Clio V6 Trophy: Marschall spielte unfreiwillig Bremsklotz
Bellmann fuhr Marshall ins Heck
Sein Vorsprung in der Clio V6 Trophy schmilzt: In der Lausitz fiel Thomas Marschall einem Gerangel mit seinem direkten Herausforderer Michael Bellmann zum Opfer – der das Rennen für sich entschied.
Die Entscheidung um den Sieg der Clio V6 Trophy fiel auf dem Eurospeedway Lausitz gleich in der zweiten Runde: Michael Bellmann rutschte beim Anbremsen dem Renault des Tabellenführers und Qualifying-Schnellsten Thomas Marschall ins Heck. Daraufhin schliffen Karosserieteile an den Hinterreifen des Kfz-Kaufmanns, der sich wenig später im Duell mit Marc Basseng endgültig ins Kiesbett verabschiedete. “Es wäre ohnehin nicht mehr länger weitergegangen”, zuckte der Eggensteiner, dessen Vorsprung in der Meisterschafts-Zwischenwertung auf nur noch sechs Zähler schrumpfte, mit den Schultern. “Ich war ein fahrender Bremsklotz, die Reifen machten diese Tortur nicht länger mit. Als besonders fair würde ich die Aktion von Michael allerdings nicht einstufen…” Dieser interpretierte den Zwischenfall als typischen Rennunfall: “Thomas und ich haben extrem hart attackiert. Allerdings merkte ich, dass ich stärker bremsen konnte. Als ich in der langen Rechtskurve zum Überholen ansetzte, zog Thomas herüber. Ich konnte nicht mehr ausweichen und traf ihn auf der Ecke.”
Anschließend setzte Bellmann nicht nur seine Fahrt fort, sondern auch sich gemeinsam mit dem Berliner Alexander Roloff im Schlepptau vom übrigen Clio V6-Feld ab. In ihren Rückspiegeln konnten sie das herzergreifende Duell um Rang drei zwischen Marc Basseng und Phillipe Siffert beobachten. Während der Eidgenosse dem Rheinländer Basseng vorerst den Podiumsplatz streitig machte, verbremste sich der Sohn der ehemaligen Formel 1-Legende Jo Siffert jedoch in der letzten Runde. Der Kölner schlüpfte durch, wurde vom Schweizer jedoch auf die Wiese gedrückt und rutschte anschließend mit blockierenden Rädern in den roten Clio seines Kontrahenten hinein. Während die Sportkommissare Basseng – der die Ziellinie trotz dieser Zwischenfälle noch als Dritter überqueren konnte – vorerst aus der Wertung nahmen, klärte Phillipe Siffert die Situation auf: “Ich habe zu spät gebremst, Marc konnte nichts machen.” Basseng erhielt seinen Podiumsplatz daraufhin wieder zugesprochen.
Dadurch hatten sich Lokalmatador Tobias Schulze und seine zahlreich angereiste Fangemeinde zu früh über den dritten Rang gefreut. Zuvor musste der Tagewerbener ohnehin eine Stop-and-go-Strafe absitzen, da er durch zu frühes Ausscheren den ersten Startversuch der Clio Speed Trophy erfolgreich vereitelte. Junior-Pilot Franz-Josef Ebenburger, der vom dritten Startplatz aus das Rennen in Angriff nahm, erlebte eine Sonderexkursion über die Wiese und beendete daraufhin den sechsten Saisonlauf als Siebter.