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2002-07-14 14:08:09 - ks
F3: Diefenbacher siegt - Paffett benachteiligt

(c) ts photo
Den Sieg fuhr der Tabellenzweite Diefenbacher souverän nach Hause
Nach der Maximalzeit von 30 Minuten wurde der zehnte Lauf zur Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft nach 14 von 18 geplanten Runden abgewinkt. Auf Grund starken Regens musste das Rennen auf dem 4,534 Kilometer langen EuroSpeedway Lausitz hinter dem Safety-Car gestartet werden. Mit Beginn der dritten Runde gab dann die Rennleitung grünes Licht. Zuvor war jedoch bereits Gravierendes passiert: Garry Paffett hatte beim Safety-Car-Start den Motor seines Dallara Opel abgewürgt und dabei einige Plätze verloren. Im Verlauf der ersten Runde überholte der 21-jährige Brite dann, um seinen ursprünglichen zweiten Platz wieder einzunehmen – dieses Überholen ahndete die Rennleitung mit einer Stopp-and-Go-Strafe. Für den Tabellenführer war das Rennen damit natürlich gelaufen und für die Rennleitung begannen die Probleme, denn laut Formel-3-Reglement hatte sich Paffett nicht widerrechtlich verhalten.

Sein Team Rosberg legte entsprechenden Protest gegen die Entscheidung der Rennleitung ein. Die Sportkommissare wiesen den Protest allerdings als unzulässig zurück, da laut Artikel 9, Absatz 1 der allgemeinen Ausschreibungen für DMSB-Automobilsportmeisterschaften für solche Entscheidungen allein der DMSB zuständig ist. „Wir wollen erreichen, dass der zehnte Meisterschaftslauf nicht gewertet wird, da Gary Paffett ungerechterweise benachteiligt wurde. Deshalb werden wir uns jetzt an den DMSB wenden, um eine definitive Entscheidung herbeizuführen“, so Rosberg-Teamchef Arno Zensen.

Den Sieg fuhr der Tabellenzweite souverän nach Hause. Frank Diefenbacher (Pforzheim) brachte seinen Dallara Opel aus dem Opel Team BSR sicher um den Kurs. Schon in der vierten Runde hatte der 20-Jährige die Führung übernommen, um dann konsequent seinen Vorsprung auszubauen. Im Ziel lag Diefenbacher 3,419 Sekunden vor Bernhard Auinger. Der 20-jährige Österreicher hatte jedoch nie die Chance, seinem Teamkollegen den Sieg streitig zu machen. Ohne seine Leistung schmälern zu wollen, profitierte Auinger allerdings von einer Berührung, die zwischen den beiden Teamkollegen Kousuke Matsuura und Jeffrey van Hooydonk (beide Dallara Mugen-Honda) passierte. Der Belgier Van Hooydonk fügte dabei dem Japaner Matsuura einen Reifenschafen hinten links zu und zerstörte damit dessen Hoffnung auf einen Podestplatz. Während Van Hooydonk den dritten Platz sicher ins Ziel bringen konnte, fiel Matsuura nach einem Boxenstopp ans Ende des 30-köpfigen Feldes zurück.

Trotz der überaus schwierigen Verhältnisse absolvierten die Youngster aus der höchsten deutschen Formel-Rennserie ein sehr diszipliniertes Rennen. Es kam zu keinen nennenswerten Unfällen, jedoch zu zahlreichen Ausrutschern. Davon war auch Gottfried Grasser betroffen, der auf dem guten 13. Platz liegend in der sechsten Runde in den Kies rutschte. Auch der Niederländer Stefan de Groot, der Brasilianer Joao Paulo de Oliveira und die Deutschen Catharina Felser und Marcel Lasée meisterten die rutschigen Verhältnisse nur schwerlich und leisteten sich Dreher und Ausrutscher. Zu einem rundenlangen Duell kam es gegen Rennmitte zwischen Markus Winkelhock (Waiblingen) und Vitantonio Liuzzi (Dallara Opel). Obwohl Winkelhock im Dallara Mercedes sogar ein Mal die Begrenzungsmauer leicht berührte, gelang es ihm, den Italiener auf den siebten Platz zu verweisen.

Frank Diefenbacher: Dieses Rennen lief optimal. Klar, dass ich etwas davon profitiert habe, dass Paffett eine Stopp-and-Go-Strafe bekommen hat. Ich habe das Überholmanöver mit Matsuura gut vorbereitet und dabei möglichst wenig riskiert. Mein Auto war richtig klasse, ich hatte wenig Mühe.

Bernhard Auinger: Ich habe zwei Plätze gewinnen können. Der zweite Platz kam nur deshalb zu Stande, weil das Auto ein richtig gutes Regen-Set-up hatte. Ich habe am Anfang viel aufholen können, den Frank hätte ich aber nicht gefährden können.

Timo Glock: Die ersten Runde habe ich sehr vorsichtig absolviert, denn es war richtig glatt. Gegen Rennmitte war ich etwas schneller als Van Hooydonk. Leider habe ich mir aber zwei, drei Fehler erlaubt und deshalb nur den vierten Platz erreicht.

Kousuke Matsuura: Mein Teamkollege Van Hooydonk hat mich wohl berührt und mir den Reifenschaden zugefügt. Klar, dass danach mein Renen gelaufen war.

Sven Heidfeld: Robert Doornbos ist mir in der ersten Runde ins Auto gefahren und hat mich auf den letzten Platz befördert. Dann durfte ich mal wieder nach vorne fahren.

Marc Benz: Am Anfang war es gut, doch dann bin ich durch einen Dreher nach hinten gerutscht. Ich konnte dann jedoch wieder aufholen und noch den guten zehnten Platz erreichen.

Gary Paffett: Ich hatte einige Probleme mit den Reifen, doch egal, nach der Stopp-and-Go-Strafe war mein Rennen ohnehin gelaufen. Mein Auto hat zudem übersteuert, ich hätte also sowieso Probleme bekommen.

Markus Winkelhock: Mein Auto war eigentlich ganz okay. Zum Rennen kann ich nicht so viel sagen, es war halt schwierig, auf der Strecke zu bleiben. Große Überholmanöver waren da nicht drin.


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