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2002-10-03 20:22:57 - ks
VLN: Nur zwei haben noch Chancen auf den Titel

(c) SP Motorsport Media
Mario Merten braucht zwei Top-Ergebnisse zum Titelgewinn
Fällt die Entscheidung im Titelkampf der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2002 bereits im vorletzten Rennen? Antwort auf diese Frage gibt es am Samstag, 12. Oktober, beim DMV-250-Meilen-Rennen des AC Monheim. Im neunten der insgesamt zehn Läufe zu Europas beliebtester Breitensport-Rennserie kann der Meister der 26. Auflage der von der Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring (VLN) organisierten Serie gekürt werden. Spannende dreieinhalb Stunden auf der 24,433 Kilometer langen Strecke aus Nürburgring-Nordschleife und der Sprint-Variante des GP-Kurses stehen den Fans bevor. Denn nicht nur die mögliche Meisterschaftsentscheidung macht den Reiz des Rennens aus. Die Kämpfe um Klassen- und Wertungsgruppensiege und natürlich um den Tagesgesamtsieg sind nicht minder interessant. Kurz vor Nennungsschluss waren beim AC Monheim bereits 163 Nennungen eingegangen. Das entspricht fast genau dem Durchschnitt der bei den bisherigen acht Läufen gestarteten Fahrzeuge. Eine bessere Teilnehmerbilanz kann keine andere Rennserie vorweisen.

Da waren es nur noch zwei, war nach dem achten Lauf festzustellen. Das bezog sich nicht nur auf die noch zu fahrenden zwei Rennen – der letzte Lauf wird am 26. Oktober gefahren – sondern auf die aktuelle Situation im Kampf um die Nachfolge von Klaus-Peter Thaler (Gevelsberg) und Heinz Remmen (Finnentrop), die 2001 den Titel auf einem Opel Astra von Kissling-Motorsport gewannen.

Das Meister-Auto 2002 wird ein BMW sein. Der Titel wird entweder im Doppelpack vergeben, an zwei Fahrer, die während der gesamten Saison gemeinsam gefahren sind und gemeinsam bis jetzt acht Klassensiege errungen haben, oder er geht an einen einzelnen Fahrer, der nicht immer denselben Partner hatte, beziehungsweise ein Rennen ohne Partner gefahren ist.

Acht gemeinsame Siege in der Klasse SP6 (Specials bis 4000 ccm Hubraum) haben Michael Bäder (Ofterdingen) und Tobias Hagenmeyer (Schwieberdingen) mit ihrem BMW M3 gesammelt. Das hat sie an die Tabellenspitze gebracht. 75,48 Punkte zeigt ihr Konto an. Besser werden für die Gesamtabrechnung können sie nur noch, wenn sie in den beiden letzten Läufen nicht nur weitere Klassensiege herausfahren, sondern auch viele Gegner in er Klasse haben. Denn nur die acht besten Ergebnisse werden in die Schlussrechnung einbezogen.

Bäder und Hagenmeyer hätten schon nach dem achten Lauf den Sieger-Champagner, als Schwaben hätten sie sich wohl auch mit Sekt begnügt, trinken können, wenn man die Fahrer auf den derzeitigen Tabellenplätze drei bis fünf als ernsthafteste Mitbewerber ansieht. Doch weder die Mülheim-Kärlicher Harald Thönnes und Dennis Rönz auf VW Polo noch Ludger Henrich (Schmitten) und Jürgen Schulten (Hamminkeln) auf Opel Astra OPC (Pink Power Racing) auf Platz fünf kommen für den Titel in Frage. In ihren Klassen waren durchweg zu wenig Teilnehmer am Start, um Höchstpunktzahl zu erreichen.

So wird der einzige Fahrer, der Bäder/Hagenmeyer, noch am Titelgewinn hindern kann, auf Rang sieben geführt. Er heißt Mario Merten, wohnt in Nürburg, ist 28 Jahre alt und fährt einen BMW 318iS des Münsteraner Teams Bonk Motorsport. Der Hauptfeldwebel bei den Heeresfliegern in Mendig hat in der laufenden Saison sechs Klassensiege, einen zweiten Platz und einen Totalausfall verbucht. Mit diesem Ergebnis ist er bereits vor Bäder/Hagenmeyer, wenn man deren schlechtestes Resultat streicht. Merten führt in einer mit durchschnittlich 16 Autos stärker besetzten Klasse als Bäder/Hagenmeyer. Wenn der Eifelaner die DMV-250-Meilen als Klassensieger beendet, kann er sich feiern lassen. Es sei denn, die Klasse von Bäder/Hagenmeyer ist noch erheblich stärker besetzt, doch davon ist unter realistischer Sicht der Dinge keinesfalls auszugehen. Hauptfeldwebel Merten zur Lage: „Ich sehe das sehr gelassen. Wenn es bei den 250-Meilen noch nicht klappt, habe ich ja immer noch einen Schuss bei letzten Lauf vierzehn Tage später. Der muss dann allerdings voll in die Zwölf gehen.“ Sollte Merten Meister werden, ist er alleiniger Titelträger, da er im Saisonverlauf mit zwei verschiedenen Partnern gefahren ist.

Artur Deutgen war nach dem achten Rennen der gefeierte Held. Auf dem BMW M3 von Dolate-Motorsport hatte er zum zweiten Mal in Alleinfahrt einen Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft gewonnen. Das macht Lust auf mehr. Aber die Konkurrenz bei den 250 Meilen des AC Monheim ist groß, größer als beim letzten Rennen. Denn mit Jürgen Alzen/Arno Klasen (Kausen/Karlshausen) und Olaf Manthey/Wilhelm Kern sind zwei Porsche Top-Teams zurück, die beim ADAC-Barbarossapreis in dieser Konstellation nicht antraten. Sie werden jetzt wieder ein ernstes Wort mitreden. Das gibt dem vorletzten Lauf der für viele Fans „schönsten Rennserie der Welt“ weitere Spannung wie der Turbo einem Motor.


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