Zum ersten Mal und gleich mit zwei Fahrzeugen, präsentierte sich das Saale GoKart Motorsport Team am Start des legendären 24-Stunden-Rennens am Nürburgring. Nach bravourösem Zeittraining fanden sich die beiden BMW auf den Startplätzen 2 und 7 in der Klasse V2 wieder. Ein frühzeitiges Rennende des BMW 318i Coupé mit der Startnummer 140, verursacht durch einen technischen Defekt, warf die Mannschaft kurzzeitig zurück. Schnell fand das gesamte Team die Fassung wieder und investierte alle Kraft, um dem BMW 318i Compact mit der Startnummer 141 alle Siegeschance zu geben. Die Arbeit lohnte sich: Nach 24 harten Stunden für Mensch und Material belegte das Saale GoKart Motorsport Team Platz 2 in der Wertung V2 und Rang 51 in der Gesamtwertung.
Das Team wurde im Winter 2001-2002 von Hannes Hirsch (Inhaber der Indoor Kartbahn „Saale GoKart“ in Leipzig) und René Wolff (Formula Event) gegründet. Als Basis der jungen Mannschaft diente ein BMW 318i Coupé. Ein Fahrzeug, mit dem die beiden Rennfahrer bereits das 24-Stunden Rennen 2001 bestritten. Mit Hilfe der Techniker- und Nürburgring-Experten Daniel Genz und Franz Jung wurde ein weiteres Fahrzeug – ein BMW 318i Compact – aufgebaut.
Um am Ende des Rennmarathons auf einem der drei Podestplätze zu stehen, teilten sich beiden Piloten Hannes Hirsch und René Wolff den Sitz im BMW 318i Compact. Beide Fahrer gelten im gesamten Team als schnell, routiniert und erfahren. Volker Pfeiffer hat sich bereits vor dem Rennen mit zwei Einsätzen beim 24-Stunden Rennen 2000 und 2001 einen Namen als Nordschleifen-Experte gemacht. Er unterstützt die Newcomer Knut Leube, David Hofmann und Bernd Kleine auf dem BMW 318i Coupé. Für alle drei ist es der erste Einsatz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Auch die Rookies machten einen hervorragenden Job: Bei einem der 3 nötigen Vorläufe auf der Nordschleife errangen sie eine Pole-Position in der Klasse V2. Das gesetzte Ziel für diese Mannschaft: Ein erstklassiges Rennen zu fahren, die Zielflagge zu sehen und soweit wie möglich vorn zu landen – allerdings ohne maximales Risiko.
Als Bernd Kleine plötzlich seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, waren es nur noch 5 Fahrer für 2 Fahrzeuge die an den Start gingen. René Wolff wurde als Ersatzfahrer auf den BMW 318i Coupé mit der Startnummer 140 genannt, Knut Leube und Volker Pfeiffer auf den BMW 318i Compact mit der Startnummer 141. Die so neu gebildeten Teams gingen nun verstärkt und extrem motiviert in die beiden Qualifikationstrainingsläufe.
Konsequent und sehr routiniert nehmen die Fahrer das Zeittraining in Angriff. Das spiegelte sich auch im Ergebnis der Qualifikation wider. Nach zwei Zeittrainingsläufen, einer tagsüber, einer nachts, fanden sich beide Fahrzeuge in der Startaufstellung weit vorn. Der Compact wurde in der Klasse V2 bis 1 850ccm auf Startplatz zwei pilotiert. Das Coupé stand fünf Plätze dahinter und ging somit als Nummer sieben von 12 ins Rennen. Jetzt war das gesamte Team, zu aller höchsten Aufgaben im Rennen bereit.
An den Start ging Knut Leube, er ist sicherlich die Überraschung unter den Neueinsteigern. Mit seinem konstant schnellen Tempo schaffte er es, mit dem Coupé bis auf Rang vier vorzufahren. Während des ersten Boxenstopps der Startnummer 140 übergab er das Lenkrad an Volker Pfeiffer. Mit stetig schnellen Runden konnte Pfeiffer den eroberten Rang problemlos halten. Am Nordschleifen-Streckenabschnitt „Flugplatz“ kam das jähe Aus für den BMW 318i Coupé. Ein technischer Defekt stoppte die furiose Aufholjagd. Nachdem das Fahrzeug die Box am Abschlepphaken erreichte, stellten die Mechaniker fest, dass ein Loch im Kolben eine Weiterfahrt unmöglich macht. Pech für David Hofmann der nicht zum Einsatz kam. Trotz großer Enttäuschung, tauschte er kurzerhand seinen Renn- gegen ein Mechanikeroverall und zeigte auf beeindruckende Weise seinen Teamgeist, in dem er voll und ganz dem Fahrzeug mit der Nummer 141 seinen Einsatz widmete.
Als viermaliger Teilnehmer am 24-Stunden Rennen übernahm René Wolff, 2. Bestzeit im Training und später im Rennen, die Startphase auf dem BMW 318i Compact. Nach einem sehr guten Start konnte er den guten 2. Platz halten. Die Jagd auf den Ersten wurde dann aber schon in der dritten Runde durch einen unplanmäßigen Boxenstopp gebremst. Ein am Vorderrad schleifendes Teil mussten die Mechaniker befestigen. Im Zuge dieses unfreiwilligen Haltes überschritt René Wolff die Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse. Die Rennleitung ahndete diesen Regelverstoß mit einer Stop-and-go-Strafe. So rückte der angestrebte Podestplatz in schier unerreichbare Ferne. Nach gut zwei Stunden übernahm Hannes Hirsch das Fahrzeug und startete eine souveräne Aufholjagd. Runde um Runde machte Hirsch Boden gut. Nach zwei Stunden führte Wolff wieder die Jagd weiter. So wechselten sich René Wolff und Hannes Hirsch im permanenten 2 Stunden Rhythmus ab. Beide Fahrer gaben stets das Maximum und waren somit auf Platz 1 vorgefahren.
Und wieder schien die Technik dem Team einen Strich durch die Rechnung zu machen: Mit dem beginn der Dunkelheit fiel ein Teil der Beleuchtung aus und nach der Reparatur war der Zeitverlust groß. That´s racing! Entlastung erhielten die beiden Fahrer in der Nacht für zwei Stunden durch Knut Leube. Durch glanzvolle Arbeit des gesamten Saale GoKart Teams, Mechaniker und Piloten, schafften es die Fahrer, den Compact mit der Startnummer 141 wieder auf den zweiten Platz zu fahren.
In der vorletzten Runde konnte das führende Fahrzeug in der Klasse noch überholt werden und somit endete das Team in der gleichen Runde wie das Siegerauto. Am Ende der 24 Stunden lag der BMW 318i Compact des Saale GoKart Motorsport Teams auf dem 51. Gesamtrang.