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2002-07-28 15:57:48 - ks
F1: Weltmeisterfeier! Schumacher siegt in Hockenheim

Michael Schumacher kostete die Auslaufrunde in vollen Zügen aus
Michael Schumacher gewann den Großen Preis von Deutschland auf dem umgebauten Hockenheimring vor Juan-Pablo Montoya und seinem Bruder Ralf. Rubens Barrichello verpasste nach Problemen beim zweiten Boxenstopp den Sprung aufs Podium. David Coulthard wurde Fünfter, Nick Heidfeld beendete das Rennen als Sechster. Heinz-Harald Frentzen schied mit technischen Problemen aus. Am Ende des 67 Runden dauernden Rennens sahen nur neu Piloten die Zielflagge. Im Kampf um die Vizemeisterschaft behält Montoya mit 40 Punkten die Nase vorne, Rubens Barrichello fiel auf die vierte Position in der Meisterschaft zurück.

"Ich finde keine Worte für die letzten zwei Wochen: erst werde ich Weltmeister und dann mein erster Sieg für Ferrari in Hockenheim", so Michael Schumacher, der dem neuen Hockenheimring einen gelungenen Einstand bescherte. Für den vorzeitigen Weltmeister war es der 62. Sieg seiner Karriere. "Ich danke meinem Team, das mir dies alles ermöglicht hat. Es wäre schön gewesen, wenn Ralf Zweiter geworden wäre."

Vor dem Start die erste Schrecksekunde für Rubens Barrichello: der Brasilianer fuhr mit dem Ferrari-Ersatzauto in die Startaufstellung und stellte einen technischen Defekt fest. Im Laufschritt eilte Barrichello in die Ferraribox und kam buchstäblich in letzter Sekunde vor dem Schließen der Boxengasse mit seinem Einsatzfahrzeug auf die Strecke, um seinen dritten Startplatz einzunehmen.

Vor rund 120.000 begeisterten Zuschauern setzten sich 21 Fahrzeuge bei sommerlichen Temperaturen pünktlich um 14:00 Uhr in Bewegung. Minardi Youngster Alex Yoong konnte sich nicht für den Großen Preis von Deutschland qualifizieren. Beim Start setzte sich Michael Schumacher vor Ralf Schumacher und Rubens Barrichello in Führung. Kimi Räikkönen machte eine Position gut und setzte sich vor Joan-Pablo Montoya auf vier. Heinz-Harald Frentzen blieb beim Start stehen und nahm das Rennen erst nach zwei Runden auf.

Binnen weniger Runden konnte sich Michael Schumacher an der Spitze vom Rest des Feldes absetzen. Sein Bruder Ralf war nicht in der Lage, das Tempo des Weltmeisters mitzugehen. Der Zweikampf zwischen Montoya und Räikkönen um die vierte Position spitzte sich in der elften Runde zu. Drei Kurven lang fuhren beide Piloten parallel, ehe sich Montoya Eingangs der Sachs-Kurve endgültig durchsetzen konnte. In der gleichen Runde schob sich David Coulthard an Jarno Trulli vorbei und übernahm die sechste Position. Trulli verlor im Verlauf weitere vier Ränge, an den Hinterreifen war eine starke Blasenbildung auszumachen. In der sechzehnten Runde steuerte der Italiener dann die Renault-Box an, um neue Pneus aufziehen zu lassen.

"Es war ein toller Kampf mit Kimi", freute sich Juan-Pablo Montoya nach dem Rennen. "Mein Start war nicht optimal und ich brauchte ein paar Runden, um in Schwung zu kommen. Ich war in den letzten fünf Rennen auf Pole und dies war mein bestes Ergebnis."

In Runde 22 stellte Frentzen seinen Arrows mit technischem Defekt an der Box ab. "Ich hatte ein Hydraulikproblem und habe Öl verloren", so der Deutsche. "Beim Start ist mir mein Motor abgestorben, als ich die Launch Control eingeschaltet habe." Ein magerer Heim Grand-Prix für den Mönchengladbacher.

Gegen Rennmitte verlor Kimi Räikkönen seine fünfte Position. Beim Anbremsen der neuen Spitzkehre des Hockenheimrings platzte am McLaren der Reifen hinten links. Auf der Felge setzte Räikkönen seine Fahrt fort und rutschte eingangs Motodrom von der Strecke. Nach einem 19 Sekunden dauernden Boxenstopp setzte er das Rennen mit einem leicht beschädigten Fahrzeug fort. Fünf Runden vor Rennende verlor Räikkönen die Kontrolle über sein Fahrzeug und schlug in der Zieleingangskurve rückwärts in die Streckenbegrenzung ein.

Erneut beeinträchtigten Probleme mit den Tankeinlagen das Renngeschehen. Rubens Barrichello verlor bei seinem zweiten planmäßigen Boxenstopp viel Zeit, als die Ferrari Crew den Tankschlauch nicht im ersten Versuch ansetzen konnte. Insgesamt dauerte der Service 21 Sekunden - der Brasilianer fiel auf die vierte Position hinter Montoya zurück.

Ralf Schumacher verlor in der viertletzten Runde seine zweite Position, als er für einen kurzen Stopp die BMW-Williams Box aufsuchte. "Es war sehr enttäuschend, dass ich noch zu einem unplanmäßigen Boxenstopp rein kommen musste", so Ralf Schumacher. "Wir hatten ein kleines technisches Problem, aber immerhin sind wir als Team Zweiter und Dritter geworden - es hätte schlechter laufen können." Gerhard Berger analysierte später einen Druckverlust im Hydrauliksystem des Motors.

1. M. Schumacher, Ferrari, 1h27:52.078
2. J.-P. Montoya, BMW-Williams, +0:10.503
3. R. Schumacher, BMW-Williams, +0:14.466
4. R. Barrichello, Ferrari, +0:23.195
5. D. Coulthard, McLaren-Mercedes, 1 Runde
6. N. Heidfeld, Sauber-Petronas, 1 Runde
7. F. Massa, Sauber-Petronas, 1 Runde
8. T. Sato, Jordan-Honda, 1 Runde
9. M. Salo, Toyota, 1 Runde


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