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2002-08-09 21:17:41 - ju
Rallye WM: Peugeot, Fahren in einer anderen Welt

Best of the rest: Petter Solberg im Subaru Impreza
Eigentlich liegt Finnland auf dieser Welt. „Doch die Peugeots fahren in einer anderen Welt“, mußte der Schotte Colin McRae neidlos anerkennen. Und auch sein Ford-Teamkollege Carlos Sainz fügte hinzu: „Früher lagen bei der 1000 Seen nur Sekunden zwischen den einzelnen Piloten, aber jetzt?“ Subaru-Teammanager David Lapworth fragte sich: „Warum sind die pro Kilometer mindestens eine halbe Sekunde schneller?“ Und das, obwohl Ford und Subaru mit ihren Pirelli-Reifen möglicherweise einen kleinen Vorteil auf Schotter gegenüber den Michelin-bereiften Peugeot haben sollten. Auf der dritten Wertungsprüfung (Lankamaa 1) belegten Peugeot-Piloten sogar die ersten fünf Plätze, in der Reihenfolge Burns, Grönholm, Pykälistö, Rovanperä und Lindholm.

Das Dreigestirn in den offiziellen Werks-Peugeot 206 WRC bestimmte das Geschehen am zweiten Tag der Neste Rally Finland, dem zehnten Wertungslauf zur Rallye-Weltmeisterschaft. Fünf (von neun) Bestmarken markierte der amtierende Weltmeister Richard Burns, der damit seine höher eingeschätzten finnischen Teamkollegen Harri Rovanperä (eine Bestzeit) und Marcus Grönholm (zwei Bestzeiten) auf die Plätze verwies. Lediglich Carlos Sainz sorgte auf der Super Special „Killeri“ für die erste nicht-Peugeot-Bestzeit. Der viertplatzierte Petter Solberg im Subaru Impreza hat bereits über eine Minute Rückstand. „Ich habe heute alles gegeben, aber es war wahrscheinlich immer noch zu wenig“, weiß Burns noch nicht so ganz, wie er den erfolgreichen Tag einstufen soll. „Marcus mußte als erster auf die Bahn wurde vielleicht von losem Schotter eingebremst“, meinte der Weltmeister. „Morgen hat Marcus diesen Nachteil nicht mehr und er wird zur Attacke blasen.“

Als „best of the rest“ wird Petter Solberg die zweite Etappe in Angriff nehmen, konnte er doch auf WP neun Colin McRae auf Platz fünf verdrängen. Carlos Sainz überholte den stark fahrenden Sebastian Lindholm (im von Peugeot Finnland eingesetzten 206) und ist nun sechster. Juuso Pykälistö in einem weiteren Semiwerks-Peugeot lag zeitweise auf dem vierten Gesamtrang, mußte aber in WP 6 mit Problemen an der Kraftübertragung aufgeben. Armin Schwarz liegt im Hyundai Accent auf Rang 18 und klagte über Zündaussetzer in den ersten Prüfungen. Nur bis zur vierten Prüfung kam Armin Kremer im Werks-Ford Focus bei seinem Finnland-Debüt. Auf Gesamtrang 34 liegend (sogar fünf seriennahe Gruppe N-Fahrzeuge rangierten vor dem Mecklenburger) beendete ein Getriebeschaden die Fahrt. Auf dem 23. Platz liegt der 50jährige Timo Salonen, Weltmeister von 1985, mit seinem Shell-Peugeot 206.

Ergebnis nach 10 von 22 Wertungspürfungen:
1. Burns/Reid (Peugeot 206) 1:06.08,1 Stunden
2. Rovanperä/Silander (Peugeot 206) + 12,0 Sekunden
3. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 206) + 21,9 Sek.
4. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza) +1.12,3 Minuten
5. C.McRae/Grist (Ford Focus) + 1.16,8 Min.
6. Sainz/Moya (Ford Focus) + 1.18,9 Min.
7. Lindholm/Hantunen (Peugeot 206) + 1.31,7 Min.
8. Mäkinen/Lindström (Subaru Impreza) + 1.42,1 Min.
9. Loix/Smeets (Hyundai Accent) + 1.43,9 Min.
10. Märtin/Park (Ford Focus) + 1.44,3 Min.
11. Kankkunen/Repo (Hyundai Accent) + 1.46,4 Min.
12. Tuohino/Vihavainen (Ford Focus) + 1.59,9 Min.

Wichtige Ausfälle:
WP 9: Delecour/Grataloup (Mitsubishi Lancer) Kraftübertragung
WP 9: Duval/Fortin (Ford Focus) Aufhängung
WP 7: Eriksson/Thörner (Skoda Octavia) Kraftstofftank leer
WP 6: Pykälistö/Mertsalmi (Peugeot 206) Kraftübertragung
WP 4: Kremer/Schneppenheim (Ford Focus) Getriebe

Gruppe N: (gestartet 43 Fahrzeuge)
1. Ketomäki/Alanen (Mitsubishi Lancer) 1:12.36,9 Stunden
2. Salo/Stenberg (Mitsubishi Lancer) + 4,5 Sekunden
3. Hellman/Jarvi (Mitsubishi Lancer) + 1.26,9 Minuten
4. Ligato/Garcia (Mitsubishi Lancer) + 1.31,5 Min.
5. Miettinen/Markkula (Mitsubishi Lancer) + 1.42,8 Min.
6. Svedlund/Nilsson (Mitsubishi Lancer) + 2.07,6 Min.

Wichtige Ausfälle:
WP 7: Carlsson/Andersson (Mitsubishi Lancer) Elektrik
WP 6: Rowe/Wood (Mitsubishi Lancer) technischer Defekt
WP 4: Ipatti/Kajula (Mitsubishi Lancer) technischer Defekt


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