FIA GT: Hezemans/Kumpen siegen, Titelentscheidung erst im Finale
Mike Hezemans und Anthony Kumpens sicherten sich ihren ersten Saisonsieg
In einem turbulenten Rennen der FIA GT-Meisterschaft in Donington sicherte sich das Chrysler Viper-Team Mike Hezemans und Anthony Kumpens seinen ersten Saisonsieg. Mit Glück rettete Hezemans seine angeschlagene „Giftschlange“ über die Ziellinie. „Wir hatten gegen Ende massive Getriebeprobleme“, berichtete der Niederländer nach dem 3-Stunden-Rennen. Dennoch ließen sie die zweitplatzierte Ferrari-Crew mit Enzo Calderari, Lilian Bryner und Jean-Marc Gounon 39,330 Sekunden hinter sich. Dritte wurden Ni Amorim und Fabio Babini in einer weiteren Viper.
Neuer alleiniger Tabellenführer ist David Terrien. Dabei war der Franzose mit Handicap ins Rennen gestartet: Er und sein bisheriger Cockpit-Partner Christophe Bouchut gingen in Donington getrennte Wege. Während Terrien mit seinem neuen Co Carl Rosenblad eine ältere Viper des Teams Larbre Compition mit konventioneller H-Schaltung zugeteilt wurde, freute sich Bouchout mit Vincent Vosse über das neuere Auto des Teams. Aber der „Oldtimer“ erwies sich als der rüstigere Renner. Während Bouchot/Vosse mit Getriebeschaden nach der halben Renndistanz aufgeben mussten, sicherte sich Terrien mit Platz fünf die Tabellenführung. Er liegt mit 48 Punkten zwei Zähler vor Bouchot. „Es ist natürlich Glück, dass weder Bouchout noch Springer und Campbell-Walter gepunktet haben“, gibt Terrien zu.
Der Deutsche Nicolaus Springer musste mit ansehen, wie sein Partner Jamie Campbell-Walter in eine Kollision mit dem Ferrari-Piloten Andrea Piccini verwickelt wurde. Die anschließende Reparatur fesselte den Lister Storm-Sportwagen 20 Runden an die Box. Mehr als Platz 19 war danach für die deutsch-britische Kombination nicht mehr drin. Den Titelkampf geben die beiden Gesamtdritten trotz 5,5 Punkten Rückstand auf Terrien nicht auf. „Beim Finale in Estoril heißt es jetzt hopp oder topp“, weiß Campbell-Walter. Zehn Punkte würde ein Sieg in Portugal bringen. Unfall-Gegner Piccini und sein Partner Jean-Denis Deletraz haben sich dagegen aus dem Titelrennen verabschiedet. Die Sieger des Rennens in Oschersleben mussten ihren Ferrari 550M nach 45 Runden mit einem Motorschaden abstellen. „Damit ist unser Traum von der Meisterschaft endgültig ausgeträumt“, räumte Deletraz ein.
In der N-GT-Klasse für seriennahe Straßensportwagen ist die Entscheidung in der Meisterschaft bereits gefallen: Mit seinem sechsten Saisonsieg führt Porsche-Pilot Stéphane Ortelli die Gesamtwertung uneinholbar an. „Wir waren heute eigentlich nicht die Schnellsten. Aber zusammen mit Romain Dumas habe ich alles gegeben, um zu gewinnen. Und es hat geklappt. Ich bin überglücklich“, jubelte der Monegasse über seinen Titel. Der Österreicher Horst Felbermayr Jr. wurde in Donington Zweiter der N-GT-Klasse. Er teilte sich sein Porsche-Cockpit mit dem Spanier Antonio Garcia. Ferrari-Pilot Christian Pescatori fuhr mit Andrea Bertolini auf Platz drei und hat sich so im Kampf um die N-GT-Vizemeisterschaft etwas Luft verschafft.