 |
F3: Erster Formel-3-Sieg für Kimmo Liimatainen

|
 |
"Ich weiß selber nicht, was passiert ist, jedenfalls war ich immer sauschnell" |
 |
 |
 |
 |
| Während der Tabellenführer Gary Paffett im 14. Saisonlauf patzte und ausfiel, landete dessen Teamkollege Kimmo Liimatainen seinen ersten Sieg in der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft. Der 23-jährige Finne gewann auf dem 4,3 Kilometer langen Dünenkurs im holländischen Seebad Zandvoort mit 2,8 Sekunden Vorsprung. „Dies ist der wichtigste Sieg in meiner Karriere, er kann meine Zukunft völlig verändern“, wertete Liimatainen seinen Triumph. Auch eine Safety-Car-Phase konnte den Rhythmus des Trainingsschnellsten nicht stören, um im 30-köpfigen Starterfeld die Oberhand zu behalten.
Während der Finne jubelte, erntete Paffett den Trost seines Teamchefs Keke Rosberg. Auch nach seinem Unfall mit dem Odenwälder Timo Glock (20) und seinem folgenden Ausfall, bleibt der 21-Jährige Brite der souveräne Tabellenführer. Drei Rennen vor dem Saisonende hat Gary Paffett 28 Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten, dem Japaner Kousuke Matsuura. Bei noch drei ausstehenden Rennen und 32 zu vergebenden Punkten sollte Paffett den Vorsprung über die Distanz retten und damit als erster Brite in der Geschichte der höchsten deutschen Formel-Rennserie den Meistertitel feiern können. Vom zweiten Platz gestartet, kam der Österreicher Norbert Siedler auch auf dem zweiten Platz ins Ziel. Lediglich unmittelbar nach dem Start in der ersten Kurve und nach dem Re-Start wagte Siedler einen Angriff auf den Führenden Liimatainen, der jedoch jeweils souverän kontern konnte. Auf dem dritten Platz feierte der Australier Ryan Briscoe sein in diesem Jahr bestes Formel-3-Ergebnis. Alle drei Erstplatzierten fuhren einen Dallara 3/02 Opel-Spiess. Das Rennen wurde auf Grund der Safety-Car-Phase nach 30 Minuten und 18 von ursprünglich 19 geplanten Runden abgewinkt. Bester Deutscher wurde der 20-jährige Pforzheimer Frank Diefenbacher (Dallara Opel-Spiess) auf Platz vier.
Der zweite Auslandsauftritt und erste Zandvoort-Start der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft war von vielen Ausfällen geprägt: von 30 Startern kamen lediglich 18 ins Ziel. Während Kimmo Liimatainen von der Pole Position kommend seinem nie ernsthaft gefährdeten Sieg entgegenfuhr, spielten sich im Verfolgerfeld harte Positionskämpfe ab. Paffett wurde dabei eines der Opfer. Auf der Außenbahn der berüchtigten Tarzan-Bocht versuchte der Brite den Angriff von Timo Glock in der achten Runde abzuwehren, berührte dabei jedoch mit seinem Hinterrad das Vorderrad des Kontrahenten und segelte mit verbogener Aufhängung neben die Strecke. Glock konnte sich über den hart erkämpften dritten Platz lediglich bis zur 11. Runde freuen, ehe er mit defekter Batterie ausrollte: „Ärgerlich, den Paffett-Unfall habe ich unbeschadet überstanden, und dann rinnt mir der sichere Erfolg durch einen derart ungewöhnlichen Defekt durch die Hände.“
Die Safety-Car-Phase zwischen der vierten und sechsten Runde wurde durch die Abflüge von Clemens Stadler (Österreich) und Kaichi Sato (Japan) in der Gerlach-Bocht ausgelöst. Trotz arg beschädigter Fahrzeuge blieben beide Fahrer völlig unverletzt. Die meisten Plätze machte der Portugiese Cesar Campanico gut, der vom 26 Startplatz auf Rang 11 ins Ziel kam.
Kimmo Liimatainen: Dieses Wochenende ist ein ganz besonderes Wochenende. Es lief von Anfang an richtig gut. Ich weiß selber nicht, was passiert ist, jedenfalls war ich immer sauschnell. Natürlich hatte ich viel Druck, doch der hat sich schon während der letzten Rennen aufgebaut – ich brauchte dringend ein gutes Ergebnis. Das war wahrscheinlich der wichtigster Sieg in meiner Karriere. Ohne diesen Erfolg wäre es bestimmt im nächsten Jahr schwieriger geworden, ein neues Sponsorpaket zu schnüren.
Norbert Siedler: Ich bin sehr zufrieden, denn mein Aufwärtstrend wird damit noch einmal bestätigt. Ich konnte das Tempo von Liimatainen nicht ganz mitgehen. Vor allem nach dem Re-Start habe ich einen Angriffsversuch unternommen, jedoch schnell gemerkt, dass das Risiko einfach zu groß ist.
Ryan Briscoe: Das ist mein bestes Ergebnis in diesem Jahr. Es läuft jetzt von Rennen zu Rennen besser. Mein Auto war völlig problemlos und ich liebe diesen Kurs hier, so kam der Erfolg zu Stande.
Sven Heidfeld: Ich bin mit dem Auto und dem Ergebnis zufrieden. Schließlich bin ich vom 18. Startplatz noch auf Rang acht gekommen.
Kousuke Matsuura: Es war einfach nicht mehr drin. Hier kann man kaum überholen. Liegt man im Windschatten, gerät das Auto völlig aus der Balance.
Cesar Campanico: Es war ein schwieriges Rennen, das mir allerdings einen großen Erfolg gebracht hat. Von so weit hinten gestartet, bin ich tatsächlich fast noch in die Top-Ten gekommen.
Markus Winkelhock: Ich habe den Start verhauen, einen Platz verloren und bin in der ersten Kurve zu weit außen gewesen. Ich musste vom Gas und wieder sind zwei, drei Autos vorbeigezogen. So war die Sache schon nach wenigen Metern gelaufen.
Gary Paffett: Der Start war richtig gut und das Rennen hätte ebenso gut werden können. Der Unfall mit Glock geht nicht auf meine Kappe., denn ich habe ihm genug Platz gelassen - er hat wohl zu spät gebremst. Jetzt habe ich bei meinem Pech noch Glück gehabt, denn die maßgeblichen Konkurrenten konnten ebenfalls nicht punkten.
Verwandte News: Kimmo Liimatainen zum ersten Mal auf der Pole Kimmo Liimatainen zum ersten Mal auf der Pole Sechste Pole Position für Kousuke Matsuura |  |