Nach dem vorzeitigen Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft feilt Ferrari nun am Tripel, das zuletzt von Williams-Renault 1997 erreicht wurde: Jacques Villeneuve und Heinz-Harald Frentzen belegten damals die beiden ersten Plätze in der Fahrerwertung und holten damit für ihren Rennstall auch die Konstrukteurs-WM. Für das Tripel muss Ferrari allerdings noch hart arbeiten, denn das Rennen um Platz zwei in der Fahrerwertung ist in dieser Saison weiterhin spannend. Neben dem aktuellen Zweitplatzierten, Ferrari-Pilot Rubens Barrichello (45 Punkte), haben auch die bei BMW-Williams unter Vertrag stehenden Fahrer Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher (jeweils 40 Zähler) sowie David Coulthard (34 Punkte) im McLaren-Mercedes noch gute Chancen auf Platz 2 in der Gesamtwertung.
Viel sicherer scheint für die Italiener dagegen ein Jubiläum, dass Team-Chef Jean Todt in Belgien feiern könnte. Seit dem Grand Prix von Malaysia 1999 stand immer mindestens ein Ferrari-Pilot auf dem Treppchen. 49 Podestplätze in Serie - das ist einsamer Rekord. Die 50. Fahrt unter die besten Drei eines Grand Prix-Rennens steht in Spa sicherlich auf der Wunschliste vieler Ferrari-Verantwortlichen.
Michael Schumacher reist glücklich und entspannt an den Ort seines ersten Triumphes. 1992 legte der Kerpener hier den Grundstein für seine heute fünf WM-Titel. "Ich erinnere mich noch genau, dass mein damaliger Teamkollege Martin Brundel an meinem Sieg damals beteiligt war", erinnert sich Schumacher. "Ich habe in der Stavelot-Kurve einen Fehler gemacht und er zog an mir vorbei. Ich konnte genau sehen, dass seine Reifen nachließen. Ich habe mich dann entschlossen neue Reifen an der Box zu holen - damit konnte ich dann in Führung gehen und gewinnen. Das war einer meiner schönsten Tage. Zu Spa habe ich eine besondere Beziehung - sozusagen eine Liebesgeschichte. Ich nenne den Ardennenkurs auch mein Wohnzimmer."