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2002-10-09 18:37:11 - ks
Rallye WM: Valentino Rossi startet in England

Motorrad-Superstar Rossi auf Abwegen
Auf zwei Rädern hat er gewonnen, was es zu gewinnen gab, jetzt versucht er sich auf rutschigem Parkett: Valentino Rossi (23), vierfacher Motorrad-Weltmeister, geht mit einem von Michelin und Total unterstützten Peugeot 206 WRC bei der Rallye England an den Start. Der charismatische Italiener – der bereits beim Race of Champions mehrfach sein automobilistisches Talent unter Beweis stellen konnte – vertraut dabei auf ein World Rally Car des HF Grifone Teams. An seiner Seite navigiert mit dem 41-jährigen Carlo Cassina ein absoluter Könner seines Fachs: Der Italiener assistierte zuvor dem zweifachen Weltmeister Miki Biasion sowie Piero Liatti.

Spannender Ausklang einer MotoGP-Saison, die er dominieren konnte: Valentino Rossi, 23-jähriger Superstar am Motorrad-Himmel, erfüllt sich einen lang gehegten Traum und startet mit einem von Michelin und Total unterstützten Peugeot 206 WRC des HF Grifone-Teams beim Finale der Rallye-Weltmeisterschaft in England. „Ich kann es kaum erwarten, mich hinter das Lenkrad des Peugeot 206 WRC setzen und erstmals bei einem WM-Lauf an den Start gehen zu dürfen“, freut sich Rossi auf die ungewöhnliche Abwechslung. „Ich werde mich ernsthaft darauf vorbereiten, denn ich weiß, wie schwierig besonders die Rallye England ist. Ich will so viele Erfahrungen sammeln wie möglich und hoffe, dass ich ins Ziel kommen werde.“

Dass er auch auf vier Rädern etablierten Größen nachhaltig Probleme bereiten kann, dies bewies der furchtlose Youngster bereits zweimal beim Race of Champions: Beim alljährlichen Show-down der Rallye-Weltmeister kämpfte sich das Zweirad-Ass jeweils bis ins Halbfinale vor und musste sich dort – zumeist nur knapp – so renommierten Fahrern wie dem Mitsubishi-Piloten Alistair McRae oder auch Peugeot-Asphalt-Gott Gilles Panizzi geschlagen geben, der allein in der aktuellen Saison nicht weniger als drei WM-Rallyes zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Bereits mehrfach hatte Rossi angedeutet, dass er sich durchaus ein reguläres Engagement in der Rallye-Weltmeisterschaft als Karriereschritt vorstellen könnte.

Im Sattel eines Motorrads hat sich Rossi trotz seines noch fast jugendlichen Alters bereits als eines der größten Talente aller Zeiten verewigt. 1997 gewann er in der 125er-Klasse mit elf Saisonsiegen seinen ersten WM-Titel. 1999 folgte als 250er-Pilot die zweite Weltmeisterschaft, dieses Mal sicherte er sich neun der 16 Saisonläufe. 2001, erneut im zweiten Jahr nach seinem Aufstieg in eine höhere Hubraum-Klasse, ließ sich Rossi als elffacher Saisonsieger erneut als Weltmeister feiern – dieses Mal am Lenkrad Nastro Azzurro Honda. Und 2002, im Geburtsjahr der MotoGP-Kategorie, setzte der Mann aus Urbino in Italien seinen Siegeszug fort: Bereits in Brasilien, dem elften von 16 WM-Läufen, machte er alles klar und feierte gemeinsam mit seinem Reifenpartner Michelin seinen vierten WM-Titel. Für die Spezialisten aus Clermont-Ferrand war es der neunte Motorrad-WM-Titel in Folge und der 22. in der 500-ccm-/MotoGP-Kategorie seit 1976.


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