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2002-09-07 17:52:07 - ks
DTM: Advantage Aiello - vierte Pole am A1-Ring

(c) ts photo
Aiello war über seine Bestzeit überrascht
Extrem heiß, extrem spannend – das war das Zeittraining zum achten Lauf der DTM auf dem A1-Ring im österreichischen Spielberg. Bei 35 Grad Asphalttemperatur und sommerlicher Hitze holte sich DTM-Tabellenführer Laurent Aiello im Abt-Audi TT-R zwei Minuten vor Trainingsende den ersten Startplatz. Neben ihm startet aus Reihe eins sein Markenkollege Mattias Ekström, der das Training lange angeführt hatte. Startreihe zwei befindet sich in der Hand von Mercedes-Benz, mit dem amtierenden Meister Bernd Schneider als Drittem vor dem ehemaligen Formel-1-Star Jean Alesi. Nur ein Wimpernschlag von 0,06 Sekunden trennt Alain Menu im Opel Astra V8 Coupé als besten Opel-Piloten von Alesi – der Schweizer steht damit aber bereits auf Startplatz sechs. Die außergewöhnliche Wettbewerbsdichte in der DTM zeigt sich auch darin, dass sich 17 Autos innerhalb von lediglich 1,1 Sekunden befinden.

„Ich bin höchst erfreut, aber auch etwas überrascht über meine Bestzeit, denn Bernd Schneider war beim Test und im freien Training sehr stark“, sagte Laurent Aiello. „Es war verdammt schwer und ich habe alles geben müssen. Jetzt hoffe ich einfach, heil und als Erster durch die erste Kurve zu kommen – der Rest ist Racing.“ Für die erste Kurve hat sich bereits starke Konkurrenz angekündigt. „Maximum attack“, lautet das kämpferische Motto des Viertplatzierten Jean Alesi: „Ich werde versuchen, wieder einen super Start hin zu bekommen – und meinem Landsmann Aiello die Spitze streitig zu machen.“ Holt Laurent Aiello beim Lauf auf dem A1-Ring zwei Punkte mehr als Bernd Schneider, findet in Österreich die Stabsübergabe zwischen den beiden Rivalen statt. Entsprechend cool und aufgeräumt gab sich der Franzose. In deutsch gab er seine Losung für den Start zum Besten: „Nichts wie weg!“

Kämpferisch zeigte sich auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug: „Nichts ist heute entschieden. Wer annimmt, dass wir die Saison abhaken und aufgeben, der täuscht sich.“ Schneider, der im vergangenen Jahr an gleicher Stelle die Meisterschaft gewonnen hatte, bekannte nach dem Training: „Wir haben heute das Maximum herausgeholt. Mehr war nicht drin. Und ich finde, dann muss man auch die Größe besitzen und seinen Konkurrenten entsprechend Respekt zollen.“ Darüber hinaus wäre der dreimalige Meister „auch stolz auf einen zweiten Platz in einer solch hart umkämpften Meisterschaft". Zunächst gilt aber auch für ihn: „Solange eine rechnerische Chance besteht, ist der Titel nicht verloren.“

„Uns fehlte heute, wie schon am Nürburgring, das bisschen Glück, das man halt braucht, um ganz vorne mitzuspielen“, konstatierte der schnellste Opel-Pilot Alain Menu, der mit dem Opel Astra V8 Coupé des Euroteam aus der dritten Reihe startet. Sowohl Menu selbst, als auch der ITC-Meister von 1996, Manuel Reuter, und der Finne JJ Lehto waren direkt vor Trainingsende schnell unterwegs, als wegen des Ausrutschers eines Konkurrenten gelbe Flaggen geschwenkt wurden. Dies verhinderte bei allen dreien eine Verbesserung der Rundenzeiten – während etwa Aiello das Quäntchen Glück gehabt hatte, eine halbe Minute vor der Gelbphase seine Bestzeit bereits absolviert zu haben. „Ich will morgen Punkte holen“, benannte Alain Menu sein Ziel, „und zwar nicht nur einen.“

Ergebnis Zeittraining:
1. Laurent Aiello (Abt-Audi) 1:27,588 Minuten
2. Mattias Ekström (Abt-Audi) 1:27,648 Minuten
3. Bernd Schneider (Mercedes-Benz) 1:27,712 Minuten
4. Jean Alesi (Mercedes-Benz) 1:27,934 Minuten
5. Martin Tomczyk (Abt-Audi) 1:27,985 Minuten
6. Alain Menu (Opel) 1:27,995 Minuten
7. Uwe Alzen (Mercedes-Benz) 1:28,007 Minuten
8. Manuel Reuter (Opel) 1:28,150 Minuten
9. Joachim Winkelhock (Opel) 1:28,160 Minuten
10. Christian Abt (Abt-Audi) 1:28,215 Minuten


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