK / Risskov) im Lotus Elan Anschluss. Der Däne war in der ersten Runde zurückgefallen und startete vom Ende des Feldes eine engagierte Aufholjagd. Auch mit Schwendimann, Malsbenden und Avemarg machte Lindberg kurzen Prozess und schaffte als Gesamtzweiter sogar noch den Sprung auf Podium. Dort machte Veit Avemarg als Dritter die Demonstration des Lotus Elan komplett.
Zwei Klassensiege für Austin Healey Sprite
Mit dem vierten Gesamtplatz gewann Hans-Jürgen Malsbenden im Chevrolet Corvette die Klasse über 2500 ccm Hubraum vor Rene Weidig (LUX) im Corvette Coupé (1965) und Gerd Niemeyer (Wuppertal) im Jaguar E-Type Coupé 4,2 (1965). In der Klasse bis 1,3 Liter Hubraum sicherten sich Roberto Cocciarelli (Rothenburg) im Austin Healey Sebring Sprite und Emmit Rodriguez (St. Leon) im offenen Austin Healey Sprite. Elio Coccarelli zählte zu den großen Pechvögeln des GTM-Finales. Im Training markierte er mit dem Mini Marcos GT die viertschnellste Zeit im Gesamtklassement. Doch ging die Batterie schon in der ersten Rennrunde in die Knie. Zum zweiten Rennen wollte der Mini Marcos GT nicht mehr anspringen. „Das wäre genau das richtige Wetter für das Auto gewesen“, ärgerte sich Cocciarelli.
Zu den glücklichen Finalisten gehörte dagegen neben dem neuen und alten Meister Dr. Armin Zumtobel auch Claus Damgaard. 900 Kilometer Anfahrt nahm der dänische Lotus Elan-Fahrer auf sich, um das Finale in Hockenheim zu bestreiten. „Aber das lohnt sich, weil die GTM sehr gut organisiert ist.“, lobt der Däne. „Es gibt immer einen Ansprechpartner, der sich um uns kümmert. Es wäre schön, wenn auch die Historische FIA-Meisterschaft diesen Standard bieten würde“.