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2002-09-17 01:38:24 - ju
Rallye WM: Panizzi peilt den Hattrick an

Loeb wurde im Vorjahr Zweiter hinter Panizzi
Mit der Rallye San Remo steht nicht nur der elfte von 14 Weltmeisterschaftsläufen des Jahres auf dem Programm. Es ist die letzte Asphaltrallye der Saison, ehe die WM-Karawane nach Neuseeland, Australien und Großbritannien weiterzieht. Insgesamt stehen für die 55 Teams 1406,84 Kilometer auf dem Programm, davon 385,84 Bestzeit-Kilometer, verteilt über 18 Wertungsprüfungen. Auch wenn der italienische WM-Lauf zwei Wochen früher als gewohnt stattfindet, könnte das Wetter eine große Rolle spielen. „Laub oder Regen haben schon so oft in Italien über Sieg und Niederlage entschieden“, weiß der zweimalige Weltmeister Carlos Sainz.

Mit 18 Punkten Vorsprung reist Marcus Grönholm zur Mittelmeerküste. Ein Sieg, und der zweite WM-Titel nach 2000 ist so gut wie sicher. Ein Null-Punkte-Ergebnis bei gleichzeitigem Erfolg von Colin McRae würde wieder für etwas mehr Spannung im Titelkampf sorgen. „Die letzte richtige Asphaltrallye im Frühjahr in Spanien hat gezeigt, dass Peugeot und Citroen doch recht überlegen sind. Daher müssen wir abwarten, wie sich die Teams seitdem entwickelt haben“, gibt Ford-Pilot McRae zu bedenken.

Nach dem überraschenden Sieg von Sebastien Loeb bei der Rallye Deutschland werden dem 28jährigen Franzosen auch in San Remo gute Siegchancen eingeräumt. Schließlich landete der französische Citroen-Pilot bereits im Vorjahr auf Platz zwei, nur besiegt von Gilles Panizzi. Ob Panizzi, zweifacher Saisonsieger, nach seiner Verletzungspause an alte Leistungen anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Nachdem der Franzose zu Hause von der Leiter gefallen war und sich einen Schulterknochen gebrochen hatte, mußte er in Finnland und Deutschland zuschauen. „Ich stand mit dem Team immer in Kontakt und habe mich über die Ergebnisse von Richard und Marcus sehr gefreut. Aber am liebsten wäre ich natürlich mitgefahren“, sagte Panizzi im Vorfeld der San Remo. Insgeheim hofft Gilles aber auf den dritten Sieg in Folge in Italien. Ein Kunststück, welches zuletzt Miki Biasion 1987-1989 im Lancia Delta gelang.

Neben Loeb und Panizzi will aber auch der amtierende Weltmeister Richard Burns bei der Vergabe des Sieges ein wichtiges Wort mitreden. „Solange ich noch eine Chance auf die Titelverteidigung habe, versuche ich diese zu nutzen!“ Teamkollege Grönholm, bei der Rallye Deutschland sensationell schnell auf Asphalt- und Betonsträßchen, wird etwas ruhiger zu Werke gehen. „Ich versuche, für mein Team und für mich möglichst viele Punkte zu holen.“

Für die Teilnehmer der Junior-Rallye-Weltmeisterschaft steht mit der San Remo der vorletzte Lauf der Saison bevor. Der Spanier Daniel Sola könnte mit einem Sieg oder einem zweiten Platz, bei gleichzeitigem Null-Punkte-Ergebnis für Andrea Dallavilla, bereits vorzeitig Nachfolger von Sebastien Loeb werden. Niki Schelle, im Suzuki Ignis überraschender dritter bei der Rallye Deutschland, hofft auf einen Platz unter den ersten zehn. „Gerade auf Asphalt hat unser Auto die größten Defizite, da können wir die Citroen, Ford und Opel nicht halten. Aber vielleicht gelingt uns wieder eine kleine Sensation. Viel Regen wäre natürlich hilfreich!“ Der zweite Deutsche im S1600-Feld, Sven Haaf, pilotiert statt dem Citroen Saxo erstmals einen Opel Corsa.

Stand in der Weltmeisterschaft (Fahrer):
1. Grönholm 51 Punkte; 2. C.McRae 33; 3. Burns 31; 4. Sainz 26; 5. Panizzi 21; 6. Solberg 19; 7. Rovanperä & Loeb je 18; 9. Mäkinen 15; 10. Märtin 10; 11. Bugalski 7; 12. Radström 4; 13. A.McRae, Gardemeister & Thiry je 2; 16. Eriksson 1.

Stand in der Weltmeisterschaft (Marken):
1. Peugeot 115 Punkte; 2. Ford 81; 3. Subaru 42; 4. Skoda & Mitsubishi je 8; 6. Hyundai 6.

Stand in der Junior-Weltmeisterschaft:
1. Sola 23; 2. Dallavilla 18; 3. Tuohino 12; 4. Duval 11; 5. Caldani 10; 6. Schelle 5; 7. Feghali, Basso und Rowe je 4; 10. Carlsson, Galli und Baldacci je 3; 13. Doppelreiter 2; 14. Foss und Katajamäki je 1.


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