Zwei vierte Plätze reichten Giovanardi zum Titelgewinn
Obwohl BMW mit Dirk Müller und Namensvetter Jörg Müller beide Rennen der Tourenwagen-Europameisterschaft in Donington gewann, sicherte sich Fabrizio Giovanardi mit zwei vierten Plätzen vorzeitig den Titel. Mit jetzt 112 Punkten führt der Italiener die Tabelle in Europas ranghöchster Tourenwagenklasse vor dem Finalwochenende im portugiesischen Estoril uneinholbar an.
Dirk Müller ging von der Pole Position in das erste Rennen auf der britischen Insel. Bereits in der ersten Kurve kam es zu einer Rangelei mit dem neben ihm gestarteten Roberto Colciago. Dabei zog der Italiener den Kürzeren, drehte sich und kollidierte mit seinem Alfa Romeo-Markenkollegen Nicola Larini. Beide mussten aufgeben. Müller fuhr dagegen unbehelligt einen Start-Ziel-Sieg ein. Der 26 Jahre alte Wahl-Monegasse trug sich bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in die Sieger-Liste ein. Volvo-Pilot Rickard Rydell schlüpfte bei einem Zweikampf zwischen dem mit 30 Kilo Zusatzgewicht fahrenden Giovanardi und Gabriele Tarquini an den beiden Kontrahenten vorbei auf den zweiten Platz. Gaststarter Tarquini wurde Dritter und erkämpfte den einzigen Podiumsplatz des Wochenendes für Alfa Romeo.
Denn Rennen zwei war fest in den Händen von BMW: Jörg Müller, der als Zweiter gestartet war, fuhr ungefährdet seinen dritten Saisonsieg ein, nachdem Polesitter Duncan Huisman wegen eines Verbremsers in der ersten Runde einen Umweg übers Gras fahren musste und zurückfiel. Dirk Müller kämpfte sich zwar vom sechsten Startplatz auf den zweiten Rang nach vorne. Dort wurde er aber rüde von Tarquini attackiert, drehte sich und beendete das Rennen schließlich als Fünfter. Tarquini kassierte für seine harte Gangart eine 25-Sekunden-Zeitstrafe und rutschte vom dritten auf den siebten Platz ab. Nutznießer des Duells war Huisman, der plötzlich wieder Zweiter war. Dritter BMW-Pilot auf dem Podium wurde Jordi Gené. Der Spanier musste sich sein bestes Saisonresultat gegen einen drängelnden Giovanardi redlich verdienen.
Jörg Müller freute sich über seinen Erfolg im zweiten Rennen: „Ich habe mich in der Gesamtwertung bis auf fünf Punkte an Nicola Larini herangearbeitet und kämpfe nun um die Vizemeisterschaft.“ Larini war nach seinem Unfall im ersten Rennen im zweiten Durchgang nicht gestartet und hat nach wie vor 85 Punkte. Hinter Jörg Müller kann sich Dirk Müller mit 70 Zählern ebenfalls noch Hoffnungen auf den begehrten zweiten Tabellenplatz machen. 20 Punkte werden in den beiden Läufen beim Saisonabschluss in Estoril maximal an einen Fahrer verteilt. Am 20. Oktober wird es also noch einmal spannend.