Anders als mit diesem dramatischen Finale hätte die spannende Saison 2002 und damit die gesamte Spielzeit des Ford Puma Cup nicht enden können: Mit einem sechsten Platz beim abschließenden achten Lauf des Jahres gewann Dirk Werner (Kissenbrück) im Auto des Teams von Ford-Händler Henry Panhuis (Meerbusch) den Ford Puma Cup 2002. Der 21-jährige angehende Student hatte bereits vorzeitig die Juniorwertung des Ford-Markenpokals gewonnen, der im kommenden Jahr vom Ford Fiesta ST Cup abgelöst wird. Souveräner Sieger des Finalrennens im Motopark Oschersleben war Philipp Stange (Kleinostheim), der sich damit die Vizemeisterschaft sicherte. Platz zwei ging an Markus Eichele (Untergröningen) vor Titelverteidiger Harald Hennes (Aachen), der sich mit diesem dritten Platz auch Rang drei der Gesamtwertung sicherte.
Dirk Werner war mit einem allem Anschein nach komfortablen Vorsprung von 16 Punkten in die Magdeburger Börde angereist und stellte seinen Ford Puma im Qualifying auch standesgemäß auf den zweiten Startplatz. Doch im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht sorgte das Team Panhuis selbst für unerwartete Dramatik im Rennen um den Titel. Aufgrund einer Entscheidung der Sportkommissare wurde Werner ans Ende des Felds verbannt und musste sein Heil in einer fulminanten Aufholjagd suchen. Vorne hingegen stiegen die Chancen des klar führenden Philipp Stange auf den eigentlich überraschenden Titelgewinn. Doch nach der elften Runde hatte Werner den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde eingeheimst, war auf Platz elf vorgefahren und damit klar auf Meisterschaftskurs. „Ich musste für meinen Titel hier wirklich noch einmal hart arbeiten“, meinte der Champion nach der Siegerehrung, „aber die Cup-Kollegen haben sich beim Überholen alle sehr fair verhalten.“
Nervös sei er am Start nicht gewesen, und gut geschlafen habe er sowieso, berichtete Werner, der mit seiner Seelenruhe selbst Vater Helmut Werner noch ab und an überrascht: „Wenn ich von Platz zwei aus ins Rennen gegangen wäre, dann wäre ich sicher nervöser gewesen“, bekannte er: „Ich war vor allem enttäuscht, dass uns die Früchte unserer harten Arbeit während der gesamten Saison zu entgleiten drohten.“ Aber Ende gut, alles gut: Nach Thomas Marschall, Oliver Eichele und Harald Hennes trägt sich Dirk Werner als vierter Puma-Cup-Titelträger in die Markenpokal-Historie von Ford ein. Und auch Philipp Stange war mit diesem Ende alles andere als unzufrieden: „Mehr als gewinnen konnte ich ja hier nicht. Normalerweise hätte Dirk den Titel mit verbundenen Händen nach Hause gefahren. Und hätte mir vor der Trainingsdisqualifikation von Dirk jemand das heutige Ergebnis prophezeit, hätte ich gesagt: Ist doch ein tolles Finale! Also warum sollte ich enttäuscht sein, zumal mein Teamkollege Harald Hennes noch Gesamtdritter geworden ist. Wir haben unsere Punkte leider zu Saisonbeginn liegen gelassen. Und: Dirk Werner hat es ja auch verdient!“