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2002-08-02 11:44:00 - ks
JWRC: Super 1600 Polo für Kleinschmidt und Depping

Motorblock aus Aluminium - 215 PS
Premiere für Volkswagen beim Debüt von Deutschland als Austragungsort in der Rallye-Weltmeisterschaft: Vom 22. bis zum 25. August erlebt der Polo Super 1600 bei der ADAC Rallye Deutschland seine Feuertaufe im Motorsport. Das brandneue, auf der vierten Generation des Polo basierende Wettbewerbsfahrzeug wurde für die seit 2001 vom Automobil-Weltverband FIA ausgeschriebene Super 1600-Kategorie entwickelt. Die Privatpiloten vorbehaltene Junior-Rallye-Weltmeisterschaft ist das international prestigeträchtigste Einsatzgebiet dieser Fahrzeugklasse, die auch im nationalen Rallyesport an Bedeutung gewinnt. Erstmals präsentierte Volkswagen der Öffentlichkeit eine Studie des Modells im Dezember 2001 auf der Essen Motorshow.

"Die Rallye Deutschland ist eine ideale Gelegenheit, um den neuen Polo Super 1600 erstmals unter Wettbewerbsbedingungen zu erproben. Gleichzeitig können wir das für den professionellen Kundensport bestimmte Modell dabei einer Weltöffentlichkeit präsentieren", erläutert Rudolf-Helmut Strozyk, Leiter von Volkswagen Racing.

Pilotiert werden die beiden Fahrzeuge von Jutta Kleinschmidt und Dieter Depping. Im Mai hatte Volkswagen die Dakar-Siegerin des Jahres 2001 für ein auf drei Jahre angelegtes Einsatzprogramm im Marathon-Weltcup sowie Entwicklungsarbeit an Wettbewerbs-Modellen des Unternehmens verpflichtet. Der dreifache Deutsche Rallye-Meister Dieter Depping ist seit dem Vorjahr in die Entwicklung verschiedener Fahrzeuge von Volkswagen eingebunden, darunter im Weltrekord-Programm mit dem W12 Coupé und in der Vorbereitung des Polo Super 1600 für den Rallyesport.

Das Super 1600-Regelwerk der FIA verbindet die Zielsetzung einer möglichst großen technischen Chancengleichheit mit der Ambition einer streng begrenzten Kostenentwicklung. So darf die für Asphalt vorbereitete Version eines Modells den Verkaufspreis von 100.000 US-Dollar nicht überschreiten. Der Einsatz der kostspieligen Werkstoffe Titan, Magnesium und Kohlefaser (mit Ausnahme definierter Verkleidungen) ist vollständig verboten. Eine finanzielle Eskalation durch aufwändige technische Weiterentwicklungen wird durch die Definition von Lebenszyklen zahlreicher Bauelemente über die gesamte Homologationsperiode des Fahrzeugs unterbunden.

"Die Entwicklung des Polo Super 1600 begann im Juli 2001", erklärt Hans Marschall, als Fachreferent bei Volkswagen für das Rallye-Fahrzeug zuständig. "Inzwischen hat der Motor des Polo mehrere hundert Einsatzstunden im Testbetrieb auf Prüfständen sowie im Fahrzeug erfolgreich bestanden." Der gegenüber dem Vorgängermodell auf einem Motorblock aus Aluminium basierende Vierzylinder-Saugmotor gibt seine Kraft von 215 PS über ein vom britischen Spezialisten Gemini entwickeltes sequenzielles Sechsgang-Getriebe an die Vorderräder ab.

Ebenfalls vollkommen neu konzipiert hat das Entwicklungsteam um Hans Marschall das Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen und Dreiecksquerlenkern an der Vorderachse sowie Längslenkern an der Hinterachse. "Im Unterschied zu den Möglichkeiten, die andere Regelwerke bieten, verlangt das Super-1600-Reglement durch seine restriktiven Bestimmungen, dass ein Fahrzeug vor der Homologation bereits nahezu perfekt entwickelt sein muss", so der Diplom-Ingenieur.

Mehrere tausend Kilometer Testerfahrungen hat die in Wolfsburg angesiedelte Entwicklungsabteilung mit Unterstützung von Volkswagen Racing in Hannover bereits mit dem blauen Prototypen auf verschiedenen Schotter- und Asphaltstrecken in Europa gesammelt. Dieter Depping absolvierte den größten Teil der Testfahrten, Jutta Kleinschmidt ist seit ihrer Verpflichtung ebenfalls in das Programm eingebunden.

Der Einsatz des Polo als Vorwagen bei der ADAC Rallye Deutschland auf den 23 Wertungsprüfungen über 416 Kilometer bei einer Gesamtlänge der Veranstaltung von 1446 Kilometern dient dabei mehreren Zwecken. Neben dem medialen und kommerziellen Wert der Premiere des Modells in der Weltmeisterschaft vor den Augen einer breiten Öffentlichkeit, darunter dem Feld der 26 zur Veranstaltung eingeschriebenen Teilnehmer in der Junior-WM, versteht Volkswagen den ersten Einsatz des Polo Super 1600 als Test für Fahrzeug und die betreuende Mannschaft.

Weitere Testeinsätze sind bereits anvisiert, bevor der Polo Super 1600 zum 1. Januar 2003 homologiert und damit seine Sportzulassung erhalten wird. Die Beifahrer, mit denen Jutta Kleinschmidt und Dieter Depping bei der ADAC Rallye Deutschland an den Start gehen, werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.


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