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2002-07-15 13:34:08 - ks
ETCC: Dirk und Jörg Müller - Doppelsiege beim Heimspiel

Alles Müller, oder was?
Mit zwei Siegen von BMW-Pilot Dirk Müller und zwei Doppelerfolgen für das Schnitzer-Team endeten am Sonntag die beiden spektakulären Rennen zur Tourenwagen-Europameisterschaft im MOTOPARK Oschersleben. Mit zwei zweiten Plätzen machte Namensvetter und Teamkollege Jörg Müller den Triumph der Truppe um Teammanager Charly Lamm perfekt.

Bei seinem Heimspiel gewann Dirk Müller im ersten Lauf nach 14 Runden mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,786 Sekunden vor Jörg Müller und Volvo-Pilot Rickard Rydell (Schweden/3,826 Sekunden zurück). Im zweiten Durchgang verwies der 26 Jahre alte Deutsche erneut Jörg Müller (2,827 Sekunden) sowie Rydell (6,448 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei. „Das war einfach geil hier. Ich komme gerne wieder nach Oschersleben“, sagte Dirk Müller, der auf dem Podium Luftsprünge im Stil von Michael Schumacher aufführte.

Das schlechteste Ergebnis dieser Saison mussten die erfolgsverwöhnten Alfa hinnehmen. Titelverteidiger Fabrizio Giovanardi verpasste im ersten Sprintrennen über 14 Runden auf dem 3,667 km langen Kurs als Vierter einen Platz auf dem Podium. Im zweiten Lauf, bei dem die ersten sechs Piloten in umgekehrter Reihenfolge starten, kam der Italiener nach einem Gerangel auf den ersten Metern von der Piste ab. Der sechsmalige Saisonsieger konnte die Fahrt zwar fortsetzen, kam aber über den enttäuschenden elften Platz nicht hinaus.

In der Gesamtwertung führt weiterhin Giovanardi mit 84 Punkten vor seinem Teamkollegen Nicola Larini (66). Larini kam zwei Mal als Sechster hinter BMW-Pilot Fabrizio De Simone (Italien) ins Ziel. Hinter dem Alfa-Duo konnten Dirk Müller (53) und Jörg Müller (45), der vor 14 Tagen mit einem Sieg in Anderstorp den Alfa-Siegeszug gestoppt hatte, den Abstand bei noch vier verbleibenden Veranstaltungen auf einem Schlag deutlich verkürzen. Rydell (32) liegt nach seinem vierten Podiumsplatz in Folge als bester Volvo-Pilot auf dem fünften Rang.

Die BMW-Dominanz hatte sich bereits beim Zeittraining angekündigt, als gleich fünf Fahrzeuge der bayerischen Marke in den ersten drei Startreihen standen. Allerdings wollte Jörg Müller die Überlegenheit keinesfalls nur auf die Regeländerungen (Mindestgewicht/Drehzahllimit) zurückführen, die vor allem BMW und Volvo zugute kamen. „Oscherleben ist eine BMW-Strecke. Sie kommt den Eigenschaften unserer Autos entgegen. Wo wir wirklich stehen, das werden wir beim nächsten Rennen in Spa sehen“, sagte Müller, der wegen seines Sieges in Anderstorp mit 30 Kilogramm Handicapgewicht an Bord unterwegs war.

22000 Zuschauer erlebten in der Magdeburger Börde Tourenwagensport vom Feinsten: Vom Start weg schenkten sich die Piloten keinen Zentimeter. Der Trainingsschnellste BMW-Pilot Tom Coronel und sein zweitplazierter Markenkollege Fredrik Ekblom mussten sich gegen heftige Attacken von Dirk und Jörg Müller wehren. Die Zweikämpfe endeten mit einer Kollision zwischen Ekblom und Dirk Müller, bei der Ekblom ausschied. Coronel blieb im Zweikampf mit Jörg Müller auf der Strecke. „Ich habe mich aber hinterher bei ihm entschuldigt.“

Beim Start zum zweiten Rennen war Giovanardi der große Leidtragende: Gleich beim Start wurde der Italiener bei einem Gerangel von der Piste ins Grüne geschoben. „Ich will jetzt nicht wegen der Regeländerung jammern. Ich bin noch immer in der Lage, aufs Podium zu fahren. Ich hoffe, dass ich angesichts meines Vorsprungs im Titelrennen weiterhin der Favorit bin,“ sagte Giovanardi.

Thomas Klenke kämpfte bei der EM-Premiere mit dem Ford Focus im ersten Rennen mit massiven Übersteuern und musste wegen eines Kühlerschadens vorzeitig in der Box aufgeben. Anschließend startete der Deutsche DTC-Pilot aus der Boxengasse und landete letztendlich im Kiesbett.


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