 |
F3: Leichte Beute für Fabio Carbone

|
 |
Bester Vertreter der Deutschen F3: Vitantonio Liuzzi wurde Achter |
 |
 |
 |
 |
| Überschlag bei der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft in Hockenheim, Sieg beim Marlboro Masters in Zandvoort – Fabio Carbone durchlebt derzeit alle Höhen und Tiefen des Motorsports. Im wichtigsten europäischen Formel-3-Vergleich, dem Marlboro Masters auf dem Dünenkurs des niederländischen Seebades Zandvoort, war der Brasilianer jedenfalls das Maß aller Dinge. Mit einem überlegenen Start- und Zielsieg triumphierte Carbone im Feld der 37 hochkarätigen Starter. Nach 25 eher unspektakulären Runden, mit nur wenigen Überholmanövern, fuhr der 21-Jährige im Dallara 3/02 Renault-Sodemo mit 1,596 Sekunden Vorsprung ins Ziel.
„Dies ist mein erster Formel-3-Sieg – unglaublich, dass ich ihn ausgerechnet bei einem der wichtigsten internationalen Rennen einfahren konnte. Nachdem ich bereits im Training vorne war, habe ich mich nur auf einen guten Start konzentriert – danach ließ sich die Sache relativ gut kontrollieren“, so der Pilot aus dem Team Fortec Motorsport. Bereits im Training hatte der aktuellen Tabellenneunte der Englischen Formel-3-Meisterschaft seine Stärke gezeigt: 1:33.693 Minuten auf dem 4,307 Kilometer langen Circuit Park Zandvoort bedeutete die absolute Bestzeit im Feld der 45 Trainierenden.
Unter den 37 Startern beim 12. Marlboro Masters war Olivier Pla der zweitbeste Mann. Der Franzose kam im Dallara 3/02 Renault-Sodemo vor seinem ASM-Teamkollegen und Landsmann Tristan Gommendy ins Ziel. Obwohl der 23-Jährige Gommendy als Tabellenzweiter der Französischen Formel-3-Meisterschaft vor allem in der zweiten Rennhälfte mächtig pushte, gelang es ihm nicht, den 20-jährigen Olivier Pla, der im französischen Formel.3-Chamopionat derzeit den vierten Platz belegt, zu überholen.
Als bester Vertreter der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft kam der Italiener Vitantonio Liuzzi auf dem achten Platz ins Ziel. Lange Zeit hatte der Pilot aus dem Opel Team BSR wie der sichere Siebtplatzierte ausgesehen, ehe er sich vom Briten Robbie Kerr in einen Fehler treiben ließ. „Es war nicht allein mein Fehler, dass mein Dallara 3/02 Opel-Spiess leicht quer kam, denn ich bin auf Öl ausgerutscht“, entschuldigte sich Liuzzi. Der 21-Jährige weiter: „Ich bin allerdings mit dem Rennen nicht unzufrieden, da ich eine Menge gelernt habe. Vor allem, dass man hier im Training schon weit vorn sein muss. In einem solch hochklassigen und ausgeglichenen Feld sind Überholvorgänge einfach Mangelware.“
Einer dieser Überholversuche schlug bei Frank Diefenbacher fehl. Dass der Pforzheimer dabei ausgerechnet Kousuke Matsuura, ebenfalls ein Vertreter des deutschen Formel-3-Championat, abräumen musste, ist umso tragischer. „Der fünfte Platz wäre ganz sicher drin gewesen“, urteilte der 22-jährige Japaner. „Diefenbacher war einfach zu übermütig. Er hat beim Einlenken in die Tarzanbocht viel zu spät gebremst und mich hinten rechts berührt“. Verständlich, dass der 20-jährige Diefenbacher dies etwas anders sah: „Matsuura war schon eingangs der Start- und Zielgeraden im Kies, hat dort Schwung verloren und am Ende vor der Tarzanbocht innen viel Platz gelassen – ich musste dort einfach reinstechen.“
Eine völlig überflüssige Aktion brachte die beiden Niederländer Stefan de Groot und Robert Doornbos um einen möglichen Erfolg. Auf dem Weg zu seinem hervorragenden siebten Startplatz krachte De Groot seinem unmittelbar vor ihm platzierten Landsmann Doornbos ins Heck. Sowohl für den 23-jährigen Stefan de Groot, auf den die gesamte Marlboro-Werbung zugeschnitten war, als auch für den 20-jährigen Robert Doornbos war der Auftritt vor den mehr als 60.000 einheimischen Fans damit gelaufen.
Auf dem elften Platz kam Cesar Campanico ins Ziel. Der 22-jährige Portugiese zeigte sich damit sehr zufrieden: „Ich wollte das Rennen beenden, mehr nicht. Leider lief es im Training nicht so gut, sodass ich mein Debüt hier in Zandvoort vom 19. Startplatz angehen musste, demzufolge ist der elfte Platz richtig gut.“ Auch Bernhard Auinger hatte nach einem etwas verkorksten Training nur wenig Erfolgsaussichten. „Leider waren wir mit einem nicht optimalen Set-up unterwegs, als es im ersten Zeittraining darauf ankam. Im zweiten Training, das dann allgemein langsamer war, lief es gut, auch das Warm-up und das Rennen waren okay“, so der 20-jährige Österreicher nach seinem 13. Platz. Der 23-jährige Brasilianer Joao Paulo de Oliveira erreichte bei seinem zweiten Zandvoort-Start lediglich den 16. Platz: „Ich hätte die Top-Ten erreichen können und habe einiges riskiert, nicht alles ist mir dabei gelungen. Mein Auto war heute nicht optimal, dies lag wohl auch an der geringen Zusammenarbeit mit meinem Renningenieur, den ich hier zum ersten Mal getroffen habe.“
Im guten Mittelfeld und damit auf Platz 17 schloss Marc Benz seinen ersten Start beim Marlboro Masters ab. „Ich wollte vor allem ins Ziel kommen und so viel Erfahrung sammeln wie nur eben möglich. Es ist schon richtig beeindruckend, wie eng das Feld zusammenrückt, wenn alle guten Fahrer aus den europäischen Meisterschaften aufeinander treffen,“ so der 19-jährige Schweizer, dessen Start sich erst wenige Tage vor dem Rennen entschieden hatte.
Ross Zwolsman, der einmal mehr seinen an einer chronischen Darm- und Leberentzündung leidenden Bruder Charles ersetzte, erreichte den 21. Platz. „Na ja, es ist nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass ich erst wenige Rennen Formel-3-Erfahrung habe“, so der 20-jährige Niederländer. Auch sein Landsmann Jaap van Lagen kam ins Ziel. Als Ersatzpilot aus der Boxengasse gestartet fuhr Van Lagen bis auf den 23. Platz nach vorn, ehe er neben die Strecke geriet und als 27. gewertet wurde.
Für Toshihiro Kaneishi, dem amtierenden Deutschen Formel-3-Meister hat sich der weite Weg von Japan in die Niederlande nur bedingt gelohnt. Toshi sah ein eher ruhiges Rennen, das zur leichten Beute von Fabio Carbone wurde.
Verwandte News: Fabio Carbone in Zandvoort auf der Pole Position Mercedes triumphiert erstmals in der Formel 3 Timo Glock: Siegessicher zum zweiten Sieg |  |