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2002-09-26 10:37:50 - ks
DTM: Showdown in den Dünen?

Holt Aiello in Zandvoort den Titel?
Das Spannungsbarometer zeigt im Vorfeld des vorletzten Laufs der DTM 2002 auf dem Circuit Park Zandvoort steil nach oben. Exakt sieben Punkte benötigt Tabellenführer Laurent Aiello noch – dann ist er Deutscher Tourenwagen-Meister. Der Franzose hat 19 Punkte Vorsprung auf seinen einzig verbliebenen Rivalen um den Titel, den noch amtierenden Meister Bernd Schneider. Zündstoff ist also reichlich vorhanden, wenn die DTM auf dem malerisch in den Dünen gelegenen Kurs an der Nordsee von 27. bis 29. September zum neunten Lauf antritt. Und auch Alain Menu, Manuel Reuter und Timo Scheider haben noch eine Rechnung offen, nachdem sie zuletzt am A1-Ring in der letzten Rennrunde mögliche Podestplätze durch unglückliche Umstände verloren. Bereits im vergangenen Jahr erlebten 40.000 begeisterte Zuschauer ein actiongeladenes Rennen auf der 4,3 Kilometer langen Strecke – und das, obwohl damals der Titel bereits vergeben war.

Der viermalige Saisonsieger Laurent Aiello gibt sich vor seiner zweiten Chance zum Matchball gelassen: „Ich werde in Zandvoort besser starten als am A1-Ring, dafür habe ich bei Testfahrten in der vergangenen Woche ausgiebig trainiert. Klar ist, dass ich in Holland nicht unbedingt gewinnen muss, sondern ganz ruhig mit Blick auf die Tabelle fahren kann. Wir werden mehr denn je als geschlossene Mannschaft antreten und alles dafür geben, die Meisterschaft zu holen.“ Abt-Audi-Teamkollege Christian Abt, der im vergangenen Jahr auf dem Dünenkurs in einem unvergesslichen Kampf gegen Uwe Alzen denkbar knapp seinen ersten DTM-Sieg verpasste, „möchte diesmal natürlich gerne gewinnen“. Aber für den Allgäuer ist klar: „Wenn Laurent den Sieg braucht, um Meister zu werden, dann stehe ich ihm nicht im Weg. Wir wissen aus dem Vorjahr, dass wir mit dem Abt-Audi TT-R in Zandvoort sehr stark sind.“ Auch der Boss der Truppe, Teamchef Hans-Jürgen Abt, ist zuversichtlich: „Wir freuen uns auf das Rennen und wir werden alles daran setzen, dort ‚den Sack zuzumachen‘.“

„Wir fühlen uns dem Fairplay verpflichtet und wollen auch in Zandvoort nichts übertreiben“, gibt Mercedes-Benz-Sportchef Norbert Haug die Leitlinie für seine zehnköpfige Fahrer-Mannschaft vor. „Nur, es wird hart gefahren, das ist ganz klar. So wie in Österreich gekämpft wurde, war es das Limit, und darüber sollte man nicht hinausgehen.“ Ebenso wie Aiello wirkt Rivale Bernd Schneider gelassen: „Zandvoort liegt den Audis, da hat Laurent eine gute Chance, den Titel zu holen.“ Jedoch will der dreimalige DTM-Meister „den Zuschauern noch einmal so eine gute Show bieten wie am A1-Ring. Und vielleicht können wir ja doch die Meisterschaft bis zum Finale in Hockenheim offen halten...“ Zwei Fahrer freuen sich ganz besonders auf Zandvoort – die beiden Niederländer Christijan Albers und Patrick Huisman. „Für mich ist das Rennen ein Highlight. Die Atmosphäre ist einzigartig, und es ist für jeden Motorsportfan am Wochenende was dabei, egal ob für Groß oder Klein“, so Huisman.“ Albers weiß: „Ein Podiumsplatz wird mit dem CLK-DTM aus dem Vorjahr schwierig. Aber mein Motto ist: Immer Vollgas geben – dann ist alles möglich.“

Eric Helary in Zandvoort wieder im Opel-Cockpit
Nach dem ehemaligen Formel-1-Piloten JJ Lehto steht auch Eric Helary vor dem Comeback in die DTM. Der Franzose startet in Zandvoort im Opel Astra V8 Coupé des Euroteam. Der Gewinner der 24 Stunden von Le Mans bestritt als Opel-Werksfahrer 1998/99 die STW und 2000 die DTM, und erzielte zwei Siege. „Meine Freude ist einfach grenzenlos, wieder einen DTM-Opel fahren zu können“, so Eric Helary. Opel-Sportchef Volker Strycek: „Wir hätten JJ Lehto nach seinem zehnten Platz am A1-Ring auch gerne in Zandvoort eingesetzt, aber wegen Verpflichtungen für Cadillac und das finnische Fernsehen weilt er für sechs Wochen in den USA.“ Auch die arrivierten DTM-Piloten von Opel freuen sich auf das Rennen an der Nordsee. Youngster Timo Scheider „mag die Strecke. Es ist wie‚ fahren am Strand‘, immer mit Wind und viel Sand. Dadurch sind die Streckenbedingungen sehr unkonstant. Ich finde es auch toll, dass die Zuschauer auf Naturtribünen sitzen – es gibt dem Rennsport die Ursprünglichkeit zurück, die ich manchmal auf anderen Strecken vermisse.“ Alain Menu, der am Sachsenring im Opel Astra V8 Coupé einen Podestplatz geholt hatte, urteilt: „Zandvoort ist ein Fahrerkurs mit unterschiedlichen Kurvenverläufen, Steigungen und Gefällen, der mir gut gefällt.“ Der Kurs gilt auch wegen seiner schnellen Passagen als äußerst anspruchsvoll. Opel-Markenkollege Manuel Reuter sagt schlicht: „Das ist eine Super-Rennstrecke. Sie ist etwas für richtige Männer.“


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