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2002-09-03 10:29:57 - ks
F3: Entscheidung wieder offen - Fünf Österreicher am Start

Heimspiel auf dem A1-Ring für Bernhard Auinger
Gary Paffett ist noch lange nicht Meister! Hatte zur Saisonmitte alles auf eine vorzeitige Titelentscheidung hingedeutet, sieht sich der Brite nun unter Druck. Zwar ist das Punktepolster mit 22 Zählern noch beachtlich, die Sache aber noch längst nicht gelaufen. Denn auch Paffett zeigt Schwächen. So geschehen vor fünf Wochen auf dem Nürburgring, als der sympathische 21-Jährige nicht einen einzigen Punkt holte und die Konkurrenz aufschließen konnte.

"Ich muss noch drei Mal gewinnen, während Paffett ausfällt - dann bin ich vorn." Dieses Zitat von Timo Glock zeigt die Unverfrorenheit mit der die Neulinge die Etablierten unter Druck setzen. Wer in der höchsten deutschen Formel-Rennserie ganz vorne fahren will, muss genau dieses Selbstvertrauen haben. Natürlich weiß auch Glock, der in seinem ersten Formel-3-Jahr schon zwei Mal siegte, dass Paffett ihm diesen Gefallen nicht ohne weiteres tun wird. Doch wer weiß, was alles passiert beim ersten Auslandsauftritt der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft in dieser Saison. Klar, dass auf dem A1-Ring speziell die fünf Österreicher glänzen wollen. Allen voran Bernhard Auinger, der nur einen Steinwurf von der Strecke entfernt in Zeltweg wohnt und bislang konstant punkten konnte: bei elf Rennen fuhr Auinger neun Mal in die Punkteränge - das schaffte sonst niemand.

Einen riesigen Erfolg feierte Markus Winkelhock vor der Sommerpause in der Eifel: der Neffe des DTM-Piloten Jockel Winkelhock und Sohn des unvergessenen Manfred Winkelhock fuhr mit dem brandneuen Formel-3-Motor von Mercedes zum Sieg. Erst mit Saisonbeginn ins deutsche Championat eingestiegen, triumphierte das 2-Liter-Aggregat bereits in seinem elften Formel-3-Rennen.

Noch stehen drei Veranstaltungen auf dem Terminkalender, ehe der Nachfolger des Meisters Toshihiro Kaneishi feststeht. Als erster Japaner sicherte sich der jetzige Formel-Nippon-Pilot im Vorjahr den Titel. Auch Gary Paffett ist auf bestem Weg, eine historische Marke zu setzen: noch nie zuvor kam ein Titelträger der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft aus Großbritannien. Ob dies noch zu verhindern ist, wird sich schon jetzt zeigen, denn auf dem A1-Ring wird wohl die Vorentscheidung fallen.

Probleme zwischen Stefano Proetto und Kolles Racing
Gerade 17 Jahre war Stefano Proetto geworden, als er in diesem Frühjahr in die Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft einstieg. Jetzt ist das Abenteuer für den in München lebenden Italiener erst einmal beendet.

Mit sofortiger Wirkung wird Proetto nicht mehr für das Team Kolles an den Start gehen. Der gelernte Kfz-Mechaniker zog damit die Konsequenzen aus den Resultaten der vergangenen Rennen. Keinen einzigen Punkt konnte er im Dallara 3/99 Mugen-Honda in den vergangenen elf Rennen einfahren, in der Rookie-Wertung "ZF-auto motor und sport-Juniorpokal" liegt Proetto weit abgeschlagen auf dem neunten Platz.

"Die Gründe, die eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zulassen, liegen sowohl in sportlichen und als auch persönlichen Differenzen", sagt Stefano Proetto. "Ich bedauere es sehr, diesen Schritt tun zu müssen, aber nach reiflicher Überlegungen und den Entwicklungen in den letzten Wochen war diese Entscheidung unvermeidlich."

Teamchef Collin Kolles reduziert die Probleme auf einen Punkt: "Sportliche und persönliche Differenzen sehr ich nicht, für mich sind nur finanzielle Probleme erkennbar. Wir haben einen Vertrag, der erfüllt werden muss. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Rechnungen beglichen werden und Stefano auf dem A1-Ring fahren wird. Das Auto steht jedenfalls für ihn bereit."


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