Emanuele Pirro und Frank Biela glücklich über den Start-Ziel-Sieg
Mit einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg haben sich Frank Biela und Emanuele Pirro im Audi R8 ihren zweiten Saisonsieg der ALMS geholt. Von der Pole Position ins Rennen gegangen, gab das deutsch-italienische Doppel die Führung im kalifornischen Laguna Seca niemals ab und siegte nach 2:45 Stunden klar vor dem Audi des Champion-Teams und dem schnellsten Cadillac von JJ Lehto und Max Angelelli.
"Ich bin natürlich glücklich. In den vergangenen Rennen standen wir so oft knapp vor dem Sieg und haben es dann doch nicht geschafft", freute sich Frank Biela nach dem Rennen. "Deshalb ist der Erfolg heute um so schöner. Bis zum Rennende hatte ich Sorge, dass wieder irgend etwas passiert, was einen Sieg zunichte machen würde. Schnell oder langsam fahren war mir egal – Hauptsache ´ankommen´ und den Champion Audi unter Kontrolle halten. Diesmal hat es geklappt."
Biela und Pirro, die ihr letztes Rennen Ende Juni in Mid-Ohio gewannen, kontrollierten die gesamten 112 Rennrunden. Das Duo arbeitete einen jeweils so großen Vorsprung heraus, dass sie auch während der Boxenstopp-Phasen nie ihre Spitzenposition abgeben mussten. Mit dem Sieg verkürzten die dreifachen Le Mans-Sieger ihren Rückstand in der Meisterschaft auf Johnny Herbert, der noch immer hinter Tabellenführer Tom Kristensen und Rinaldo Capello auf der dritten Position liegt.
Die heimlichen Stars des achten von insgesamt zehn ALMS-Rennen waren die Mechaniker des Audi Sport Team North America. Nach einer Beschädigung am Heck des Infineon Audi R8 von Rinaldo Capello und Tom Kristensen, die vermutlich aus einer Berührung mit langsameren Fahrzeugen resultierte, wechselte die Mannschaft die rechte hintere Spurstange in absoluter Rekordzeit, so dass Capello nur zwei Runden verlor. Anschließend begann die furiose Aufholjagd durch die Hügellandschaft an der Pazifikküste.
Capello hielt die Zuschauer entlang der Strecke in Atem: Als Achter ging er wieder auf die Strecke, rang seinen Konkurrenten Sekunde um Sekunde ab und fuhr bis auf den vierten Platz nach vorne. Dank seines starken Endspurts hätte der Italiener fast noch den Sprung aufs Podium geschafft: Er reduzierte den Rückstand auf den Cadillac von JJ Lehto binnen weniger Runden von mehr als 20 auf unter drei Sekunden und musste sich im Ziel nur knapp geschlagen geben.
Claudia Hürtgen und Chad Block gewannen die LMP 675-Wertung mit 32 Sekunden Vorsprung auf James Weaver und Butch Leitzinger (beide Lola). Die DTC-Pilotin besiegelte damit den ersten Saisonsieg für das KnightHawk Team. "Das ist viel besser als der Apfelkuchen meiner Mutter", scherzte Teammitbesitzer Knight. "Wir haben so lange für diesen Sieg gearbeitet, jetzt hat es endlich geklappt."
Thomas Enge und Peter Kox stoppten die nunmehr sieben Rennen andauernde Siegesserie der Corvette-Teams. Unangefochten führte die tschechisch-holländische Kooperation das Feld an und gab die Führung nur bei einem Boxenstopp ab. Terry Borcheller und Franz Konrad wurden im Saleen S7R, der GTS-Tabellenführer Ron Fellows sah die Zielflagge nach einer Kollision mit dem späteren drittplatzierten Caddilac von Max Angelelli nicht.
Sascha Maassen und Lucas Luhr sorgten in Laguna Seca für den zweiten deutschen Klassensieg. Von der Pole aus ins Rennen gegangen, profitierten die beiden Porsche-Piloten von einem Getriebeschaden am Fahrzeug von Timo Bernhard und Jorg Bergmeister.