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2002-07-10 21:08:21 - ks
DTM: Start zur zweiten Saisonhälfte

Kann Schneider Aiello abfangen?
Vier Siege in fünf Rennen – Tabellenführer Laurent Aiello (Abt-Audi TT-R) könnte als Spitzenreiter mit 48 Punkten und dem Vorsprung von 25 Punkten entspannt in die zweite Saisonhälfte blicken. "Aber meine Konkurrenten sind nicht zu unterschätzen", sagt der Franzose, "sie werden mich jagen, und so ein Punktepolster schmilzt schnell, wen man mal Pech hat. Am Norisring war es denkbar knapp, da hätte ebenso gut Bernd Schneider gewinnen können." Wenn die DTM am kommenden Wochenende auf dem 4,534 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs des EuroSpeedway Lausitz ihren sechsten Lauf startet, sind für die fünf verleibenden Rennen noch 65 Punkte (je zehn für Siege im Wertungslauf, je drei für den Sieg im Qualifikationsrennen) zu vergeben. Der amtierende Meister Bernd Schneider, Tabellendritter mit 21 Punkten: "Solange es eine rechnerische Möglichkeit gibt, denke ich nicht über theoretische Vorentscheidungen nach. In der DTM ist alles möglich. Ein Starterfeld mit 21 Autos, die sich wie in Nürnberg innerhalb von sieben Zehntelsekunden bewegen, spricht Bände. Auch wenn das vielleicht im Moment laut Tabellenstand nicht so aussieht – bei uns gibt es mindestens ein Dutzend potenzieller Gewinner."

So gehört zum Beispiel Joachim Winkelhock, zuletzt im Opel Astra V8 Coupé durch einen unverschuldeten Unfall um mögliche Punkte gebracht, zu der Kategorie Rennfahrer, die niemals aufgeben. "Ich werde mich auf keinen Fall selbst unter Druck setzen, denn genau das wäre auf dem Lausitzring, der sich durch einen sehr harmonischen Verlauf auszeichnet, die falsche Strategie. Man muss ihn mit viel Gefühl geradezu erobern. Wer verkrampft fährt, ist automatisch langsam. Ich werde mit einer gehörigen Portion Gelassenheit an den Start gehen und sehe genau darin eine gute Chance, erfolgreich zu sein. Die Strecke ist auch sehr fordernd, weil es einige ultraschnelle Kurven gibt, in denen sich die Spreu vom Weizen trennt." Der Grand-Prix-Kurs ist eine Mischung aus überhöhten Kurven der Ovalpassagen und der Rennstrecke im Infield. Opel-Markenkollege Manuel Reuter: "Ich bin überzeugt, dass wir dieses Jahr noch gewinnen werden, denn unsere Trainingsergebnisse stimmen ja zuversichtlich – es muss uns nur mal in die Gasse laufen beim Rennen."

Für den Berliner Stefan Mücke (Mercedes-Benz CLK-DTM) ist der Lausitzring seine Heimstrecke. "Ich freue mich auf mein Heimpublikum und die Unterstützung durch die Fans. Das motiviert natürlich", so der 20-Jährige. "Von Heimvorteil kann man allerdings nicht sprechen, denn im DTM-Auto bin ich dort noch nicht gefahren." Mücke glaubt, "dass auf diesem kurvenreichen Kurs mit den vielen lang gezogenen Kurven eine gute Abstimmung entscheidend sein wird. Man muss eine gute Balance finden zwischen aerodynamischem Grip und mechanischem Grip, damit man auf der Geraden nicht allzu langsam ist und trotzdem schnell in den Kurven. Ich glaube, dass unser CLK-DTM von der Balance und der Aerodynamik her eine sehr gute Basis bietet und uns die Strecke entgegen kommt."

Auch der Benjamin der DTM, der ebenfalls 20-Jährige Martin Tomczyk (Abt-Audi) blickt nach seinem schweren Trainingsunfall auf dem Norisring, bei dem er sich eine Schulterprellung zugezogen hatte, optimistisch auf das kommende Wochenende: "Ich liebe schnelle Kurven, hohe Querbeschleunigungen und das Balancieren auf dem schmalen Grad der Haftgrenzen unserer Reifen. Das ist für mich die hohe Schule des Rennfahrens. Außerdem gibt es auf dem Lausitzring gute Überholmöglichkeiten, und das wird die Zuschauer freuen."


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