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2002-10-20 22:58:47 - ks
ETCC: Jörg Müller nach Sieg Vizemeister

Jörg Müller gewann den letzten Lauf der Tourenwagen EM
In zwei beherzten Rennen beim Finale der FIA Tourenwagen-Europameisterschaft in Portugal erkämpfte sich der deutsche BMW-Pilot Jörg Müller mit Platz vier im ersten Durchgang und einem Sieg im Abschlusslauf die Vizemeisterschaft.

Das erste Aufeinandertreffen war geprägt durch einen rundenlangen Dreikampf zwischen dem bereits als Titelträger feststehenden Alfa Romeo-Piloten Fabrizio Giovanardi, Jörg Müller und dem Schweden Rickard Rydell im Volvo. Stoßstange an Stoßstange drängelte sich das Trio über die 4,183 Kilometer lange Strecke. Zwar war Giovanardi eindeutig der langsamste Fahrer der drei Rivalen, aber er verteidigte seine Führung clever. Die Verfolger bissen sich an dem Italiener die Zähne aus. Giovanardi siegte vor Müller und Rydell. Doch die Rennkommissare warfen das Ergebnis um. Sie deuteten eine Rangelei zu Beginn des Rennes zwischen Jörg Müller und dem ebenfalls um den Vizetitel kämpfenden Nicola Larini als „Foulspiel“ von Müller und belegten den ehemaligen Formel 1-Testfahrer mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe, die ihn auf den vierten Platz zurückwarf. Der 33-Jährige ärgerte sich: „Ich hatte nicht die Absicht, Nicola zu treffen. Alle sind plötzlich nach rechts gezogen, dabei habe ich ihn berührt. Es hätte aber auch genauso gut mich erwischen können und ich wäre draußen gewesen.“

Müllers einziger Trost: Die Zurückstufung im ersten Rennen ließ ihn in der Startaufstellung für den zweiten Lauf, bei dem die ersten Sechs in umgekehrter Reihenfolge ins Rennen gehen, weiter nach vorne rücken, auf die dritte Position. Und Müller nutzte das eiskalt aus. Mit einem Blitzstart übernahm er die Führung. Zwar jagte Giovanardi ihm die Spitzenposition kurz ab, als dessen Alfa jedoch mit Getriebeproblemen langsamer wurde, spurtete Müller erneut auf Platz eins und fuhr ungefährdet seinen vierten Saisonsieg ein. Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit Tom Coronel und Frederik Ekblom zwei weitere BMW-Fahrer. Damit war die Entscheidung im Kampf um die Vizemeisterschaft gefallen. Larini, der nach dem Zusammenprall mit Müller im ersten Rennen aufgeben musste, startete mit seinem zusammengeflickten Alfa Romeo aus der Boxengasse und fuhr nach einer begeisternden Aufholjagd auf den sechsten Platz. Um Müller noch vom zweiten Tabellenplatz zu verdrängen, hätte der Italiener aber gewinnen müssen.


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