Sébastien Loeb im Citröen Xsara T4 WRC bestimmte am ersten Tag der Rallye Deutschland das Tempo. Insgesamt sechs der sieben gefahrenen Wertungsprüfungen konnte der Franzose für sich entscheiden. Eine der ursprünglich acht angesetzten WPs mußte aufgrund übereifriger Fans abgesagt werden, eine vorherige startete mit Verspätung. Das Zuschauerinteresse beim ersten deutschen WRC-Lauf ist enorm. Insgesamt 60.000 Zuschauer säumten nach Polizei-Angaben die erste Etappe.
Das Zwischenziel im Messepark Trier erreichte Loeb am Ende des ersten Tages mit 27 Sekunden Vorsprung auf Richard Burns (Peugeot) und 49 Sekunden auf seinen Teamkollegen Philippe Bugalski. "Das war heute eine tolle Stimmung", zog Loeb seine persönliche Zwischenbilanz. Die vielen französischen Fans entlang der Strecke trugen ihren Teil zu seinem Erfolg bei: "Ich habe viele Landsleute mit der Trikolore gesehen, das mich enorm motiviert." Nach sieben gefahrenen Wertungsprüfungen war auch Richard Burns mit Platz zwei zufrieden. Zeitgleich mit seinem Teamkollegen Marcus Grönholm setzte der Brite zunächst die allererste Bestzeit und kam am Ende des Tages hinter Loeb als Zweiter in den Servicepark in Trier zurück. "Wir sind keine Risiken eingegangen. Ich teile mir die Rallye über drei Tage ein", erläuterte Burns seine Taktik für die Rallye. Chancen den jungen Loeb unter Druck zu setzen, hatte der Peugeot-Pilot nicht. "Einige Prüfungen waren sehr eng, es war sehr schwierig." Marcus Grönholm, ebenfalls auf Peugeout 206 WRC unterwegs, beendete die erste Etappe als Fünfter. 40 Sekunden verloren er und sein Beifahrer Rautiainen auf der dritten Prüfung. "Das Hydraulisystem hat Druck verloren und später haben wir noch eine 30 Sekunden Strafzeit kassiert."
Aus deutscher Sicht verlief der erste Tag der Deutschland-Rallye nicht ganz nach Maß. Matthias Kahle im Werks-Skoda verspielte seinen ausbaufähigen 15. Rang in der dritten Prüfung, als an seinem Octavia WRC die Motoraufhängung brach und Teile dieser sowohl den Zahnriemen als auch die Ventilsteuerung zerstörte. "Eigentlich fehlen mir nach so viel Pech die Worte", kommentierte ein enttäuschter vierfacher deutscher Meister seinen Ausfall. "Dabei fühlte sich das Auto super an, eine gute Plazierung wäre bei der Rallye möglich gewesen." Besser lief es hingegen bei Armin Schwarz, der trotz diverser technischer Probleme einen beachtlichen sechsten Rang belegt. Die morgige Baumholder-Etappe hält Schwarz für eine der entscheidenden der Rallye. Auch für Armin Kremer, der einen von Ford Köln unterstützten Ford Focus RS WRC pilotiert, ist der erste Tag "fast" nach Plan verlaufen. Mit Rang 16. war der amtierende Europameister vorerst zufrieden, aber: "Platz 16 kann noch nicht das letzte Wort sein." Ein Platz weiter vorne wäre Kremer und Beifahrer Schneppenheim allerdings viel lieber gewesen. Dann nämlich hätten die beiden am Samstag vor heimischer Kulisse und besten Bedingungen als erste starten dürfen.
Insgesamt scheiterten 16 Fahrzeuge an den harten Prüfungen von Tag eins. Unter ihnen Alister McRae (Mitsubishi), dessen Motor nach der sechsten Prüfung seinen Dienst verweigerte und Jesus Puras (Citroen), der mit Elektronikproblemen nach WP drei aufgeben mußte.