FIA GT: Springer/Campbell-Walter wahren Titelchancen
Dritter Saisonsieg für das Lister-Duo Springer / Campbell-Walter
Jamie Campbell-Walter und Teamkollege Nicolaus Springer gelang der dritten Saisonsieg in einem spannenden achten Lauf zur FIA GT-Meisterschaft. Mit 39,8 Sekunden Vorsprung gewann die britisch-deutsche Fahrerpaarung im Lister Storm in Pergusa vor der italienischen Fahrerpaarung Fabrizio Gollin und Luca Cappellari und liegt damit nur noch 3,5 Punkte hinter den Tabellenführern Christophe Bouchut/David Terrien, die in Italien Fünfte wurden.
Rund 35.000 Zuschauer – soviel wie zuletzt bei Formel 2-Läufen in den achtziger Jahren – bevölkerten die sizilianische Rennstrecke und erlebten ein bis zum Schluss spannendes Rennen. Eine Viertel Stunde vor Ende des dreistündigen GT-Sportwagen-Laufs fuhr Mike Hezemans in Führung liegend zu einem letzten Stopp in die Boxengasse. Der Chrysler Viper des Niederländers sprang allerdings nicht mehr an, da das vollständig entleerte Benzinsystem die neue Kraftstoffration nicht mehr bis zum Motor weiterleitete.
Ebenfalls Chancen auf den Gesamtsieg besaßen Andrea Piccini im Ferrari 550 Maranello und Fabio Babini im Chrysler Viper. Beide kollidierten jedoch in der letzten Stunde des Rennens. Piccini flog dabei seitlich in die Reifenstapel, konnte allerdings aus eigener Kraft zu seinem Team zurückkehren. Die Mannschaft von BMS Scuderia Italia schickte den Italiener erneut ins Rennen, doch nach dem Bruch der hinteren Radaufhängung in einer schnellen Sektion landete der Ferrari-Pilot in den Leitplanken und musste aufgeben. Babini musste für sein Manöver zur Strafe einmal durch die Boxengasse fahren und sich deshalb am Ende mit Platz drei begnügen.
„Unser Rennen war gut“, resümierte Sieger Campbell-Walter. „Wir taten uns im Qualifying schwer und waren vom Tempo von Gollin überrascht. Im Rennen haben wir die Reifen nach der Phase von Nicolaus nicht gewechselt, wodurch wir 20 Sekunden gewonnen haben. Nun sind unsere Titelchancen wieder gut. Der nächste Lauf in Donington ist eine Heimstrecke für uns. Dort hat Lister die vergangenen neun Einsätze jeweils gewonnen.“
In der N-GT-Klasse für seriennahe Straßensportwagen fuhren Stéphane Ortelli und Marc Lieb zum Sieg vor ihren Teamkollegen Stéphane Daoudi und Cyrille Sauvage. Lieb verbesserte sich von Startplatz fünf bis auf Rang eins, bevor er den Porsche 996 GT3 an seinen französischen Teamkollegen abgab. „Das war alles andere als einfach“, erklärte der 22 Jahre alte Tabellenführer aus dem deutschen Porsche Carrera Cup. „Die Strategie bestand darin, sofort ans Limit zu gehen. Die Konzentration fiel mir wegen der vielen Schikanen nicht leicht.“
Ortelli, der in dieser Saison mit wechselnden Fahrerpartnern an den Start ging, vergrößerte seine Tabellenführung nach seinem fünften Saisonsieg auf 10,5 Punkte. Zweiter ist Andrea Montermini, der im Ferrari 360M in Pergusa den dritten Platz in der N-GT-Wertung belegte.