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2002-07-16 14:48:55 - ks
Rallye DM: Eifelrallye - Matchball Kahle

Kahle tritt bei der Eifelrallye gegen Traditions-Rivalen Kremer an
Das verspricht ein spannendes Wochenende zu werden: Vom 19.-21. Juli gastiert die DRM zum sechsten von sieben Läufen bei der ADAC Eifel-Rallye rund um Daun. Auf den rund 134 Wertungs-Kilometern könnte nicht nur der amtierende Meister Matthias Kahle (Skoda Octavia WRC) seine Titelverteidigung perfekt machen, die Jagd nach Bestzeiten und DRM-Punkten wird auch durch starke Gaststarter bereichert: So muss sich Kahle gegen seinen Traditions-Rivalen Armin Kremer (Ford Focus WRC) wehren. Der amtierende Europameister nutzt den DRM-Lauf, um sich einen ersten Schlagabtausch mit Kahle zu liefern, dem er auch bei der ADAC Rallye Deutschland, dem deutschen Lauf zur Rallye-WM, wieder begegnen wird. Ähnlich geht es den Protagonisten in der Junior-DM: der vorzeitig gekürte Junior-DM-Champion Sven Haaf (Citroën Saxo Super 1600), muss sich nicht nur gegen seinen Haupt-Rivalen aus der DRM, Christoph Schleimer (Opel Corsa Super 1600) wehren. Neben dem bereits bekannten Rivalen Kosti Katajamäki im VW Polo ist auch der finnische Junior-WM-Pilot Jussi Valimäki (Citroën Saxo Super 1600) am Start. Besonders attraktiv wird die Veranstaltung zudem durch ein stark besetztes historisches Feld, in dem sich eine ganze Reihe der schönsten Boliden aus 30 Jahren Rallye-WM präsentieren.

Das Haupt-Augenmerk aus DRM-Sicht gilt bei der Eifel-Rallye mit Sicherheit Matthias Kahle. Mit Co-Pilot Peter Göbel könnte sich der Görlitzer vorzeitig zum Meister 2002 küren lassen. Mindestens 19 Punkte muss er dazu mehr sammeln als die Meisterschaftszweiten Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Mitsubishi Carisma Evo VI). Für Kahle wäre dies der vierte DRM-Titel insgesamt und der dritte in Folge. Doch der Sieg von Wallenwein / Zeitlhofer beim vergangenen DRM-Lauf im Saarland hatte gezeigt, dass die Punkterechnung gewiss nicht ohne den Schwaben zu machen ist.

Deutscher Meister gegen Europameister
Doch beim Kampf um die entscheidenden DRM-Punkte könnte auch die Neuauflage eines Duells eine Rolle spielen, das in der Vergangenheit die deutsche Rallye-Szene prägte: Matthias Kahle gegen Armin Kremer. Fast schon legendär ist das DRM-Finale 1998, als nach einer spannenden Saison gerade mal vier Sekunden über den Rallye-Sieg und damit den Titel entschieden. Während Kahle nun dabei ist, seinen DRM-Titel erfolgreich zu verteidigen, startet der amtierende Europameister Armin Kremer in diesem Jahr bei ausgesuchten WM-Läufen für Ford Deutschland auf einem Focus WRC. Die Eifel-Rallye nutzt der Mecklenburger als Vorbereitung auf den WM-Einsatz bei der Deutschland-Rallye. Dort treffen beide wieder aufeinander: Kremer im Ford und Kahle im Skoda-WM-Team. Doch nicht nur deshalb freut sich Kahle auf den erneuten Schlagabtausch. Kremers Co-Pilot Dieter Schneppenheim saß bis zum vergangnen Jahr an der Seite von Kahle. "Da kann ich endlich auch mal gegen meinen alten Beifahrer antreten", freut sich Kahle. Wobei sich das "alt" weniger auf die 48 Lebensjahre von Schneppenheim, sondern mehr auf die gemeinsame Zeit im Rallyeauto zwischen 1997 bis 2001 bezieht.

