Rubens Barrichello siegt planmäßig vor Michael Schumacher
Mit einem ungefährdeten Doppelsieg sicherten Rubens Barrichello und Michael Schumacher der Scuderia Ferrari vorzeitig den Konstrukteurstitel. Nach 77 Runden überquerte Barrichello mit 0,400 Sekunden Vorsprung auf Schumacher die Ziellinie - der zweite Saisonsieg für den Brasilianer, der insgesamt fünfte Doppelsieg der Saison 2002 für die Roten. Ralf Schumacher der nie grundlegend in das Geschehen eingreifen konnte, wurde am Ende Dritter. Der Große Preis von Ungarn war ohne Zweifel das langweiligste Rennen der Saison - in 101 Minuten gab es lediglich ein Überholmanöver auf der Rennstrecke.
"Es ist toll, wie wir alle zusammenarbeiten", freute sich Barrichello über den planmäßig geschenkten Sieg. "Für uns war es wichtig die Konstrukteurs-WM zu gewinnen." Der Brasilianer fährt fort: "Es gab keine Teamorder, aber in dieser Konstellation konzentriert man sich darauf, den Doppelsieg nach Hause zu fahren." Michael Schumacher bestätigte jedoch, dass "keine Absicht zum Überholen bestand." Ralf Schumacher zeigte sich enttäuscht: "Es war ein langweiliges Rennen. Ich bin glücklich, dass ich Erster der B-Wertung werden konnte und der Abstand nicht noch größer war."
Beim Start profitierte Rubens Barrichello von der besseren Linie und bog als Erster in die erste Kurve ein. Dahinter setzte sich Michael Schumacher gegen seinen Bruder Ralf durch. Juan-Pablo Montoya verpatzte den Start und fiel auf sieben zurück. Jarno Trulli, von sechs aus gestartet, fand sich nach den ersten Metern nur auf dem neunten Rang wieder. Schnell bauten die Ferrari-Piloten an der Spitze ihre Führung aus - nach zehn Runden betrug der Vorsprung von Rubens Barrichello auf Ralf Schumacher bereits rund zehn Sekunden.
Kimi Räikkönen fuhr ein starkes Rennen. In Runde 21 setzte er sich in einem dramatischen Überholmanöver außen gegen Montoya durch und revanchierte sich so für das Duell in Hockenheim, bei dem Montoya den jungen Finnen vorführte. Der Aktion war ein Ausrutscher Montoyas vorausgegangen, der die Aerodynamik am BMW-Williams empfindlich beschädigte. Zehn Runden später lag Räikkönen bereits in den Punkterängen, nachdem der unter Druck geratene Jenson Button seinen Renault ins Kiesbett drehte und abstellte. Dank einer perfekten Boxenstrategie schafften am Ende des Rennens beide McLaren-Mercedes-Piloten den Sprung in die Punkte. Beim zweiten Stopp überholten Kimi Räikkönen und David Coulthard den Jordan-Pilot Giancarlo Fisichella und Sauber-Fahrer Felippe Massa und beendeten das Rennen auf den Positionen vier und fünf.
Nick Heidfeld beendete das Rennen im Sauber-Petronas auf Position neun, zwei Positionen hinter seinem Teamgefährten Felippe Massa. Juan-Pablo Montoya blieb über den Verlauf des Rennens chancenlos und kämpfte sich mit seinem beschädigten BMW-Williams auf die elfte Position vor.
Gegen Rennende demonstrierte Michael Schumacher seine Stärke. Während der in Führung liegende Barrichello konstant seine Runden drehte, ließ sich der Weltmeister vier Sekunden zurückfallen, um fünf Runden vor Rennende mit 1:16.207 Minuten die schnellste Rennrunde zu fahren. "Ich wollte einfach etwas Spaß haben", dokumentierte er nach dem Rennen. Der Deutsche bewies damit die unangefochtene Überlegenheit der Kombination Schumacher / Ferrari.