Demonstrierte erneut ihre Klasse: Michael Schumacher und seine Ferrari-Mannschaft
In einem chaotischen zehnten WM-Lauf holte Michael Schumacher seinen siebten Sieg in der Saison 2002. Er dominierte das Regenrennen im britischen Silverstone nach Belieben und deklassierte ein weiteres Mal die Konkurrenz. Sein Teamkollege Rubens Barrichello wurde nach grandioser Aufholjagd vom letzten Startplatz Zweiter. Dritter wurde Juan Pablo Montoya im BMW-Williams. Unzufrieden war man beim Heim Grand-Prix bei McLaren Mercedes. Kimi Räikkönen schied in der 44. Runde mit einem Motorschaden aus, David Coulthard wurde nach verpatzter Reifenwahl nur Zehnter. Großes Pech auch für Ralf Schumacher: Nachdem bei seinem ersten Boxenstopp die Tankanlage nicht ordnungsgemäß funktionierte verlor der Kerpener wertvolle Zeit in der Box, wurde ohne Nachtanken auf die Strecke zurückgeschickt um wenig später erneut zum Tanken an die Box zu kommen.
Es war nicht nur der siebte Erfolg von Michael Schumacher in dieser Saison. Der Sieg in Silverstone war der 60. Formel-1-Erfolg seiner Karriere, und als wäre das noch nicht genug stand "Schumi" in 170 Grand-Prix zum 107. Mal auf dem Podium. Damit übertrumpfte Schumacher Alain Prost, der in seiner Karriere nur 106 Mal unter die ersten Drei fuhr."Der 60. Sieg ist schon etwas Besonderes", zog der Ferrari-Pilot Bilanz.
In der Weltmeisterschaft führt Michael Schumacher nach 10 von 17 Rennen mit 86 Punkten vor Barrichello (32), Montoya (31) und Ralf Schumacher (30). Gewinnt Schumacher in Magny-Cours, wäre er bereits vor dem Rennen in Hockenheim Weltmeister, wenn weder Barrichello noch Montoya in Frankreich Zweiter werden.
Neben den Hauptakteuren von Ferrari, die einmal mehr ihre Klasse unter Beweis stellen konnten, waren es die "Underdogs" die sich beim wohl spannendsten Rennen der Saison ins rechte Licht rücken konnten. Mit Jacques Villeneuve auf Platz vier und Olivier Panis, der als Fünfter die Ziellinie überquerte, waren gleich beide BAR-Honda in den Punkterängen. Sechster wurde Nick Heidfeld im Sauber-Petronas, der bis zum Fallen der Zielflagge seinen WM-Punkt gegen den Italiener Giancarlo Fisichella verteidigen musste. Ein glänzendes Rennen fuhr bis zu seinem Ausscheiden in der 22. Runde auch Heinz-Harald Frentzen, dessen Start überhaupt erst durch eine Last-Minute-Zahlung seines Chef Tom Walkingshaw in Höhe von fünf Millionen Euro für die Cosworth-Motoren möglich wurde. Der Mönchengladbacher ging mit seinen Arrows als Trainings-16. ins Rennen und lag beim Aus sogar auf dem 7. Platz.
Ergebnis Großer Preis von England:
1. Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari 1:31:45,015 Std
2. Rubens Barrichello (Brasilien) Ferrari +14,578 Sekunden
3. Juan Pablo Montoya (Kolumbien) Williams-BMW +31,661 Sekunden
4. Jacques Villeneuve (Kanada) BAR-Honda; -1 Runde
5. Olivier Panis (Frankreich) BAR-Honda; -1 Runde
6. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) Sauber-Petronas; -1 Runde
7. Giancarlo Fisichella (Italien) Jordan-Honda; -1 Runde
8. Ralf Schumacher (Kerpen) Williams-BMW; -1 Runde
9. Felipe Massa (Brasilien) Sauber-Petronas; -1 Runde
10. David Coulthard (Großbritannien) McLaren-Mercedes; -2 Runden
11. Pedro de la Rosa (Spanien) Jaguar-Cosworth; -2 Runden
12. Jenson Button (Großbritannien) Renault -6 Runden (nicht im Ziel)