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2002-09-30 02:44:58 - ju
VLN: Die fantastische Serie von Bäder/Hagenmeyer

(c) SP Motorsport Media
Für Bäder / Hagenmeyer ist der Titel 2002 zum Greifen nahe
Zweiter Gesamtsieg innerhalb von drei Rennen: Artur Deutgen war der überlegene Pilot des achten Rennens zur BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft. Nach 23 Runden hatte der Solist am Steuer des Dolate-BMW M3 E30 2,8 knapp zwei Minuten Vorsprung auf Michael Bäder und Tobias Hagenmeyer im Getrag-BMW M3 E36. Die Vorentscheidung bei der Vergabe des Gesamtsieges fiel in der fünften Runde, als Bäder und Nicolas Leutwiler im Porsche 996 GT3-R im Streckenabschnitt Eschbach kollidierten.

Leutwiler, Bäder und Deutgen konnten sich nach dem Start schnell vom übrigen Feld absetzen, wobei Deutgen sich selbst 150 Meter Sicherheitsabstand verordnete. „Ich wollte erstmal abwarten, was die beiden da vorne so treiben“, sollte Deutgen nach dem Rennen sagen. Leutwiler konnte sich mit dem ehemaligen Werks-Porsche auf den geraden Stücken etwas absetzen, während in den kurvenreichen Abschnitten Bäder immer wieder versuchte, zu überholen. Beim Einlenken der Eschbach-Linkskurve ließ Leutwiler in der fünften Runde die Tür weit auf und Bäder stach hinein. Der BMW hatte bereits die Nase vorn, ehe Leutwiler versuchte gegenzuhalten. Bei der anschließenden Kollision kreiselten beide von der Bahn. Mit verbogenem rechten Kotflügel und rund zwei Minuten Zeitverlust nahm Bäder das Rennen wieder auf, während der Raffay-Porsche nur noch in langsamer Fahrt zu den Boxen zurückkehrte und aufgab.

Diese zwei Minuten sollten rennentscheidend sein: Bis ins Ziel variierte der Abstand zwischen den beiden BMW nur noch minimal. Deutgen kontrollierte das Geschehen („Ich habe bei 8.500 statt bei 9.000 geschaltet“) und Hagenmeyer („Der achte Klassensieg der Saison war mir wichtiger“) ließ es ebenfalls ruhiger angehen. Neben dem zweiten Gesamtsieg freute sich Deutgen auch mächtig über den vierten Sieg in der Gruppe H. Bäder/Hagenmeyer verbuchten den zweiten Gruppensieg der Saison bei den Specials. Kurios: Alle acht Saisonrennen beendeten die Schwaben in der gleichen Runde wie der Gesamtsieger und umrundeten den Kurs 199 Mal. Aber nicht einmal hatten sie die Nase vorn, dafür wurden sie fünfmal Gesamt-Zweite …

Kleiner Trost für das Getrag-Duo: Mit weiterhin blütenweißer Weste, acht Klassensiege in acht Rennen, führen Bäder und Hagenmeyer weiterhin die Tabelle an. Und die härtesten Vefolger, Brückner/Brings im Mercedes und Mario Merten im BMW 318iS, wurden in ihren Klassen nur zweite.

Vater und Sohn Andreas und Ralf Schall eroberten im Mercedes 190E mit einer Sekunde Vorsprung den letzten Podiumsplatz. Die Gesamt-Vierten Wilhelm-Dieter Kern und Wolfgang Destree hatten keine Chance mehr auf den Gesamtsieg nach einem Reifenschaden hinten links. Eine Stop-and-Go-Strafe kostete weiteren Boden. Die neuformierte Mannschaft Peter Becker/Dirk Schoysman wurde in einem Porsche 996 Gesamt-Fünfte.

Den sechsten Gruppensieg bei den VLN-Serienwagen feierten Frank Lorenzo und Harald Jacksties im BMW M3 E36. Richtig spannend war das Duell in der Klasse bis 2600 ccm, wo sich Alex Böhm/Dean Hawkey im Dolate-BMW M3 und Rainer Brückner/Peter Brings im Alpine-Mercedes 190E ein großartiges Rennen lieferten. Im Ziel hatte das BMW-Duo mit 0,318 Sekunden hauchdünn die Nase vorn. Ähnlich spannend auch das Duell in der Klasse bis 1850 ccm: Bei einer Kollision in der Startrunde wurde die Frontpartie des BMW 318iS von Frank Möller/Alexander Schula stark beschädigt und der Sieg schien verloren. Mario Merten/Michael Kok lagen zunächst vorne, doch eine Stop-and-Go-Strafe kostete wertvolle Zeit. Ivano Giuliano/Ullrich Packeisen sahen nun wie der sichere Sieger aus, doch technische Probleme in der Schlussphase sorgten für gebremste Fahrt. Möller/Schula siegten somit vor Merten/Kok und Giuliani/Packeisen.

Das BMW-Duo Jakko Rytsölä und Jukka Ylitalo beendeten in der Gruppe N die Siegesserie der Honda Civic. Für Ylitalo war es der erste Einsatz auf der Nordschleife und er war begeistert: „Ich werde in Finnland allen erzählen, was das hier für eine großartige Rennserie und –strecke ist.“ Der zweite BMW M3 E36 mit den Finnen Alec Arho, Esa Metsälä und Mattias Andersson sah hingegen nicht die Zielflagge. Nach einem Unfall im Bereich Wehrseifen war das Rennen in der siebten Runde beendet. In der Wertungsgruppe der Cup-Fahrzeuge siegten zum zweiten Mal Peter Kreuer und Karl-Heinz Teichmann im Honda Accord Type-R, dieses Mal mit vier Sekunden Vorsprung vor Jürgen Delkus/Joachim Schirra.

Bei den Dieselfahrzeugen siegten, vor allem auch zur eigenen Überraschung, die Routiniers „Caspar Best“ und Michael Eschmann. Mit dem vom Müller & Breuer-Team eingesetzten VW Bora TDi verwies das Duo Eberhard Rattunde im baugleichen Fahrzeug auf Platz zwei. Das Tempo dieser Klasse bestimmte zunächst Stefan Neuberger im Alfa Romeo 147 JTD 2.4, aber in der dritten Runde sorgte der Verlust eines Rades im Bereich Metzgesfeld für das frühe Ende.

Stand in der Meisterschaft: 1. Bäder/Hagenmeyer (BMW M3 E36) 75,48 Punkte; 3. Thönnes/Rönz (VW Polo) 71,07; 5. Henrich/Schulten (Opel Astra) 68,04; 7. Mario Merten (BMW 318iS) 66,71; 8. Alex Böhm (BMW M3 E30) 63,13; 9. Brückner/Brings (Mercedes 190E) 62,03;


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