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2002-06-30 15:15:51 - ks
F3: Gary Paffett erneut unschlagbar

(c) ts photo
Den Titel im Visier: Gary Paffett
Keine Frage: Gary Paffett heißt der Mann, den es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Der 21-Jährige aus dem britischen Herts sicherte sich nach seinem souveränen Sieg im Samstagrennen auch den Triumph am Sonntag. Auf dem Nürnberger Norisring gewann Paffett im Dallara Opel-Spiess des Teams Rosberg die Saisonläufe sieben und acht der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft in sehr überlegener Manier. „Gary fährt derzeit in einer anderen Liga. Ich hatte wirklich nicht den Hauch einer Chance, sein Tempo mitzugehen“, musste Frank Diefenbacher (Dallara Opel-Spiess) einsehen. Der Pforzheimer kam zum zweiten Mal in der laufenden Saison auf dem zweiten Platz ins Ziel. Hinter ihm wurde Kousuke Matsuura (Dallara Opel-Spiess) abgewinkt. Der Japaner musste schon nach wenigen Runden einsehen, dass aus seiner Pole Position kein Sieg herauszuschlagen sein würde. Wie überlegen Paffett auch auf dem traditionsreichen Nürnberger Stadtkurs war, zeigt auch die schnellste Runde, die der Brite in 49,762 Sekunden mit einem Schnitt von 166,392 km/h drehen konnte. Im Ziel hatte der Brite nach 35 Runden einen Vorsprung von 2,904 Sekunden. Gary Paffett führt nun nach acht von 18 Saisonläufen die Tabelle recht deutlich mit 43 Punkten vor Frank Diefenbacher (27 Punkte) und dessen Teamkollegen, dem Österreicher Bernhard Auinger (20 Punkte) an.

Der Kölner Christopher Brück konnte seinen Dallara Opel-Spiess nicht an den Start bringen, da er sich beim Unfall im gestrigen Samstagrennen eine Prellung am linken Daumen zugezogen hatte. Ob sogar ein Bruch, oder ein Kapselriss vorliegt, kann erst nach Rückgang der Schwellung und eingehender Röntgenuntersuchung festgestellt werden.

Sowohl Kimmo Liimatainen (Dallara Opel Spiess) als auch Marcel Lasée (Dallara Mercedes) kamen nicht vom Start weg und mussten dem Feld hinterherhetzen, um später dennoch auf den Platz neun und zehn ins Ziel zu kommen. Viel ärgerlicher verlief dass Rennen für Markus Winkelhock (Dallara Mercedes). Schon in der zweiten Runde wurde der Waiblinger vom Brasilianer Joao Paulo de Oliveira im Heck getroffen und auf den 25. Platz befördert. Von dort kämpfte sich Winkelhock wieder nach vorn, um in der Schlussphase des Rennens nach einem erneuten Dreher noch Platz 19 zu erreichen – ohne den Patzer im Schöller-S wäre für ihn der 16. Platz leicht drin gewesen.

Ein erneut kampfstarkes Rennen lieferte der Österreicher Bernhard Auinger, der hinter seinem Teamkollegen, dem Italiener Vitantonio Liuzzi den fünftn Rang belegen konnte. Auinger profitierte dabei jedoch vom Zweikampf zwischen Liuzzi und dem Österreicher Norbert Siedler, sowie von einem Mehrfachdreher in der 16. Runde von Marco Schärf, der Siedler behinderte und auf Platz sieben zurückfallen ließ. Den letzten Meisterschaftspunkt für den sechsten Platz kassierte der Niederländer Robert Doornbos im Dallara Mugen-Honda. Der Malaye Rizal Ramli wurde aus dem Rennen genommen, nachdem er rundenlang die Aufforderung zur Stopp-and-Go-Strafe wegen Frühstarts ignoriert hatte.

Kousuke Matsuura: Es hat mich schon ein wenig nervös gemacht, als kurz vor dem Start noch ein Elektronikproblem auftauchte. Wir haben den Hauptstecker der Elektronik gewechselt und alles war klar. Mein Start war super, doch weder Paffett noch Diefenbacher konnte ich halten. Vor allem Paffett kam unglaublich locker vorbei.

Frank Diefenbacher: Mein Start war gut, doch Paffett und Matsuura kamen nicht schlechter weg. Matsuura konnte ich relativ gut kontrollieren, deshalb habe ich nur noch versucht, meine Position zu halten. Paffett fährt derzeit wirklich in einer anderen Liga, ich hatte gar keine Chance, ihm zu folgen. Wären die Rennen am Nürburgring nicht ausgefallen und Paffett am Sachsenring nicht disqualifiziert worden, würde sein Vorsprung in der Meisterschaft noch deutlicher sein.

Gary Paffett: Nach dem guten Rennen gestern, war kaum noch eine Steigerung drin. Trotzdem habe ich wieder recht easy gewinnen können. Dennoch, es sieht einfacher aus, als es ist. Mein Auto ist wirklich richtig toll, deshalb sieht meine Fahrt sehr flüssig aus. Mit einem schlechteren Auto wäre alles spektakulärer. Ich sehe den Titel noch nicht vor Augen, denn die Deutsche Meisterschaft ist unglaublich hart. Hier fahren derzeit die besten Formel-3-Fahrer der Welt.


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