Stark besetztes Feld in der Junior-DM
Zuwachs gibt es auch in der Junior-DM. Neben den frisch gebackenen Titelträgern Sven Haaf / Michael Kölbach im Citroën Saxo Super 1600 und ihren Dauerrivalen Christoph Schleimer / Michael Wenzel (Opel Corsa Super 1600) sorgen auch zwei finnische Teams für Spannung. Kosti Katajamäki im VW Polo startet in diesem Jahr parallel in der Junior-DM und der Junior-WM, während sein Landsmann Jussi Valimäki seinen Citroën Saxo erfolgreich in der Junior WM einsetzt. "Ich bin sehr gespannt auf den Vergleich mit den anderen Piloten, da werden wir richtig kämpfen müssen", freut sich Opel-Youngster Christoph Schleimer auf die neue Herausforderung. Für das Super-1600-Quartett ist die Eifel-Rallye gleichzeitig ein erstes Abtasten und eine Standortbestimmung vor der ADAC Rallye Deutschland. Beim ersten WM-Lauf in Deutschland werden alle vier wieder aufeinandertreffen. Die Karten sind dabei fair verteilt, denn bei der neu in den DRM-Kalender gerückten Eifel-Rallye ist noch keiner der Piloten gestartet. "Eigentlich müsste die Eifel-Rallye ja meine Heimveranstaltung sein," erklärt Christoph Schleimer, der von seinem Wohnort Obertiefenbach (bei Bad Ems) die kürzeste aller Anreisen zu einer DRM-Veranstaltung hat, "aber ich bin die Rallye noch nie gefahren." Auf den selektiven Wertungsprüfungen in der Vulkaneifel ist erklärtes Ziel des Opel-Piloten der Sieg im Junior-Klassement, zumal für den Corsa Super 1600 eine neue Homologation erlassen wurde, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Autos ermöglicht. Ein wenig Erfahrung hat Sven Haaf bereits in der Eifel gesammelt, er saß hier vor zwei Jahren am Steuer des Vorauswagens. "Die beiden ersten Prüfungen haben es gleich richtig in sich", erklärt Haaf die Aufgabenstellung in der Eifel, "sie sind zwar nicht lang, aber die Anzahl der Kurven entschädigt dafür bei weitem. Einige Prüfungen scheinen wie geschaffen für unser Auto." Nachdem der Windecker für Citroën den Titel in der Junior-DM schon sicher hat, ist das Hauptaugenmerk des Teams nun auf die Fahrer-Meisterschaft gerichtet. "Den dritten Platz verteidigen und vor Hermann Gassner bleiben", ist das anvisierte Ziel. "Es ist schön, das Valimäki hier startet, der ist für uns schon eine richtige Messlatte. Er fährt das gleiche Auto und hat sein Können in der Junior-WM bewiesen, als er beim Lauf in Griechenland das Feld lange anführte."

Reichlich Spannung bei Kit-Cars
Während Hermann Gassner im Mitsubishi Carisma Evo VII die seriennahe Gruppe N in dieser Saison geradezu dominiert, ist die Entscheidung um den Status des schnellsten Formel-2-Piloten (frontangetriebenen Fahrzeuge bis 2.000 ccm) noch lange nicht gefallen. Holger Knöbel im VW Golf IV Kit-Car, Carsten Mohe im Renault Mégane Maxi und Martin Möckl im Skoda Octavia Kit-Car liegen auf den Plätzen sechs bis acht und sind nur durch 16 Punkte getrennt, diese Konstellation verspricht viel Spannung. Fast schon sensationell ist der fünfte Meisterschaftsrang von Peter Corazza. Der Fahrsicherheitsinstruktor aus Sachsen ist die Überraschung in der kleinsten Meisterschafts-Division (Gruppe N bis 20000 ccm). Im Honda Civic Typ R gewann er trotz starker Konkurrenten bisher bei allen Läufen seine Division. Gemeinsam mit Co-Pilotin und Lebensgefährtin Mandy Querengässer ist er derzeit auch der bestplatzierte Privatier in der Meisterschaft.
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