Auf der schnellsten Strecke der ALMS ist dem Team Audi Sport North America ein weiterer Hattrick gelungen: Nach den 24 Stunden von Le Mans und dem 12-Stunden-Rennen in Sebring siegte Audi auch beim "Grand Prix at Mosport" zum dritten Mal in Folge. Genau wie vor zwei Wochen in Trois-Rivières hießen die Sieger auch dieses Mal Rinaldo Capello und Tom Kristensen. Im privaten Audi R8 überquerten Johnny Herbert und Stefan Johansson als Zweite die Ziellinie, JJ Lehto und Max Angelelli wurden im Cadillac Northstar LMP 02 Dritte.
"Es war ein hartes Rennen", so Tom Kristensen. "Vor allem war es schwierig, den Vorsprung auf Emanuele zu halten. Er hatte mit dem Unfall Pech. Ich bin sehr froh, dass es ihm gut geht. Nachdem ich die schnellste Rundenzeit gefahren bin, wusste ich, dass ich etwas entgegen zu setzen hätte, wenn es eng werden würde. Gegen Ende des Rennens lieferten sich Johnny und ich einen engen Kampf. Nach der Zieldurchfahrt waren wir uns einig: ein tolles Rennen!"
Für Frank Biela und Emanuele Pirro endete das Rennen in Mosport in der 89. von 121 Runden vorzeitig. Nachdem sich sich das Duo während der ersten Rennhälfte einen spannenden Dreikampf mit dem Cadillac von JJ Lehto und dem später siegreichen Infineon Audi R8 von Capello/Kristensen geliefert hatten, rutschte Emanuele Pirro an zweiter Stelle liegend unmittelbar vor seinem zweiten planmäßigen Tankstopp in einer schnellen Rechtskurve von der Strecke. Pirro prallte in einem relativ stumpfen Winkel gegen eine durch Reifenstapel geschützte Betonmauer. Die Sicherheitszelle des Audi R8 hielt dem enormen Aufprall, der für eine lange Safety-Car-Phase sorgte, vorbildlich stand. Bei einer Röntgenuntersuchung im nahe gelegenen Krankenhaus von Oshawa wurden bei Emanuele Pirro keine Verletzungen festgestellt.
"Unsere Pechsträhne geht weiter", ärgerte sich Frank Biela nach dem Rennen. "Das Auto ist gut, unser Team arbeitet super, aber wir haben im Augenblick einfach kein Glück. Gott sei Dank ist Emanuele nichts passiert, das ist das Wichtigste."
Jeff Bucknum, Bryan Willman und Chris McMurry gewannen die LMP 675 Klasse im Pilbeam MP84-Nissan mit vier Runden Vorsprung auf Melanie Paterson and
Ross Bentley im Lola B2K40-Nissan. Ron Fellows and Johnny O´Connell ließen sich nach der Schlappe im Qualifying nicht lumpen und fuhren mit ihrem Chevrolet Corvette C5-R den fünften Sieg der Saison ein. Kevin Buckler und Brian Cunningham gewannen die GT-Klasse vor Peter Baron und Leo Hindery. Das Deutsche Duo Lucas Luhr / Sascha Maassen landete in Mosport nur auf dem dritten Rang.
Nach dem fünften Sieg im siebten Rennen fährt Audi in der ALMS weiter auf Titelkurs. Vor den letzten drei Läufen in Laguna Seca, Miami und Road Atlanta liegt Audi Pilot Tom Kristensen drei Punkte vor seinem Teamkollegen Rinaldo Capello. Johnny Herbert schob sich durch seinen zweiten Platz in Mosport auf Rang drei der Gesamtwertung nach vorne.