VLN: Bäder / Hagenmeyer übernehmen die Tabellenführung
Konstant in den Punkten - der Getrag-BMW M3
Der Jubel war groß und es gab wohl niemanden, der Artur Deutgen diesen ersten Gesamtsieg nicht gegönnt hätte. Nach vier Stunden Solofahrt überquerte der Duisburger mit dem Dolate-BMW M3 E30 2,8 mit elf Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Trotz Außentemperaturen von rund 25 Grad und keinem (!) Reifenwechsel konnte Deutgen den knappen Sieg ins Ziel retten. Erstmals seit April 2000 (Thiim/Scheid) feierte BMW einen Gesamtsieg, den 22. insgesamt. Die mindestens so populären Michael Bäder und Tobias Hagenmeyer im Getrag-BMW M3 E36 3,2 mussten sich zum dritten Mal in dieser Saison knapp geschlagen geben und warten weiter auf den ersten Gesamtsieg. Das schwäbische Duo konnte aber dank dem sechsten Klassensieg bei den Specials bis 3500 ccm erstmals in Ihrer VLN-Karriere die Tabellenführung übernehmen.
In den ersten vier Runden dominierte zunächst Volker Strycek im DTM-Opel Astra V8 das Geschehen. Nach Trainingsbestzeit setzte sich der Opel-Rennleiter auch gleich an die Spitze und baute seinen Vorsprung konstant aus. Mit 8.41,793 Minuten drehte Strycek nicht nur die schnellste Rennrunde, sondern auch einen neuen Rundenrekord für die Kombination aus Grand-Prix-Kurzanbindung und Nordschleife. Nach vier Umläufen steuerte der Astra, wie auch vorher angekündigt, die Boxen an. „Unsere Tests waren eigentlich schon nach dem Training abgeschlossen. Für die vielen Opel-Fans an der Strecke bin ich die ersten vier Rennrunden aber dennoch gefahren“, freute sich Strycek über das gelungene Nordschleifendebüts eines aktuellen DTM-Fahrzeuges.
Nach Stryceks Aufgabe tobte zunächst der Kampf zwischen Wolfgang Destree im Manthey-Porsche und Kurt Thiim im neuen Mich-Mercedes 190E um die Spitze. Und mit einigen Sekunden Rückstand folgten Bäder und Deutgen, die sich ebenfalls ein packendes Duell lieferten. Mit zunehmender Renndistanz bestimmten beide BMW-Teams zunehmend das Geschehen, mussten sie doch im Vergleich zur Konkurrenz nur einmal tanken. Und Deutgens Verzicht auf einen Reifenwechsel gab schlussendlich den Ausschlag zu seinen Gunsten. Wolfgang Destree/Paul Hulverscheid/Dr. Edgar Althoff wurden mit knapp zwei Minuten Rückstand dritter. Vater und Sohn Andreas und Ralf Schall kämpften in der vorletzten Runde noch die Markenkollegen Kurt Thiim/Dennis Rostek nieder und wurden vierte.
Die vor dem 25. RCM-DMV-Grenzlandrennen in der Meisterschaft vorne platzierten Teams mussten nahezu ausnahmslos Federn lassen. Tabellenführer Mario Merten mußte im BMW 318iS nach acht Runden mit Motorschaden aufgeben. Der Frust war umso größer, hatte doch Merten erstmals in dieser Saison 17 Fahrzeuge in seiner Klasse! Verfolger Rainer Brückner/Peter Brings parkten ihren Mercedes-Benz Evo 1 in der fünften Runde nach Katalysator-Brand. Zwei Umläufe später war auch das Rennen für Harald Jacksties im BMW M3 E36 beendet. Ludger Henrich/Jürgen Schulten (Opel Astra OPC) wurden bei den VLN-Serienwagen bis 2000 ccm nur zweiter hinter Joey Kelly/Joachim Schirra im Peugeot 306 S16, mit acht Sekunden Rückstand! Und auch Peter Kreuer und Karl-Heinz Teichmann kamen nach zwei Siegen und drei zweiten Plätzen in der Honda Accord-Challenge nicht über Platz vier hinaus.
Den dritten Gruppensieg der Saison feierten in der Gruppe N Marcel Hoppe und Peter Venn mit dem Fleper-Honda Civic Type-R, mit knapp fünf Minuten Vorsprung auf die Markenkollegen Werner Uetrecht und Florian Fricke sogar sehr deutlich. Nach dem Ausfall von Nils Bartels und Harald Jacksties im Yokohama-BMW sahen erstmals Karl-Heinz Engelsberg/Uwe Rentel im Matador-BMW das Ziel als Gruppensieger bei den VLN-Serienwagen. Für Engelsberg war es der erste Sieg nach dreijähriger Durststrecke. Bernd Erdmann/Georg Berlandy siegten mit dem Dose-VW Golf TDi IV zum vierten Mal bei den Dieselfahrzeugen.
Neben Bäder/Hagenmeyer sind eindeutig Jürgen Gerspacher und Jürgen Hohenester im Audi TT 1,4 Turbo die Gewinner des Rennens. Dritter Sieg in der einmal mehr stark besetzten Klasse der Specials bis 2000 ccm und aktuell Tabellenrang 12. Noch vier Siege und die „Jürgens“ könnten am Jahresende die Nase ganz vorn haben. Keine Titelchancen mehr haben definitiv die Titelverteidiger Klaus-Peter Thaler und Heinz Remmen, die nach einem Unfall im Bereich Aremberg den Kissling-Opel Astra abstellen mussten.