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VLN: Wyss startet bei Mühlner - Middendorf noch unsicher

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Eventuell nur ein Volvo beim 6h-Rennen am Start? |
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| Das Volvo Team von Bernhard Mühlner hofft beim Sechs-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring auf den ersten Klassensieg der in diesem Winter entwickelten Volvo S60. Nach einigen viel versprechenden Auftritten, bei denen jeweils nur Kleinigkeiten einen möglichen ersten Erfolg in der Klasse für Spezialtourenwagen bis 2,5 Liter Hubraum verhindert hatten, soll der Knoten jetzt beim Saisonhöhepunkt der Deutschen Langstrecken-Meisterschaft platzen. Für das prestigeträchtige Marathonrennen auf der Nordschleife hat sich das Mühlner-Team mit einem prominenten Gastfahrer verstärkt: Der schweizer Motorsport-Journalist Peter Wyss, Sportchef bei der "Automobil Revue", greift erstmals ins Steuer des Mühlner Volvo S60.
Der Schweizer gehört seit 1997 zum erweiterten Stammaufgebot von Mühlner Motorsport. Damals bestritt Wyss für Mühlner die 24 Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und auf dem Nürburgring; 1998 absolvierte er mit dem in Belgien ansässigen Team deutscher Abstammung sogar die komplette Langstrecken-Pokal-Saison. Insgesamt fuhr Wyss weit über 25 Rennen für Mühlner, der ihn als schnellen und zuverlässigen Piloten schätzen gelernt hat. "Er kennt die Nordschleife wie seine Westentasche", charakterisiert Mühlner. "Natürlich muß er sich erstmal auf den Volvo einstellen, denn den ist er ja noch nie gefahren. Aber über die Distanz hinweg wird er sich sicher sehr gut zurecht finden und eine echte Stütze fürs Team darstellen." Diesen Ruf untermauerte der Eidgenosse bereits beim Großen Preis von Deutschland 2002 als Gaststarter im Porsche-Supercup - wo er das beste Resultat erzielte, das jemals ein Journalist in einem VIP-Auto einfahren konnte. Wyss verstärkt am Samstag die Fahrerpaarung Nummer eins mit Ulrich Andree und Andreas Middendorf.
Während Andree direkt aus dem Urlaub in England in die Eifel reisen wird, schwebt über dem Start von Middendorf noch ein kleines Fragezeichen. Der Architekt aus Grevenbroich hat sich vor drei Wochen bei einem Fahrradunfall im Urlaub in den Bergen oberhalb des Gardasees die rechte Hand geprellt, verdreht und gezerrt. Das rechte Handgelenk ist seither geschient; eine weitere Metallschiene auf dem Handrücken schränkt die Bewegungsfreiheit ein, um die angeschlagene Hand ruhig zu stellen. Middendorf will erst nach kurzfristig anberaumten Tests am Freitag entscheiden, ob er das Sechs-Stunden-Rennen in Angriff nehmen kann.
"Der Nürburgring teilt halt verdammt viele Schläge aus", weiß der Volvo Stammpilot. "Eine andere Rennstrecke wäre mit einer solchen Verletzung sicher besser zu bewältigen. Mit der Schiene, die ich die meiste Zeit trage, geht zwar eigentlich sehr viel. Aber wenn ich beim Testen merken sollte, dass meine Reaktionsgeschwindigkeit am Limit zu sehr eingeschränkt ist, dann werde ich natürlich nicht fahren. Denn ich will nichts tun, was für das Team ein Risiko darstellen könnte."
Für einen solchen Notfall hat Teamchef Bernhard Mühlner einen Plan in der Schublade: Aus den zwei Volvo S60, die eigentlich am Sonnabend rennen sollen, würde dann nur einer gemacht werden - indem Jörg Seidel und Heinz-Josef Bermes mit Andree und Wyss auf dem ersten Wagen starten. "Wir haben vor diesem Hintergrund extra keinen dritten Piloten für das zweite Auto verpflichtet", erklärt Mühlner. "Ich gehe allerdings davon aus, dass Andy fahren kann. Wenn das der Fall ist, dann kann Jörg Seidel im zweiten Volvo problemlos Doppelturns fahren. Außerdem ist es auch jederzeit möglich, dass Ulli Andree in beiden Autos fährt."
Technische Neuerungen am zweiten Volvo
Mit dem Fünfzylinder von Seidel/Bermes testete Mühlner am Mittwoch bereits auf der Nordschleife, weil dieses Auto erstmals mit einer elektrischen Servolenkung ausgerüstet ist. "Damit wollen wir die Probleme ausmerzen, die wir bei einigen bisherigen Rennen mit den Servoleitungen hatten", verrät Mühlner. "Beim Test hat die elektrische Servo hervorragend funktioniert; wir werden sie im Wagen von Bermes/Seidel auch im Sechs-Stunden-Rennen einsetzen." Beide Volvo S60 sind außerdem mit einer neuen Lippe an der Frontpartie ausstaffiert, die mehr Anpreßdruck an der Vorderachse generieren soll - eine Eigenentwicklung von Mühlner Motorsport. Da die Formkurve der Mühlner Volvo S60 seit dem 24 Stunden-Rennen konstant nach oben zeigt, sind Mühlners Hoffnungen auf den ersten Klassensieg durchaus berechtigt. "Wenn alles hält, dann müßte das möglich sein."
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